BR-KLASSIK

Inhalt

Freitag, 08.04.2022

20:05 bis 22:00 Uhr

BR-KLASSIK

zur Übersicht
Andrés Orozco-Estrada | Bildquelle: Werner-Kmetitsch

Bildquelle: Werner-Kmetitsch

Live aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz - Surround Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Im März 2020, kurz vor dem ersten Lockdown, war er in drei Konzerten zum Beethovenjahr für Mariss Jansons eingesprungen - jetzt kehrt der Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada, seit dieser Saison Chefdirigent der Wiener Symphoniker, zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zurück. Im zweiten Konzertteil bietet Orozco-Estrada klassische Moderne im Doppelpack: Überraschend gut passt die Konzertsuite aus Béla Bartóks Tanzdrama "Der wunderbare Mandarin" zum virtuosen Rausschmeißer, den "Paganini-Variationen" von Boris Blacher. Blachers kurzweiliges, auch jazzig swingendes Showpiece, das die gesamte Orchesterpalette effektvoll ausschöpft, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg viel gespielt. Demgegenüber provozierte Bartóks barbarische Tanzpantomine, die um einen erlösungsbedürftigen Chinesen im Zuhälter-Milieu kreist, bei der Kölner Uraufführung 1926 einen handfesten Theaterskandal. Mit schrillen Clustern und jaulenden Glissandi wird die erotische Raserei des Mandarins ekstatisch aufgeladen. Zuvor gibt es eine Wiederbegegnung mit dem Geiger Renaud Capuçon und dem Cellisten Daniel Müller-Schott, die im Doppelkonzert von Johannes Brahms zur "achtsaitigen Riesengeige" verschmelzen - so hatte es sich der zur Ironie neigende Komponist gewünscht.

Renaud Capuçon, Violine; Daniel Müller-Schott, Violoncello
Johannes Brahms: Doppelkonzert a-Moll, op. 102; Béla Bartók: "Der wunderbare Mandarin", op. 19; Boris Blacher: "Paganini-Variationen", op. 26

Dazwischen:
PausenZeichen
Sylvia Schreiber im Gespräch mit Andrés Orozco-Estrada

    AV-Player