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Dienstag, 12.12.2023

20:05 bis 22:00 Uhr

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Der Komponist Peter Tschaikowsky. Foto, koloriert, um 1890  | Bildquelle: picture-alliance / akg-images

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BR-KLASSIK - Interpretationen im Vergleich

Peter Tschaikowsky: "Der Nussknacker"

Ein Werk - zahlreiche ältere und neuere Einspielungen von großen Interpreten nebeneinander gestellt – einmal im Monat, dienstags ab 20.05 Uhr

Alljährlich zu Weihnachten steht Peter Tschaikowskys Ballett "Der Nussknacker" in aller Welt auf den Spielplänen der großen Tanzkompanien. Weihnachtsfeier und Bescherung durch den Onkel Drosselmeier, die Schlacht des Nussknackers mit dem Mausekönig, Klaras Traum und der Besuch in der Konfitürenburg sind Bestandteile des Klassikers, ohne den Weihnachten für viele Familien kaum denkbar ist. Dabei fiel das Ballett bei der Uraufführung in St. Petersburg zunächst durch, galt als dramaturgisch schwach und viel zu kurz. Die Qualitäten der Musik standen aber schon damals außer Frage. Zunächst fühlte Tschaikowsky sich von der Geschichte nicht besonders inspiriert, doch dann verarbeitete er hier den Tod seiner geliebten Schwester. Er übertrug symphonische Formen auf die Tanzmusik, die bis dahin vor allem die erwartete demütige Rhythmusfolie für die Primaballerina zu bieten hatte und setzte auf der Suche nach neuen Klangfarben zum ersten Mal die brandneue Celesta ein. Er ließ sie heimlich nach Russland bringen, damit niemand sie vor ihm benutzen konnte! Der Interpretationsvergleich von Uwe Friedrich zeigt: Vladimir Jurowski steht ganz in der Tradition des von ihm verehrten Altmeisters Gennadi Roshdestvenki, während Simon Rattle einen betont modernen Zugang zur Partitur sucht. Mark Ermlers Aufnahme ist anzumerken, dass er das Werk oft mit dem Londoner Royal Ballet aufgeführt hat, während von Antal Doráti gleich zwei Einspielungen vorliegen: mit dem London Symphony Orchestra und mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam.

Aufnahmen mit den Dirigenten Vladimir Jurowski, Simon Rattle, Mark Ermler, Antal Doráti und anderen
Von Uwe Friedrich

Orchester des Bolschoi-Theaters Moskau, Gennadi Rozhdestvensky
BMG (1961)

London Symphony Orchestra, Antal Dorati
Philips (1962)

London Symphony Orchestra, André Previn
Warner (1972)

Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Antal Dorati
Philips (1976)

Berliner Philharmoniker, Semyon Bychkov
Philips (1987)

Orchestra of the Royal Opera House Covent Garden, Mark Ermler
Sony (1989)

Orchester des Kirov-Theaters, Valery Gergiev
Philips (1998)

Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle
EMI (2010)

Staatliches Akademisches Sinfonieorchester Russlands, Vladimir Jurowski
Pentatone (2019)

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