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Donnerstag, 06.08.2020

18:05 bis 22:00 Uhr

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Signum Quartett | Bildquelle: © Irene Zandel

Bildquelle: © Irene Zandel

FESTSPIELZEIT Mozartfest Würzburg

Streichquartettnacht

Als im April die erste Corona-Welle auf ihrem Höhepunkt war, ging ein Festival nach dem anderen in die Knie: Konzerte wurden abgesagt oder aufs nächste Jahr verschoben, alles sah nach einem tristen Festivalsommer aus. Aber Evelyn Meining, Intendantin des Mozartfests Würzburg, wollte sich damit nicht abfinden: gemäß dem Festivalmotto "Widerstand - Wachsen - Weitergehen" entwickelte sie ein alternatives Festivalkonzept, bestehend aus Open-Air-Veranstaltungen, Konzerten für kleines Publikum - und einer Reihe von "Geisterkonzerten", die von BR-KLASSIK im Video-Livestream übertragen oder für den Hörfunk aufgezeichnet wurden. Und so fand am 19. Juni im prachtvollen, aber leeren Weißen Saal der Würzburger Residenz eine exquisite Streichquartett-Nacht statt - exklusiv für den Hörfunk. Das Signum Quartett, das Schumann Quartett und das Szymanowski Quartet spielten drei zentrale Werke von Haydn, Mozart und Beethoven, alle der etwa zeitgleich komponiert und aufeinander bezogen, alle drei auch von bleibender Aktualität: Denn welches Werk würde besser auf die Dissonanzen unserer Corona-Zeit passen als Mozarts "Dissonanzen-Quartett"? Und führt nicht Beethovens in dem berühmten "Malinconia"-Satz aus op. 18 vor, wie Melancholie klingt - und wie sie überwunden werden kann? Die Musiker der drei Quartettformationen jedenfalls, die sich für ein Mozart-Divertimento sogar zu einem kleinen Orchester vereinten, verraten in Interviews zwischen den Stücken, was die Corona-Pause in ihnen ausgelöst hat - an negativen, aber auch an positiven Erfahrungen. Und wenn dann zum Abschluss das Signum Quartett zu einer Rock Lounge lädt, dann zeigt das, wie man mit Pop-Transkriptionen zwischen Led Zeppelin und Radiohead durch die Krise tanzen kann.

Signum Quartett; Szymanowski Quartet; Schumann Quartett
Joseph Haydn: Streichquartett G-Dur, op. 77, Nr. 1; Ludwig van Beethoven: Streichquartett B-Dur, op. 18, Nr. 6; Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett C-Dur, KV 465 - "Dissonanzenquartett"; Divertimento F-Dur, KV 138; Adagio und Fuge c-Moll, KV 546; System of a Down: "BYOB"; Igor Strawinsky: Three Pieces; Led Zeppelin: "Heartbreaker"; Matthjis van Dijk: "rage against the"; Cream: "Sunshine of your love"; Erwin Schulhoff: Fünf Stücke; Radiohead: "Paranoid Android"; Ludwig van Beethoven: Große Fuge B-Dur, op. 133
Aufnahme vom 19. Juni 2020

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