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Sonntag, 31.05.2020

23:05 bis 00:00 Uhr

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Loten Namling  | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Musik der Welt

Tibet in der Fremde

Fremde Länder, fremde Klänge in Features, Reportagen und Interviews. Ein internationales Autoren-Team präsentiert Musik rund um den Globus, vom Porträt bis zum Konzertmitschnitt.

Tibet ist das Dach der Welt - das höchst gelegene Land auf unserer Erde. Doch das „Dach“ kann keinen Schutz mehr bieten. Seit der chinesischen Invasion im Jahre 1950 sind Tausende Tibeter geflohen. Etwa 135.000 Tibeter leben heute im Exil. Ihre Kultur und Musik pflegen sie seitdem in ihren neuen Heimatländern. Uta Sailer hat verschiedene tibetische Musikerinnen und Musiker besucht und festgestellt: Sie alle führen die Tradition Tibets weiter, indem sie Musik nicht als Selbstzweck, sondern als Weg zur Erkenntnis, zu innerem und äußerem Frieden betrachten. Musik ist Ausdruck und Teil von Spiritualität und nie losgelöst von den großen Wahrheiten des Lebens. Bei aller Verwurzelung in der eigenen, tibetischen Kultur offenbaren die vorgestellten Künstler eine große Offenheit für die moderne Kultur. Sie grenzen sich nicht ab, sondern nehmen aktuelle Einflüsse auf und entwickeln daraus Neues. Loten Namling - heute in der Schweiz lebend - ist ein tibetischer Barde des 21. Jahrhunderts. Die Lieder von Dechen Shak Dagsay - ebenfalls in der Schweiz zuhause - sind Botschaften für mehr Mitgefühl unter den Menschen, die durch ihre moderne Anmutung auch Popmusikliebhaber erreichen. Und die in Nepal wohnhafte, jedoch ganzjährig durch die Welt tourende Nonne Ani Choying berührt ganz unmittelbar mit ihrer durchdringenden, kräftigen Stimme. Ebenso wie der wohl bekannteste Exilkünstler Tibets: der Sänger und Multiinstrumentalist Techung, heute daheim in der Nähe von San Francisco. Die Tiefe und Kraft der tibetischen Musik zeigt sich auch in der Fremde.

Musik tibetischer Künstler im Exil
Von Uta Sail

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