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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 15. Dezember 2020 Mit Martin Grubinger

Zur letzten KlickKlack Ausgabe im Corona-Jahr begrüßt Martin Grubinger die Zuschauerinnen und Zuschauer vom Mondsee in Österreich. Seine Gäste in der Sendung sind: der Sänger des Jahres 2020 Daniel Behle und der Pianist des Jahres Víkingur Ólafsson.

KlickKlack-Moderator Martin Grubinger am Mondsee in Österreich. | Bildquelle: BR

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Der Pianist Víkingur Ólafsson

"An Bach kommt niemand vorbei. Er ist ein unübertrefflicher Lehrer für jeden Musiker – ob Komponist oder Interpret", sagt der isländische Pianist Víkingur Ólafsson über den Altmeister Johann Sebastian Bach. Eine eigene, "richtige" Interpretation von Bach zu finden, ist für jeden Pianisten eine Herausforderung: Die einen jonglieren mit den Tempi, nutzen Pedal und Klangeigenschaften des modernen Flügels, die anderen versuchen den historischen Klang zu reproduzieren. "Wenn jemand meint, die Lösung mit Bach gefunden zu haben, dann liegt er ziemlich sicher falsch", sagt Ólafsson. Für ihn liegt die Lösung immer irgendwo dazwischen. Es ist ein ewiges Suchen und Lernen, Finden, Reflektieren, erneutes Suchen.

Bach ist einer der größten Poeten schlechthin.
Víkingur Ólafsson

"Pianist des Jahres", der Isländer Vikingur Olafsson. | Bildquelle: BR Víkingur Ólafsson | Bildquelle: BR

Ólafssons Bach spricht geradezu – gestochen artikuliert und dennoch voller Sinnlichkeit und Ausdruck. Man hat das Gefühl, Ólafsson legt einem die Seele Bachs so pur wie kein anderer zu Füßen.  "Wenn ich Bach spiele, spüre ich eine unglaubliche Menschlichkeit und ich fühle mich klein und gleichzeitig auch groß." Víkingur Ólafsson wurde in Reykjavík geboren und in New York ausgebildet. In seinem Heimatland Island gilt er als Motor der jungen klassischen Musikszene, die er mit leidenschaftlicher Musikalität und intellektueller Neugier voranbringt. Dafür wurde er mit sämtlichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Zwei Klassiksendungen für Islands Fernsehen hat er erfunden und das Midsummer-Night-Festival in Reykjavík gegründet. Schon viermal trug er den Titel "Musiker des Jahres". Und auch auf dem internationalen Parkett ist Víkingur Ólafsson längst kein unbekannter mehr. Bei Gramophone Awards wurde er 2019 als "Künstler des Jahres" ausgezeichnet.

Der Tenor Daniel Behle

Eine Karriere als Sänger war für Daniel lange gar kein Thema. Mit seiner Mutter, der gefeierten Mezzosopranistin Renate Behle, war er natürlich viel unterwegs und hat sie auf vielen großen Bühnen gesehen. Selbst hat er erst Posaune und Komposition studiert, war aber nie hundertprozentig damit zufrieden. Als Daniel mit 22 ernsthaft mit dem Singen begonnen hat, unterstützt von seiner Mutter und dem Tenor James Wagner, war das Echo schnell sehr positiv und die Fortschritte enorm. Erst dann habe er verstanden, worum es beim Singen eigentlich geht, sagt er. Seitdem liegt seine Posaune auf dem Dachboden und die Transformation vom Instrumentalisten zum Sänger ist endgültig vollzogen.

Die Vielseitigkeit hilft mir, dass die Stimme interessant bleibt.
Daniel Behle

„Sänger des Jahres“ Daniel Behle zuhause am Flügel während des KlickKlack-Interviews. | Bildquelle: BR Daniel Behle | Bildquelle: BR

2017 gab Daniel Behle sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Lehrbube David in Wagners "Meistersingern". „Behle zieht alle Register seiner Kunst" (FAZ), "Jeder Ton ist dabei eine kunstvoll gedrechselte Offenbarung" (SZ) oder einfach: "Überragend" (AZ München) – so schreiben die Kritiker über seinen Auftritt. In Konzert, Lied und Oper ist Daniel Behle gleichermaßen erfolgreich. Doch das reicht dem Multitalent nicht aus: Mit seiner Band macht er nebenbei noch 80er Jahre-Synthiesound, seiner Heimatstadt Hamburg widmet Behle eine akustische Hommage, inklusive einer FC-St.-Pauli-Hymne, zu Weihnachten bringt er ein humoriges Album im Geiste Fritz Kreislers heraus. Dieses Jahr hat Daniel mit Unterstützung des Schriftstellers Alain Claude Sulzer eine zweieinhalbstündige Operette kreiert mit dem Titel "Hopfen und Malz". Und die KlickKlack-Zuschauer dürfen exklusiv Ausschnitte aus diesem ganz neuen Werk, vom Komponisten höchstpersönlich vorgetragen, jetzt schon hören.

Martin Grubingers Highlight aus 2020

Zum Schluss der Sendung lassen wir noch einmal Martin Grubingers persönliches Highlight aus diesem besonderen Corona-Jahr Revue passieren: sein Auftritt bei den Salzburger Festspielen zusammen mit seinen Mozarteum-Studenten mit Steve Reichs "Drumming".

Sendung: "KlickKlack" am 15. Dezember 2020 um 23:45 Uhr im BR Fernsehen

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