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Freitag, 23.12.2022

20:05 bis 22:00 Uhr

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Live aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz - Surround Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Leitung: Elim Chan

Mit Elim Chan debütiert eine weitere spannende Dirigentin beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 1986 in Hongkong geboren, hat Chan dort im Kinderchor gesungen und früh mit dem Klavierspiel begonnen. Ihre umfassende musikalische Ausbildung erhielt sie dann in den USA an den renommierten Colleges von Massachusetts und Michigan, wo sie bald auch die Leitung des Campus-eigenen Symphonieorchesters übernahm. Zum prägenden Mentor wurde ihr Bernard Haitink, dessen Luzerner Meisterkurse sie 2015 besuchte. In der vierten Saison ist Elim Chan jetzt Chefdirigentin beim Symphonieorchester von Antwerpen, nebenbei ständiger Gast beim Royal Scottish National Orchestra in Glasgow.
Solist in ihrem Münchner Debütkonzert ist ein langjähriger Freund des Symphonieorchesters, der österreichische Pianist Rudolf Buchbinder, eine Instanz in Sachen Beethoven und überhaupt ein "König der Wiener Klassik", wie ihn der Münchner Merkur einmal betitelte. Diesmal spielt Buchbinder eines der beiden Klavierkonzerte Mozarts, die in Moll stehen: Das zerklüftete c-Moll-Konzert KV 491 entwickelt mit seinem resignativen Grundton, aufgehellt nur durch einen lyrisch schwebenden Mittelsatz, einen radikalen Bekenntnischarakter. Hauptwerk von Chans Programm ist ein durchaus populäres Stück, das jedoch - man höre und staune - vom BRSO noch nie gespielt worden ist: die Zweite Symphonie von Peter Tschaikowsky. Ihr Beiname "Kleinrussische" bezieht sich auf die vielen ukrainischen Volksweisen, die Tschaikowsky darin verarbeitet hat. "Kleinrussland" war die historische Bezeichnung für ein Gebiet im Russischen Kaiserreich, das einem Großteil der heutigen Ukraine entspricht. So erhält die Zweite Symphonie Tschaikowskys mit ihren einprägsamen Melodien, ihrem nationalen Kolorit und ihrem triumphalen Ende im Kontext des Ukraine-Krieges ungeahnte Aktualität. Hatte sich Tschaikowsky bei der Konzeption seiner Zweiten Symphonie an Beethovens "Eroica" orientiert, so eröffnet Elim Chan ihr Konzert mit einem politischen Statement aus der Feder Beethovens: Seine "Egmont"-Ouvertüre nach Goethes Trauerspiel ist ein Freiheitsfanal gegen jegliche Unterdrückung.

Solist: Rudolf Buchbinder, Klavier
Ludwig van Beethoven: "Egmont-Ouvertüre", op. 84; Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert c-Moll, KV 491; Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 2 c-Moll - "Kleinrussische"

Dazwischen:
PausenZeichen
Robert Jungwirth im Gespräch mit Rudolf Buchbinder

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