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Montag, 25.01.2021

19:05 bis 20:00 Uhr

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Jaromír Weinberger | Bildquelle: © Musik der Zeit. Eine Schriftenreihe zur zeitgenössischen Musik, Heft 8 Tschechische Komponisten, Bonn 1954

Bildquelle: © Musik der Zeit. Eine Schriftenreihe zur zeitgenössischen Musik, Heft 8 Tschechische Komponisten, Bonn 1954

con passione

Mit dem Klangsinn der Böhmen erblich belastet

Passionierte Opernliebhaber aufgepasst: Am Montagabend heißt es "Vorhang auf" für Grand Opéra, Singspiel und Melodramma; für Cavatine, Stretta und "unendliche Melodie"; für legendäre Interpreten, internationale Sängerstars und vielversprechende Talente. Eine Stunde im Zeichen des leidenschaftlichen Gesangs und der gesungenen Leidenschaften von Barock bis Gegenwart!

"Schwanda der Dudelsackpfeifer" war Ende der 1920er Jahre der Kassenschlager: Mit ihrer verblüffenden Mischung aus bodenständiger Folklore und raffiniertem Orchesterklang, mitreißenden Tanzrhythmen und melancholischer Dekadenz, süffiger Melodienseligkeit und komplexer Kontrapunktik bezauberte die Oper das Publikum weltweit. Jaromír Weinbergers Ruhm war kaum mehr zu übertreffen, als im Januar 1933 seine erste Operette "Frühlingsstürme" mit Starbesetzung im Berliner Admiralspalast gegeben wurde. Doch wenige Taqe später verschwanden mit Hitlers Machtergreifung die Werke des tschechischen Juden Weinberger von reichsdeutschen Spielplänen. Als 1938 die "braune Welle" auch in die Tschechoslowakei überzuschwappen drohte, emigrierte Weinberger in die USA. Es gelang ihm nie, im Exil Fuß zu fassen - 1967 nahm er sich das Leben. Ziemlich genau 87 Jahre nach ihrer Uraufführung hat Barrie Kosky "Frühlingsstürme" im Januar 2020 wieder auf die Bühne der Komischen Oper gebracht. Höchste Zeit, sich wieder mit einem Komponisten zu beschäftigen, über den sein Lehrer Max Reger bewundernd sagte, er sei "mit dem tollen Klangsinn der Böhmen erblich belastet".

Der Oper(ette)nkomponist Jaromír Weinberger
Mit Ausschnitten aus "Schwanda der Dudelsackpfeifer" und "Frühlingsstürme"
Präsentiert von Alexandra Maria Dielitz

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