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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

Themen & Gäste KlickKlack am 10.07.2017

Diesmal begrüßt Sie Martin Grubinger aus München. In der Philharmonie im Gasteig präsentierte der Schlagzeuger sein neues Programm "The Century of Percussion". Wie schon bei der Premiere in Wien wurden Martin Grubinger und das Percussive Planet Ensemble mit Standing Ovations gefeiert. Mit dabei im Musikmagazin sind das norwegische Bläserensemble "The Ten Thing", der junge Schlagzeuger Christoph Sietzen und das Duo Asja Valcic und Klaus Paier.

Martin Grubinger | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

Fernsehmagazin KlickKlack am 10.07.2017

Mit Martin Grubinger aus München

Tine Ting Helseth

Tine Thing Helseth | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Vielleicht erinnern Sie sich an Tine Thing Helseth. Sie war vor ungefähr einem Jahr Gast in KlickKlack. Jetzt ist die norwegische Trompeterin mit ihrem Ensemble, mit dem sie auch schon bei den BBC Proms aufgetreten ist, auf Deutschland-Tournee. Das besondere: "The Ten Thing" besteht aus zehn Bläserinnen. In KlickKlack erzählen die Musikerinnen, die sich teilweise vom Studium kennen, wie sie zu ihrem Blasinstrument gekommen sind und wie "The Ten Thing" entstanden ist - nicht als politisches Statement sondern aus Spaß.

Wenn du dich wohl fühlst, fängst du an, musikalische Risiken einzugehen, und dann fängt es an aufregend zu sein.
(Tine Thing Helseth)

2007 spielte das Bläserensemble zum ersten Mal zusammen. Absolutes Vertrauen ist eine wunderbare Basis für das gemeinsame Musizieren. Es schafft eine Komfortzone, in der Musik auf allerhöchstem Niveau entsteht. Ihr Programm präsentiert "The Ten Thing" mit einer großen Portion Humor. Vielleicht haben Sie schon bald die Möglichkeit, die Truppe live im Konzert zu erleben.

  • 26.7.: Witzenhausen
  • 28.7.: Frankenberg
  • 30.7.: Burghausen
  • 31.7.: Saanen (Schweiz)

Christoph Sietzen

Christoph Sietzen | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Martin Grubinger kennt Christoph Sietzen schon sehr lange, denn bereits als kleiner Bub hatte Christoph bei Martins Vater Schlagzeug-Unterricht. Martin "The Chief" Grubinger führte Christoph Sietzen, der im Kindergarten Xylophon gespielt hatte, an das Marimba heran. Damals brauchte er noch ein Podest, um an das Instrument heranzukommen. Noch heute ist das Marimbaphon für Christoph Sietzen etwas ganz besonderes. Weil er Bach liebt und der nichts für sein Lieblingsinstrument geschrieben hat, hat Christoph Sietzen einige Stücke für das Marimba bearbeitet. Dabei war ihm wichtig, dass er nicht Bachs Komposition an sein Instrument anpasst, sondern dass er mit dem Marimba der Musik Bachs gerecht wird.

Ich versuche, mir selber zuzuhören. Wenn ich das schaffe, bin ich auf einem guten Weg.
(Christoph Sietzen)

KlickKlack traf den Schlagzeuger, der 2014 Preisträger beim ARD-Musikwettbewerb war, im Schloss Steyregg bei Linz. Hier genießt er das Privileg, Tag und Nacht Schlagzeug spielen zu können. Für uns spielte Christoph Sietzen einige Stücke von seinem neuen Album "Attraction", das bei GENUIN erschienen ist, unter anderem Werke von Iannis Xenakis und John Psathas. 

Asja Valcic & Klaus Paier

Asja Valcic und Klaus Paier | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Asja Valcic ist eine großartige Cellistin. Sie hat schon mit Dirigenten wie Zubin Mehta CDs aufgenommen. Heute spielt sie zusammen mit dem Akkordeonisten Klaus Paier eine Mischung aus Jazz, Tango und Folklore. Und das kam so: Asja Valcic hörte Klaus Paier in einem Konzert in einem kleinen Jazzclub. Sie war so begeistert, dass sie mit sämtlichen CDs unterm Arm nach Hause ging und dort heimlich zu der Musik tanzte. Einige Jahre später sprang die Cellistin in einem Quartett ein, und Sie ahnen sicherlich, wer auch in diesem Quartett spielte und wie die Geschichte weiterging.

