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Dienstag, 07.03.2017

20:03 bis 21:30 Uhr

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Kirill Petrenko | Bildquelle: Wilfried Hösl

Bildquelle: Wilfried Hösl

Surround Konzertabend

Akademiekonzert des Bayerischen Staatsorchesters

Immer wenn der Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, gerade 45 geworden, am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht, darf man Außergewöhnliches erwarten. Überdies gilt dem künftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker natürlich besonderes Interesse. Für das vierte Akademiekonzert der laufenden Saison hatte sich Petrenko, der aus dem sibirischen Omsk stammt, ein rein russisches Programm vorgenommen. Beziehungsreich kombinierte er Werke der Freunde Sergej Rachmaninow und Nikolaj Medtner: Während der eine zu Weltruhm gelangte, blieb der andere - zumindest hierzulande - ein Geheimtipp. Einer, der sich seit langem für das vernachlässigte Klavierwerk von Medtner stark macht, ist der frankokanadische Tastenvirtuose Marc-André Hamelin. Er war der Solist im zweiten Klavierkonzert des russischen Spätromantikers von 1926/27, das er Rachmaninow widmete. Ein dynamisches Stück voller Energie, Brillanz und Poesie, das Hamelin zu federnder Rhythmik und lyrischer Emphase animierte. Gegenüber Medtners Formstrenge kultivierte Rachmaninow einen Zug zum Extrovertierten und Mondänen, der ihm zu seiner ungeheuren Popularität verhalf. Mit seinen "Symphonischen Tänzen" von 1940, die er selbst für sein bestes Werk hielt, verabschiedete sich Rachmaninow als Komponist und zog darin einen Art Lebensbilanz. Zwischen Walzer-Nostalgie und heroischem Todeskampf entwickelt dieser melancholische Abgesang einen unwiderstehlichen Sog.

Leitung: Kirill Petrenko
Solist: Marc-André Hamelin, Klavier
Alexander Skrjabin: "Rêverie"; Nikolaj Medtner: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll; Sergej Rachmaninow: Symphonische Tänze, op. 45
Aufnahme vom 20. Februar 2017 im Münchner Nationaltheater

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