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Dienstag, 20.09.2022

22:05 bis 23:00 Uhr

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Johannes Boris Borowski | Bildquelle: © Adam Berry

Bildquelle: © Adam Berry

BR Franken BR-KLASSIK - Horizonte

Virtuosität und Sinnesrausch

Horizonte - die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

„Als Dirigent hatte ich große Freude an der glänzenden Virtuosität, mit der Johannes Boris Borowski für Instrumente schreibt, und an seinem bemerkenswerten Sinn für große Formate“, sagte Peter Eötvös, der Borowskis Orchesterstück „Sérac“ 2015 in Donaueschingen uraufführte. „Sérac“ ist die Bezeichnung für riesige Eistürme auf den Gletschern des Himalaya, die für die Bergsteiger völlig unberechenbar sind. Eine Metapher dafür, wie unvorhersehbar sich die kompositorischen Kräfte oft verhalten und den Komponisten mit sich fortreißen. Komposition bedeute für ihn auch „Befreiung von all dem, was ich zu entwickeln erhoffte“, so Johannes Boris Borowski. Seine Musik spricht den Hörsinn direkt an, Klangwolken ziehen fast rauschhaft vorbei; Stimmungswechsel, Wandel, Spontaneität prägen die Werke des Komponisten - die von Peter Eötvös bewunderte Virtuosität besteht vor allem darin, dafür den formalen Rahmen zu schaffen, dem Werk eine Struktur und damit Sinn und Ausdruckskraft zu verleihen. Johannes Boris Borowski wurde 1979 in Hof geboren. Er studierte Komposition bei Hanspeter Kyburz in Berlin und Marco Stroppa in Paris. Inzwischen unterrichtet er selbst an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Neben Peter Eötvös förderten weitere namhafte Interpretinnen und Dirigenten die Musik Borowskis, darunter Pierre Boulez und Daniel Barenboim. Regelmäßig führen weltweit bekannte Klangkörper seine Musik auf, etwa das Ensemble Intercontemporain, das Ensemble Modern, die Staatskapelle Berlin oder das Chicago Symphony Orchestra.

Der Komponist Johannes Boris Borowski
Von Wolfgang Schicker

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