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Samstag, 23.04.2022

19:05 bis 22:10 Uhr

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Georg Friedrich Händel: "Partenope" (Brenda Rae) | Bildquelle: © Teatro Real Madrid / Javier del Real

Bildquelle: © Teatro Real Madrid / Javier del Real

BR-KLASSIK - Opernabend

Georg Friedrich Händel: "Partenope"

Gesamtaufnahmen oder Liveübertragungen von den großen Opernbühnen wie München, Mailand und New York - samstags ab 19.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Als "Schule für Liebende" wird unter den Opern des 18. Jahrhunderts normalerweise Mozarts "Così fan tutte" eingeordnet. Doch auch im Bühnenschaffen von Georg Friedrich Händel findet sich (mindestens) eine Oper, die das Etikett tragen könnte: "Partenope"! Eine mythische Sirene war das, die sich einst aus Liebeskummer ins Meer stürzte - ihr Leichnam wurde in Süditalien angespült, wo man eine zauberhafte Stadt errichtet hatte. Kurzerhand erklärte man Partenope zur Gründerin Neapels. Unter den Menschen, die das faszinierte, war Silvio Stampiglio, der ein Libretto über Partenope schrieb. Händel brachte seine Oper 1730 am Londoner King’s Theatre Haymarket heraus. Bei ihm wirkt manche Akkordfolge und Modulation wie ein Wechsel zwischen Totale und Close-up, ein Kameraschwenk vom Kampfgeschehen zu dieser oder jener Bühnenfigur. Händel ließ es sich nicht nehmen, auch konventionellen Handlungssituationen seinen individuellen Stempel aufzudrücken. Barockoper bedeutet nicht zwangsläufig Rezitativ und Arie und nochmals Rezitativ und Arie - in scheinbar endloser Folge. Nebst vier Chören gibt es in "Partenope" auch vier Ensemblesätze: jeweils ein Quartett, Terzett, Duett - und ein Duettino! Ungewöhnlich für eine opera seria damals. Unter dem Horizont aufgeklärten Wahrscheinlichkeitsdenkens à la Rousseau wurden Ensembles vom Publikum normalerweise mit Unmutsäußerungen aufgenommen, auch in London. Doch Händel leistete Widerstand. Aus dem Teatro Real Madrid kommt der Mitschnitt einer Aufführung, die von Ivor Bolton im November 2021 musikalisch verantwortet wurde.

Oper in drei Akten
In italienischer Sprache
Partenope - Brenda Rae
Arsace - Iestyn Davies
Armindo - Anthony Roth Costanzo
Emilio - Jeremy Ovenden
Rosmira/Eurimene - Teresa Iervolino
Ormonte - Nikolay Borchev
Orquesta Sinfónica de Madrid
Leitung: Ivor Bolton
Aufnahme vom 17. November 2021 im Teatro Real, Madrid

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