Bildquelle: Bayerische Staatsoper/Wilfried Hösl
Der Dino und der Händel-Hype
Giulio Cesare in München
Er ist ein Meilenstein in der Geschichte der Bayerischen Staatsoper: Georg Friedrich Händels "Giulio Cesare in Egitto". Diese Oper machte 1994 dem Münchner Publikum klar, dass in der Ära Peter Jonas manches anders werden würde. Ein 20 Meter hoher Tyrannosaurus Rex mitten auf der Bühne war bis dato jedenfalls noch nicht gesichtet worden. Die Inszenierung von Richard Jones war die dritte von insgesamt neunzig Neuproduktionen während Jonas‘ dreizehn Spielzeiten als Intendant der Bayerischen Staatsoper. Anfangs heftig umstritten wurde sie mit viel britischem Humor zum Auftakt eines regelrechten Händel-Hypes an der Isar. Einen wichtigen Anteil daran hatte Dirigent Ivor Bolton, der das Bayerische Staatsorchester behutsam auf historisch informierte Spielweise trimmte, noch bevor barocke Streichinstrumente und eine spezialisierte Continuogruppe im Orchestergraben Einzug hielten. Die lang vernachlässigte Barock-Oper wurde Kult im Nationaltheater mit neun weiteren Händel-Opern, aber auch mit Monteverdi, Cavalli und Purcell. Auf BR KLASSIK ist ein Live-Mitschnitt der Wiederaufnahme des spektakulären "Giulio Cesare in Egitto" aus dem Jahr 2002 zu hören.