BR-KLASSIK

Inhalt

KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

Themen & Gäste KlickKlack am 31.07.2017

KlickKlack kommt diesmal aus München. Am Rande der Proben zu Klassik am Odeonsplatz nimmt sich Martin Grubinger Zeit für einen besonderen Stadtspaziergang und begrüßt Musiker in der Sendung, die unkonventionell mit Klassik umgehen und dadurch etwas Neues schaffen: die Gruppe "Symphoniacs" und den Dirigenten Omer Meir Wellber.

Odeonsplatz in München | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

KlickKlack vom 31.07.2017

Musikmagazin mit Martin Grubinger

Symphoniacs

KlickKlack präsentiert wieder einmal Musik, die sich in keine Schublade stecken lässt und trifft die Jungs von "Symphoniacs". Mastermind des Projekts ist der in Berlin lebende Produzent und Komponist Andy Leomar.

Andy Leomar | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Zusammen mit Colin Stokes, Johannes Fleischmann und Christian Kim mischt er elektronische Beats, Funk, Rock, Soul und klassische Musik. Statt klassische Musik, die vor Jahrhunderten geschrieben wurde, zu interpretieren, benutzen die Musiker die Melodien als Material und bringen den Remix-Gedanken live auf die Bühne. Die Soli wechseln alle paar Takte. Statt wie in der Kammermusik Freiheiten auszukosten, müssen sich die Musiker darauf konzentrieren, extrem präzise zu den Click-Tracks zu spielen. So werden Vivaldi und Bach tanzbar und von den Fans in großen Konzerthallen enthusiastisch gefeiert. Übrigens, im November haben Sie die Gelegenheit, die "Symphoniacs" live zu erleben.

  • 25.11.: Dresden
  • 26.11.: Nürnberg
  • 27.11.: Hannover
  • 28.11.: Hamburg

Omer Meir Wellber

Omer Meir Wellber gilt gegenwärtig als einer der talentiertesten Dirigenten seiner Generation. Er stand schon bei renommierten Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Bayerischen Staatsorchester am Pult.

Niemand gibt dir die Freiheit. Du musst sie dir nehmen und etwas daraus machen. Sonst kannst du gleich im Museum bleiben.
(Omer Meir Wellber)

Omer Meir Welber, Dirigent | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Mit seinen Interpretationen geht der israelische Dirigent Risiken ein. Und er lädt das Publikum ein, dieses Risiko zu teilen statt Musik museal zu bewahren, zum Beispiel beim Besuch in der Dresdner Semperoper. Omer Meir Wellber ist übrigens auch ein fantastischer Pianist. Am Klavier kann er wirklich alles spielen. Und manchmal spielt er gerne Akkordeon. Auch auf diesem Instrument schließt der Musiker kein Genre aus und spielt alles - von Klassik über Tango bis hin zu Michael Jackson. Und der Dirigent findet immer Wege, mit Melodien aus anderen Stücken einer Oper einen ganz neuen Twist zu geben.

In "Le nozze di Figaro" spielte der Dirigent zum Beispiel "La vie en rose" von Edith Piaf auf dem Akkordeon und verwandelte die Melodie, die er in die Rezitative einwarf, in ein Leitmotiv. Und das funktionierte wunderbar! In KlickKlack zeigt Omer Meir Wellber am Flügel, wie die Komposition Mozarts dazu einlädt, zu improvisieren und durch technische Finessen Hörgewohnheiten zu durchbrechen. Sie haben Lust bekommen, Mozart neu zu entdecken? Dann haben wir eine Lese-Empfehlung für Sie. In dem Buch "Die Angst, das Risiko und die Liebe", das Omer Meir Wellber zusammen mit Inge Kloepfer geschrieben hat, erzählt der Dirigent am Beispiel von drei Opern, wie Mozart und der Dichter Lorenzo Da Ponte der Operngeschichte eine neue Wendung gaben.

Martin Grubinger

Klassik am Odeonsplatz ist ein Highlight im Klassik-Kalender und lockt jedes Jahr Tausende Zuhörer auf den Odeonsplatz, um klassische Musik und die besondere Atmosphäre zu genießen. Dieses Jahr spielte Martin Grubinger mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Manfred Honeck an einem Abend drei Schlagzeug-Konzerte. Das Konzert wurde live im BR Fernsehen übertragen.

Odeonsplatz in München | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Und so freute sich Martin Grubinger, dass er gleich drei Werke lebender Komponisten vor einem extra großen Publikum präsentieren konnte. Von Tan Duns Konzert "The Tears of Nature" spielte der Percussionist den Ersten Satz. Mit John Coriglianos "Conjurer" zauberten Martin Grubinger und das BR Symphonieorchester wunderschöne Klänge und Farben auf den Odeonsplatz. Und dann folgten der 2. und 3. Satz des Konzerts für Schlagzeug und Orchester von Bruno Hartl, dem ehemaligen Solopauker der Wiener Philharmoniker, der das Werk vor zehn Jahren für Martin Grubinger geschrieben hat.

Odeon in München | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Am Rande der Proben fand Martin Grubinger Zeit, sich in der Gegend um den Odeonsplatz umzuschauen. Zusammen mit KlickKlack-Redakteur Alexander Hellbrügge besuchte der Schlagzeuger den legendären Konzertsaal "Odeon", dem der Odeonsplatz seinen Namen zu verdanken hat. Heute liegt der Konzertsaal, in dem einst Richard Strauss große Werke uraufführte und Maurice Ravel oder Clara Schumann auftraten, im Bayerischen Innenministerium. Mit einer Sondergenehmigung testete Martin Grubinger hier die fantastische Akustik. Ein weiterer Stopp beim Stadtspaziergang war ein Geschäft mit Artikeln für Fans des FC Bayern. Hier besorgte Martin Grubinger für seinen Sohn das neue Auswärtstrikot. Martin Grubinger selbst hat bereits 50 Stück, und ein wirklich großer Traum von ihm wäre, vor einem Spiel in der Allianz Arena für seine Mannschaft und ihre Fans zu spielen.

Martin Grubinger | Bildquelle: BR Bildquelle: BR Und dann gab es bei Klassik am Odeonsplatz noch ein kleines aber feines Highlight, das sich der Dirigent Manfred Honeck von Martin Grubinger gewünscht hatte, um das Publikum beschwingt in die Sommernacht zu entlassen: "The Typewriter" von Leroy Anderson. Zunächst war Martin Grubinger skeptisch. Doch dann schaute er Videos auf YouTube, war begeistert und verabschiedete sich ins Typewriter-Bootcamp. Ausgestattet mit mehreren Schreibmaschinen aus dem BR-Fundus und einer Glocke vom Empfang des Hotels "Bayerischer Hof" arbeitete der Percussionist am perfekten Sound. Am Ende machte das Modell "Olympia Monika" das Rennen, und das Münchner Publikum war begeistert, nicht nur von der humorvollen Zugabe.

    AV-Player