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Dienstag, 17.05.2016

19:05 bis 20:00 Uhr

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Erik Satie | Bildquelle: wikimedia commons

Bildquelle: wikimedia commons

KlassikPlus

Mit Schirm, Charme und Melone

Künstler im Gespräch, Reportagen aus der Musikwelt, Interessantes vor und hinter den Kulissen - immer donnerstags um 19.05 Uhr in KlassikPlus.

Auf den ersten Blick präsentiert sich das Werk von Erik Satie, dem 1866 in Honfleur im Département Calvados geborenen Franzosen, in einer verwirrenden Vielfalt. Ein gemeinsamer Nenner ist aber stets die Huldigung des Augenblicks - vielleicht haben sich Saties Arbeiten für Kirche und Cabaret, für Klavier und Ballett deshalb ihren Charme, ihre Zeitlosigkeit und Frische bewahren können. "Ich bin sehr jung auf eine sehr alte Welt gekommen", schrieb der rätselvolle Einzelgänger unter eine Büste, die er von sich selbst gezeichnet hatte, und tatsächlich begegnete er den überlebten Musiktraditionen seiner Zeit mit einer Kunst der konzisen Verdichtung, die alle Grenzen zwischen E- und U-Musik und alle gängigen Aufführungsmodalitäten höchst modern hinter sich ließ. Mit seinen anarchisch-absurden Spielanweisungen ("Erbleichen Sie in der Magengrube" heißt es u.a. in der "Gnossienne Nr. 3") war Satie für viele ein "komischer Kauz", für andere ein "genialer Künstler". John Cage sah in Erik Satie nicht weniger als ein Vorbild und befand ihn für "unerläßlich".
Susanne Schmerda stellt den "Picasso der Musik" und seinen provokanten Unernst vor.

Ein Komponist zwischen Mystik und Moderne
Erik Satie zum 150. Geburtstag
Von Susanne Schmerda

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