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Mittwoch, 14.09.2016

12:05 bis 14:00 Uhr

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David Oistrach | Bildquelle: Pictorial Press Ltd

Bildquelle: Pictorial Press Ltd

Mittagsmusik

Mit Marlen Reichert

Die Mittagsmusik bietet zwei Stunden lang die ganze Welt der Musik: Archivschätze und rare Produktionen aus unseren Studios, brandneue Veröffentlichungen mit gefeierten Opernstars und Geheimtipps der Musikszene, Operettenohrwürmer und Ragtime. Täglich dabei: Das besondere Thema der Woche. Ihren ganz persönlichen Hit wünschen Sie sich unter der kostenfreien Nummer 0800-7733377.

Mittagsmusik - Thema der Woche
Die Dicken Dinger: Grosse Musikwettbewerbe

Zum 65. Mal wurde heuer der ARD Musikwettbewerb ausgetragen, die Entscheidungen sind gefallen, in dieser Woche geben die Gewinner ihre Konzerte und bekommen ihre Preise. Da geht es natürlich um Geld, da geht es aber vor Allem ums Renommee.

Ein Preis kann die Eintrittskarte in die große Karriere bedeuten. Und je bedeutender der Wettbewerb, umso spektakulärer ist das Reüssieren und damit steigt die Chance auf einen Karriereschub.
Allerdings kann es auch passieren, dass gerade das Ausscheiden aus einem Wettbewerb die große Sensation bedeutet, die dann zum Welterfolg führt, wie etwa bei Ivo Pogorelich. Der kam 1980 beim Chopin-Wettbewerb in Warschau nicht ins Finale. Woraufhin Martha Argerich unter Protest die Jury verlies und damit für einen Eklat sorgte.

Es ist auch schon vorgekommen, dass die Entscheidung für einen Gewinner in politischer Hinsicht eine Sensation war, wie etwa beim Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau im Jahr 1958. Als der Kalte Krieg am heißesten tobte gewann ausgerechnet der junge Amerikaner Van Cliburn den Preis, der zum ersten Mal überhaupt ausgeschrieben war. Selbstredend fragte die Jury die Staatsregierung vor der Preisvergabe. Cliburn wurde zuhause empfangen wie ein Feldherr nach gewonnener Schlacht.

Meistens gehen Wettbewerbe auf bedeutende Musiker zurück, wie etwa der Concours Reine Elisabeth in Brüssel, der eine Idee des Geigers Eugène Ysaye gewesen ist. Was allerdings nicht heißen muss, dass sie deswegen monothematisch abgehalten werden: im Wechsel wird der belgische Wettbewerb  für die Kategorien Violine, Klavier und Gesang ausgetragen.

Im Mittelpunkt steht die Prüfung, aber darüber hinaus ist ein jeder Wettbewerb auch ein Ort der Begegnung, junge Talente treffen auf die großen Meister ihres Fachs und auf ein mehr oder minder geneigtes Publikum. Und es kann dabei zu großen Überraschungen kommen, wie etwa im Jahr 1956 beim Busoni-Klavierwettbewerb in Bozen, als der 14jährige Maurizio Pollini für seinen Lehrer einsprang und im Rahmen des Kompositionswettbewerbs die ausgewählten Werke spielte - auswendig und höchst souverän. Dafür hat er zwar keinen Preis bekommen, er war ja nicht als Proband angetreten, sondern als Interpret der bewerteten Stücke, aber Lorbeeren hat er dennoch geerntet.

Er reussierte dann später unter anderem beim Concours de Geneve, der wie alle ganz großen Wettbewerbe eine lange Tradition hat und 1939 mit Arturo Benedetti Michelangeli seinen ersten Gewinner kürte.

Ob Eklat oder nicht, Sieg oder Niederlage, bei Musikwettbewerben schillert die Palette der Gefühle in allen Farben. Da liegen Freude und Enttäuschung nah beieinander und wer gestern noch mit Leidenschaft angetreten ist kann morgen schon völlig desillusioniert seine Wunden lecken. Jeder Musikwettbewerb hat seine ganz eigene Dynamik, abhängig vom Ort seiner Austragung, vom Instrumentarium und von der Frequenz.

Wir wollen uns in dieser Woche mal einige der bedeutendsten neben dem ARD-Musikwettbewerb anschauen, die wirklich dicken Dinger.

Musiktitel

Liste der gespielten Musiktitel mit Komponist oder Interpret
Uhrzeit Werk/Titel Komponist/Interpret
12:08 Fon-Fon Ernesto Nazareth (1863-1934) / Guinovart; SO de Barcelona; Foster
12:13 Floresta do Amazonas Heitor Villa-Lobos (1887-1959) / Villa-Lobos-Duo
12:18 Manchega. Étude de concert, op.38 (RO 143) Louis Moreau Gottschalk (1829-1869) / Thomas Fischer
12:22 Romanze C-Dur, op.48 Camille Saint-Saens (1835-1921) / Michael Erxleben; Neues Berliner KO
12:32 (005) MOZART aus: Rondo für Violine und Orchester C-Dur, KV 373 Wolfgang Amadeus Mozart / Kammerorchester des Symphonieorchesters
12:39 Aria sopra La Bergamasca Marco Uccellini (1603-1680) / Sonatori de la Gioiosa Marca Treviso
12:43 Arie des Leporello, 1. Akt aus: Don Giovanni, KV 527 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) / Christian Gerhaher; Freiburger Barockorchester; Goltz
12:50 Have you ever really loved a woman? Bryan Adams (1948-) / Aquarelle Guitar Quartet
12:54 3 Romanzen, op.22 Clara Schumann (1819-1896) / Hansjörg Schellenberger
13:04 And I love her John Lennon (1942-) / Diknu Schneeberger Trio featuring Bertl Mayer
13:09 Taking a chance on love Vernon Duke (1903-1969) / Ella Fitzgerald
13:12 Potpourri de danzas Juventino Rosas (1868-1894) / Münchner RO; Rueda
13:20 La cumparsita Gerardo Hernán Matos Rodriguez (1900-1948) / Le Concert Arban de Paris
13:25 Duett Escamilla - Don Jose, 3. Akt aus: Carmen Georges Bizet (1838-1875) / José Carreras; José van Dam; Berliner Philharmoniker; Karajan
13:31 El Relicario José Padilla (1889-1960) / Münchner RO; Dragon
13:35 Danza española, op. 37 Nr. 5 Enrique Granados (1867-1916) / Nicanor Zabaleta (Harfe)
13:41 3. Satz aus: Brandenburgisches Konzert Nr.3 G-Dur, BWV 1048 Johann Sebastian Bach (1685-1750) / Freiburger Barockorchester
13:46 3. Satz aus: Konzert Nr.2 B-Dur, op.19 Ludwig van Beethoven (1770-1827) / Ronald Brautigam; Norköpping SO; Parrott
13:52 Beethoven riffs on Ludwig van Beethoven (1770-1827) / Echoes Of Swing
13:53 Entre dos aguas Paco de Lucia (1948-); Torregrosa, José / Paco de Lucia

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