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Dienstag, 11.08.2020

22:05 bis 23:00 Uhr

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Bernd Alois Zimmermann | Bildquelle: © Hannes Kilian/Rechtenachfolgerin: Gundel Kilian

Bildquelle: © Hannes Kilian/Rechtenachfolgerin: Gundel Kilian

Aus dem Studio Franken Horizonte

Zum 50. Todestag des Komponisten Bernd Alois Zimmermann

Horizonte - die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

Es war sein letztes Werk, sein Testament: Am 5. August 1970 vollendete Bernd Alois Zimmermann seine "Ekklesiastische Aktion" "Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne"; fünf Tage später nahm er sich, gequält von Depressionen und einem Augenleiden, zermürbt auch von den Grabenkämpfen in der Neue-Musik-Szene, das Leben. Die Stadt Kiel hatte bei Zimmermann eigentlich einen festlichen Beitrag zu einem Konzert bei den olympischen Segelwettkämpfen bestellt; aber was Zimmermann schließlich schrieb, ist von tiefster Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geprägt. Texte aus dem biblischen Buch Kohelet und aus Dostojewskis Roman "Die Brüder Karamasow" verbinden sich zu einer Anklage gegen Macht und Unrecht, aber auch zu einer Klage über Einsamkeit und Sinnleere. Ein Stück, das noch heute unter die Haut geht, findet Roland Kluttig. Der international gefeierte Dirigent, langjährige Generalmusikdirektor von Coburg und ab Herbst Chef der Oper Graz war schon während seiner Jugend in der DDR von Zimmermanns (damals schwer zugänglicher) Musik elektrisiert. In der Reihe "Faszination Neue Musik" aus dem Studio Franken stellt er seine Sicht auf das Werk vor - ein Beitrag zum 50. Todestag des Komponisten

Bernd Alois Zimmermann: "Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne"
Von Roland Kluttig und Thorsten Preuß

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