Mir geht es darum, in Melodien Emotionen zu vermitteln.
(Klaus Paier)

KlickKlack traf das Duo im Münchner Jazzclub Unterfahrt. Hier spielten Asja Valcic und Klaus Paier auch Musik von ihrem Album "Timeless Suite", unter anderem eine Bearbeitung von Strawinskys Ballettmusik "Pulcinella".

rosalie

rosalie (Gudrun Müller) | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Mit ihren Bühnenbildern und Lichtinstallationen hat uns rosalie immer wieder zum Staunen gebracht. Bei ihr beleuchtete Licht nicht ein Objekt. Es war lebendig, hatte ein eigenes Herz, einen eigenen Puls und eine eigene Bewegung. Viel zu früh, mit 64 Jahren, starb rosalie am 12. Juni in Stuttgart. KlickKlack-Redakteur Alexander Hellbrügge war nicht nur 1994 dabei, als rosalie in Bayreuth das Bühnenbild für Alfred Kirchners Ring-Inszenierung entwarf,- ihn verband mit der Künstlerin auch eine ganz besondere Freundschaft. Und deswegen war es für ihn natürlich nicht leicht, für KlickKlack einen Nachruf zu gestalten.

Schönheit und etwas Schreckliches hängen immer sehr nah zusammen.
(rosalie)

Ein Nachruf von Alexander Hellbrügge

Wenn ich an rosalie denke, denke ich nicht nur an ihre großartigen Licht und Klanginstallationen Weltenschöpfer, sondern vor allem an einen wunderbaren Menschen. Eigentlich hieß sie Gudrun Müller, stammte aus einem Dorf bei Stuttgart. Sie studierte Kunst, Grafik und Bühnenbild und entdeckte bald, was man mit Licht machen kann. Kennengelernt habe ich sie 1994 in Bayreuth, als sie mit Alfred Kirchner in Bayreuth den Ring inszenierte. Schon damals spielte sie mit Licht, ließ die Walküren mit aberwitzigen Kostümen durch die Bühne fliegen und blitzen. Aber fasziniert war ich von ihrem Feuerzauber am Ende der Walküre. Meine persönlichste Erinnerung ist aber ein Essen vor dem Festspielhaus. Denn als Wolfgang Wagner meinte, dass Kameraleute in der Kantine des Festspielhauses nichts verloren hätten, nahm sie kurzerhand ein riesiges Tablett, ging in die Kantine und deckte vor dem Festspielhaus für das gesamte Team ein großes Menü auf. Wie ich schon vermutet hatte, rettete rosalie diesen Ring mit großartigen Bildern und überraschenden Ideen.

Bei rosalie war nichts einfach nur Dekoration oder Show. Alles hatte einen tiefen Gedanken. Und das Produkt entstand immer nach einer langen Beschäftigung mit den Inhalten. Technik und Computer waren für sie nur Mittel zum Zweck, ihre fantastischen Ideen sichtbar zu machen und Lichtinstallationen in die Welt zu setzen wie man sie zuvor noch nicht gesehen hatte. Wir sagen Danke und nehmen Abschied von einer großen Künstlerin.

Ich war damals noch ein junger unerfahrener Redakteur, aber fasziniert von ihrem Lichtzauber im letzten Akt des Ringes. Später durfte ich sie noch oft treffen und viele ihrer wunderbaren Installationen rezensieren und Filme darüber machen, den letzten vor drei Jahren in Leipzig. Dort inszenierte sie mit einfach fantastischen Bildern eine große Weltenschöpfer-Schau. Ich wusste nicht, dass sie damals schon krank war, darüber hätte sie nie mit mir gesprochen. Oft rief sie mich an und erzählte mir voller Begeisterung von ihren neusten Projekten. Und jedes Mal war ich wieder überrascht, wie ein Mensch so viel Kreativität in sich haben kann, so viel sprühende Lebensfreude und mit wie viel Energie sie alle ihre unglaublich fantastischen Ideen umsetzen konnte.

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