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Mittwoch, 20.07.2022

18:05 bis 20:00 Uhr

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Charles Dutoit | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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FESTSPIELZEIT Festival de Granada

"A Family Affair" könnte als Motto für das Gipfeltreffen von Martha Argerich und Charles Dutoit beim Festival de Granada taugen - denn die argentinische Jahrhundertpianistin und der Schweizer Dirigent waren mal vier Jahre verheiratet, aus der Ehe ging die Professorin, Performerin und Rezitatorin Annie Dutoit hervor. Am 5. Juli gaben sich die 81-jährige Grande Dame des Klavierspiels und der 85-jährige Pult-Veteran die Ehre im Innenhof des Renaissance-Palasts Karls des Fünften in den Mauern der Alhambra. Beim 71. "Festival Internacional de Música y Danza de Granada", dem größten Andalusiens, wurde vor allem das 100-jährige Jubiläum des von Manuel de Falla begründeten und von Federico García Lorca geförderten Cante Jondo-Wettbewerbs gefeiert, jener Urform des Flamenco-Gesangs. Mit seinem spanischen Flair passte Ravels funkensprühendes G-Dur-Klavierkonzert, das von baskischer Folklore ebenso beeinflusst ist wie von amerikanischem Jazz, perfekt ins Festival-Programm. Davor setzte Dutoit Ravels Hommage an seinen barocken Vorläufer "Tombeau de Couperin", eine Gedenk-Komposition zu Ehren im Krieg gefallener Kameraden Ravels. Und für einen turbulenten Ausklang des Nachtkonzerts unter freiem Himmel sorgte die fatalistische Vierte Symphonie Tschaikowskys, in der sein einsamer Held voller Sehnsucht im Volksgetümmel Zuflucht sucht.

Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo
Leitung: Charles Dutoit
Solistin: Martha Argerich, Klavier
Maurice Ravel: "Le tombeau de Couperin"; Klavierkonzert G-Dur; Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 4 f-Moll
Aufnahme vom 5. Juli 2022

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