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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 23. Februar 2022 Mit Martin Grubinger in Bonn

Martin Grubinger begrüßt seine Zuschauer*innen aus Bonn. Hier spielte er mit dem Beethoven Orchester zwei Schlagzeugkonzerte. Seine Gäste in der Sendung sind: der Startenor Rolando Villazon, der seinen 50. Geburtstag feiert, die Bassistin Kinga Glyk und der Dirigent Dirk Kaftan.

Multi-Perkussionist Martin Grubinger während der Aufzeichnung der KlickKlack-Moderation. | Bildquelle: BR

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Rolando Villazón zum 50. Geburtstag

"Wenn dir das Leben Zitronen gibt, frage nach Tequila und Salz", so lautet das Lebensmotto des mexikanischen Startenors Rolando Villazón. Seine fantastische Stimme, sein schauspielerisches Talent und nicht zuletzt sein Humor und sein unübersehbares Charisma haben Rolando Villazón zu einem der gefeiertsten und beliebtesten Stars der Musikwelt gemacht.

Der charmanteste der heutigen Divos.
The Times über Rolando Villazón

Rolando Villazón als Alfredo bei der Probe zu „La Traviata“ in Salzburg 2005. | Bildquelle: BR Rolando Villazon | Bildquelle: BR Entdeckt wurde Villazón schon als kleiner Junge. Als er unter der Dusche ein Lied sang, war gerade der Direktor einer Schule für Darstellende Künste bei den Nachbarn zu Besuch. Er hörte Rolando durch die Wand, klopfte an der Wohnungstür und fragte die Mutter, wer denn da singe. Die Mutter wollte sich schon entschuldigen, doch der Direktor lud das Kind zum Vorsingen ein. 1999 gewann Villazón dann mehrere wichtige Preise bei Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb und gehörte über Nacht zur internationalen Musikszene.
Seitdem ist einiges passiert: Neben seiner Bühnenkarriere ist Rolando Villazón inzwischen auch erfolgreich als Opernregisseur, er ist künstlerischer Direktor der alljährlichen Mozartwoche in Salzburg, hat drei Romane veröffentlicht, war vier Jahre lang Ko-Moderator bei der Verleihung der ECHO Klassik-Preise und moderiert leidenschaftlich die Sendung "Stars von Morgen" auf ARTE.

KlickKlack durfte den quirligen Tausendsassa immer wieder über die Jahre bei seinen Projekten begleiten. Zu seinem Jubiläum zeigen wir verschiedene Stationen seiner Karriere – unter anderem seine Auftritte mit dem Dirigenten Daniel Barenboim oder die Arbeit zur legendären Inszenierung von "La Traviata" in Salzburg mit Rolando Villazón als Alfredo. An seiner Seite: eine seiner liebsten Kolleginnen – die Starsopranistin Anna Netrebko.

Kinga Glyk - Jazzbassistin und YouTube-Star

Die 20-jährige Kinga Glyk sitzt unter einer Dachschräge, sie trägt schwarze unauffällige Kleidung, auf dem Kopf: ein lässiger Hut. Sie spielt Eric Claptons "Tears in Heaven" – in einer Jazzbass-Version. Ihre Augen sind geschlossen, die Finger gleiten schnell und mühelos über die Saiten, hier und da huscht ein leises Lächeln über ihre Lippen - wenn eine Stelle besonders gut gelingt.

Bassistin Kinga Głyk. | Bildquelle: BR Kinga Glyk | Bildquelle: BR Dieses YouTube-Video hat über 22 Millionen Klicks erreicht – in nur ein paar Tagen. Dabei wollte Kinga eigentlich keinen YouTube-Hit landen: "Ich mag einfach diese Melodie sehr gerne, sie ist wunderschön", sagt sie und wirkt immer noch ein bisschen baff über diesen Hype, den ihr "Tears in Heaven" in der Netzcommunity ausgelöst hat. Dieser Erfolg ist tatsächlich überraschend, denn während im Popmusikbereich solche hohen Klickzahlen zur Tagesordnung gehören, rangiert der Stilbereich Jazz, Blues und Funk, in dem die polnische Bassistin sich bewegt, bei der YouTube-Generation eher im hinteren Bereich.

Der Bass ist mein bester Freund.
Kinga Glyk

Über den Status eines "Youtube-Stars" ist Kinga Glyk inzwischen hinausgewachsen. Als Frontfrau einer Jazzband wird sie in ihrem Heimatland Polen groß gefeiert, sie hat fünf Alben veröffentlicht, die Presse betitelte sie als "die große Hoffnung des europäischen Jazz". Für große Worte hat Kinga Glyk allerdings wenig übrig. Sie will einfach nur ihre Bass-Leidenschaft immer weiter in die Welt tragen und möglichst viele Menschen mit ihrer Musik erreichen: "Ich spiele lieber, als dass ich rede“, sagt sie. "Mein Instrument hilft mir dabei, meine Gefühle auszudrücken.

Martin Grubinger spielt in Bonn mit Dirigent Dirk Kaftan

Dirk Kaftan (links), Generalmusikdirektor der Stadt Bonn und des Beethoven Orchester Bonn, im Gespräch mit KlickKlack-Moderator und Multi-Perkussionist Martin Grubinger. | Bildquelle: BR Dirk Kaftan und Martin Grubinger | Bildquelle: BR Im Bonner Opernhaus gab Martin Grubinger zusammen mit dem Beethoven Orchester Bonn im Februar ein Konzert – und KlickKlack durfte ihn dabei begleiten. Am Pult stand der Generalmusikdirektor Dirk Kaftan. Kaftan ist in Marburg geboren und in der Eiffel und Kanada aufgewachsen. Sein Studium absolvierte er in Detmold. Von 2009 bis 2014 übernahm er den Posten des Generalmusikdirektors am Theater Augsburg und später die gleiche Funktion an der Oper Graz. Seit fünf Jahren ist Dirk Kaftan Chef des Beethoven Orchester Bonn und der Bonner Oper.

Dass man den Dialog zu den Kulturen des Orients aufrechterhält – das ist eine echte Mission.
Dirk Kaftan über Fazil Says Schlagzeugkonzert Op. 77

Auf dem Programm des Konzerts mit Martin Grubinger standen "Speaking Drums" von Peter Eötvös und ein ziemlich neues Werk: das Konzert für Schlagzeug und Orchester Op. 77 von Fazil Say, das der Komponist Martin Grubinger persönlich gewidmet hat. Bevor es losging am Abend blieb noch etwas Zeit, um mit dem Dirigenten über dieses besondere Stück zu sprechen. Der Komponist Fazil Say schöpft nämlich in seinem Konzert alle klanglichen Möglichkeiten der Schlagwerk-Welt aus. Der langsame Satz ist farbenreich, hier dominieren schöne, biegsame Melodien. "Da löst sich die Zeit auf", beschreibt Dirk Kaftan. Und im letzten Satz explodiert dann die Bühne in einem wilden Istanbul-Tanz mit seinem verrückten 9/8-Groove.

Sendung: "KlickKlack" am 23. Februar 2022 um 00:00 Uhr im BR Fernsehen

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