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Donnerstag, 26.01.2017

19:05 bis 20:00 Uhr

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Adolph Henselt | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Aus dem Studio Franken: KlassikPlus

Künstler im Gespräch, Reportagen aus der Musikwelt, Interessantes vor und hinter den Kulissen - immer donnerstags um 19.05 Uhr in KlassikPlus

Robert Schumann bezeichnete ihn nicht nur als "gewaltigen Clavierheros", sondern überhaupt als "Gott am Klavier". Und Franz Liszt soll erbleicht sein angesichts des gleichermaßen technisch vollendeten wie beseelten Vortrags von Adolph Henselt. Henselt war en vogue in der Pianistenszene des 19. Jahrhunderts. Angesichts solcher Superlative erscheint es zunächst merkwürdig, dass Henselt hierzulande nicht populärer ist. Der in Schwabach bei Nürnberg geborene Tastenvirtuose wuchs in München auf, später führten ihn seine Konzertreisen auch nach Sankt Petersburg. Hier engagierte ihn sogleich die Zarin höchstpersönlich als Hofpianisten. Henselt verlegte sich aber bald aufs Unterrichten und trat kaum mehr auf. Er litt unter einem fast schon krankhaften Lampenfieber. Als Lehrer dagegen gewann er einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die russische Klavierschule. Einen repräsentativen Querschnitt der Kompositionen Henselts hat der Pianist Daniel Grimwood in Zusammenarbeit mit der Internationalen Adolph-Henselt-Gesellschaft und der Stadt Schwabach aufgenommen. Detlef Krenge spricht mit dem Henselt-Spezialisten über Virtuosenkult und Übewahn in alten wie in neuen Zeiten sowie Henselts Bestreben, den Klavierklang in seiner ganzen Bandbreite und Resonanzreichtum zu erschließen.

Adolph Henselt
Tastengott mit Auftrittsangst
Detlef Krenge im Gespräch mit dem Pianisten Daniel Grimwood

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