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Samstag, 08.05.2021

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Tan Dun - China - Komponist und Dirigent | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Musik der Welt

Der Lange Marsch zum eigenen Klang

Fremde Länder, fremde Klänge in Features, Reportagen und Interviews. Ein internationales Autoren-Team präsentiert Musik rund um den Globus, vom Porträt bis zum Konzertmitschnitt.

Das ganze 20. Jahrhundert plagte Musiker und Politiker in China eine große Sorge: dass ihre Musik zu rückständig sei und es nicht mit den großen Werken des Westens aufnehmen könne. Unter Mao Zedong wurde deswegen das Ziel formuliert, Musik müsse revolutionär sein, massentauglich und einen nationalen Stil haben. Erst nach Maos Tod lockerte sich das Kulturleben, und als 2003 die UNESCO die Zither Qin auf die Welterbe-Liste aufnahm, sorgte das für eine neue Sicht auf die alten Musiktraditionen. Die chinesischen Autoritäten öffneten sich zunehmend und entwickelten eine Kulturpolitik, die differenzierter ist als in der Vergangenheit, auch wenn die hohe Bedeutung der Außenwirkung für das Land sowie eine unverblümte Kommerzialisierung eine freie künstlerische Entfaltung weiterhin erschweren.

Chinas Musik zwischen Tradition, Propaganda und westlichen Idealen
Von Bernhard Hanneken

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