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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 10. März 2021 Mit Martin Grubinger in Salzburg

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer wieder im Lockdown aus dem Mozarteum in Salzburg. Seine Gäste in der Sendung sind: der Filmkomponist und Oscar-Preisträger Alexandre Desplat, der bayerische Jazzmusiker Jan Eschke und sein Akkordeonpartner Rainer Gruber und der Klangkünstler Stefan Winter, der Beethovens Musik in eine Istallation verwandelt hat.

KlickKlack-Moderator und Perkussionist Martin Grubinger im Mozarteum in Salzburg. | Bildquelle: BR

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Der Filmkomponist und Oscar-Gewinner Alexandre Desplat

Er ist der Sohn einer Griechin und eines Franzosen, studierte unter anderem am Pariser Conservatoire und bei Iannis Xenakis und setzte sich intensiv mit Jazz und Filmmusik auseinander: Alexandre Desplat. Seine Liste an Filmmusiken ist sehr lang – im Durchschnitt schreibt er vier bis fünf Scores pro Jahr. Dabei schafft er es, trotz der vielen Aufträge und strengen Zeitplänen Hollywoods, sich seinen eigenen Stil zu bewahren. Der internationale Durchbruch gelang ihm 2003 mit der Musik zum Film "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" mit Scarlett Johannson und Colin Firth in den Hauptrollen. Seitdem reiht sich ein Erfolg an den anderen, von Stephen Frears "The Queen", über David Finchers "Der seltsame Fall des Benjamin Button" bis hin zu den letzten beiden "Harry Potter"-Verfilmungen.

Je länger ich arbeite, umso mehr versuche ich, nicht meine Musik auf den Film zu legen, sondern Teil des Films zu werden.
Alexandre Desplat

Filmkomponist und Oscarpreisträger Alexandre Desplat. | Bildquelle: BR Alexandre Desplat | Bildquelle: BR

In den vergangenen Jahren war Alexandre Desplat regelmäßiger Gast bei den wichtigsten Preisverleihungen in Hollywood. Sieben Mal war er für seine Filmmusiken bei den Golden Globes nominiert, zweimal hat er schon gewonnen. Ebenfalls sieben Nominierungen gab es bei den Acadamy Awards. 2015 bekam Desplat den Filmmusik-Oscar für den Soundtrack zu "The Grand Budapest Hotel", drei Jahre später folgte dann sein zweiter Oscar-Gewinn für "The Shape of Water" von Regisseur Guillermo Del Toro. In diesem Fantasy-Streifen spielt die Musik eine zentrale Rolle. Die stumme Reinigungskraft Elisa arbeitet in einem Hochsicherheitslabor der US-Regierung und trifft dort auf ein mysteriöses Wasserwesen, einen Amphibien-Mann, der im Amazonas gefangen wurde. Nach anfänglicher Abscheu fühlt sich Elisa zunehmend zu dem Amphibien-Mann hingezogen, bringt ihm die Zeichensprache bei und spielt ihm Jazzmusik vor. Alexandre Desplat sagt, er habe Elisa mit der Musik eine Stimme geben wollen, mit der sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen kann.

Jan Eschke und Rainer Gruber: neues Projekt "Paseo"

"Spaziergang" – das heißt "Paseo" aus dem Spanischen übersetzt. Die beiden Musiker Jan Eschke und Rainer Gruber spazieren mit Klavier und Akkordeon federleicht zwischen den einzelnen Musikstilen. Mal genießen sie dabei die Ruhe eines skandinavischen Walzers – und dann lassen die beiden mit ihren Instrumenten das unbändige Temperament eines argentinischen Tangos explodieren. In "Pareo" hört man bekannte Klänge aus Filmen zwischen Nord- und Südpol, aber auch eigene Werke mischen sich mit ein. Beim Zuhören entstehen unweigerlich Bilder im Kopf – und schon findet man sich auf einer Reise nach Andalusien, Buenos Aires – oder auf einem Kurztrip zum Staffelsee oder an die Isar wieder.

Ich folge ihm, ich lasse mich inspirieren, ich fliege einfach mit.
Jan Eschke über das Musizieren mit seinem Duopartner Rainer Gruber

Rainer Gruber und Jan Eschke. | Bildquelle: BR Rainer Gruber und Jan Eschke | Bildquelle: BR

Jan Eschke ist ein etablierter Musiker in der Jazzszene, er unterrichtet am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg und macht auch bei Martin Grubingers Percussive Planet Ensemble mit. Rainer Gruber hat im Laufe seiner musikalischen Laufbahn einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt, der sich durch die Verbindung der europäischen Klangmöglichkeiten des Akkordeons mit Elementen aus der Klassik auszeichnet. Dafür wurde er auch schon mit dem Bayerischen Kulturpreis geehrt. Für Jan und Rainer ist das Duospiel eine der schönsten und intensivsten Formen des Musizierens. Gefühl, Leidenschaft und Virtuosität ließen sich dabei am besten ausleben, meinen die zwei. Und als die beiden zum ersten Mal miteinander musizierten, wussten sie sofort: Es harmoniert perfekt. Oder, wie Rainer sagt: "Das geht sich aus!"

Stefan Winters audiovisuelles Werk "Ode an die Natur"

Aki Tsujita in einem Ausschnitt aus der Video- und Klanginstallation "The Ninth Wave – Ode to Nature" von Stefan Winter. | Bildquelle: BR Videoinstallation zu "Ode an die Natur" | Bildquelle: BR

Eine Komposition aus Lärm, mystischen Klängen, Live-Musik und experimentellen Bildern: "Ode an die Natur" erzählt eine Geschichte über die Schönheit der Natur und die Tragödie der Menschheit. Die Musikauswahl für das Gesamtkunstwerk vom Klangkünstler Stefan Winter ist zusammen mit dem japanischen Komponisten Fumio Yasuda entstanden. Schlüsselwerke sind unter anderem Beethovens Streichquartett Nr. 14 und die "Ode an die Freude" – als Ausdruck für Freiheit, Frieden und Solidarität. Der Ursprung des Projekts geht zurück auf das Jahr 2013: als eines der ersten große Schiffe mit Flüchtlingen vor Lampedusa untergegangen ist, erzählt Stefan Winter. "Mir kam dann sofort Beethovens Neunte in den Sinn: 'Ode an die Freude' als Europa-Hymne. Und die wird mit diesem Verhalten von Europa mit Füßen getreten."

Es geht um den Krieg: Mensch gegen Natur und Mensch gegen Mensch.
Stefan Winter über Ode an die Natur

In Bildern und Tönen erzählt Stefan Winter eindrucksvoll von den Urkräften der Natur, von vollkommenem Glück, Tränen, vom Floß mit verlorenen Menschen auf offener See und vom Fall des blauen Planeten. Im Dezember, mitten im Lockdown, wurde das audiovisuelle Werk live aus dem Kulturzentrum Schwere Reiter in München gestreamt. KlickKlack war für Sie mit dabei.

Sendung: "KlickKlack" in der Nacht vom 9. auf den 10. März 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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