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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 6. Oktober 2021 Mit Martin Grubinger in Salzburg

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer diesmal aus Salzburg und nimmt uns mit in seinen Unterricht am Mozarteum. Zu Gast in der Sendung sind die furiosen Schwestern Camille und Julie Berthollet aus Frankreich. Außerdem: die mehrfache Olympiasiegerin im Bahnradsport Miriam Welte und die Dirigentin Marie Jacquot, die zusammen einen neuen Podcast für BR-KLASSIK gestalten.

Martin Grubinger | Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2021

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2021

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Camille & Julie Berthollet

Fast fünf Millionen Menschen sahen gebannt zu als die 15-jährige Camille Berthollet die französische TV-Casting-Show "Prodiges" gewann. Camilles Schwester Julie hat bei dem Auftritt damals aus dem Publikum mitgefiebert. Seitdem haben die beiden Schwestern zusammen eine beispiellose Musikkarriere aufs Parkett gelegt und begeistern inzwischen nicht nur Fans, sondern auch die strengsten Musikkritiker. Ihr gemeinsames Debütalbum "Camille & Julie Berthollet" stürmte die Charts in Frankreich und errang in kürzester Zeit einen Gold-Status.

Wir haben schon früh angefangen, verschiedene Instrumente zu spielen, so ist es ganz normal für uns. Und auf der Bühne wechseln wir sowieso dauernd die Instrumente.
Camille und Julie Berthollet

Die Schwestern Julie und Camille Berthollet (rechts) spielen. | Bildquelle: BR Julie und Camille Berthollet | Bildquelle: BR

Neben ihrer natürlichen Ausstrahlung und beeindruckenden Virtuosität haben die beiden quirligen Schwestern etwas ganz Besonderes in petto: Sie beherrschen jeweils zwei Streichinstrumente – und sorgen so in ihren Konzerten für Überraschungen. Camille spielt Violine und Violoncello, die zwei Jahre ältere Julie Violine und Viola. Außerdem komponiert Julie und arrangiert Stücke für das Schwesternduo. "Ich wollte schon immer komponieren und wenn ich als kleines Mädchen in meinem Bett lag, da hörte ich Musik in meinem Kopf", erzählt uns Julie Berthollet. Mit ihrer Begabung haben sich die Schwestern ein breites Repertoire erarbeitet, das von Bach über französische Chansons, Frank Sinatras Evergreens bis hin zu ihren eigenen Versionen von "Game of Thrones" oder "Forest Gump" reicht. Damit erreichen sie auch das junge Publikum – und das nicht nur im Konzertsaal oder mit ihren Alben, sondern auch auf YouTube.

Dirigentin Marie Jacquot und Sportlerin Miriam Welte machen einen Podcast

Miriam Welte (links) und Marie Jacquot auf der Radrennbahn. | Bildquelle: BR Dirigentin Marie Jacquot (r.) und Sportlerin Miriam Welte (l.) | Bildquelle: BR

Sport und Musik – eine ungewöhnliche Verbindung? Nicht für die Französin Marie Jacquot. Schon als sie klein war, sorgten die Eltern dafür, dass sie und ihre zwei Schwestern beides machten. Was auch an der Biographie des Vaters lag: Er musste sich zwischen Sport und Musik entscheiden, weil es nicht genug Geld gab, erzählt Marie. Er entschied sich für Tennis. Da sollten es die Töchter besser haben. Und zunächst zählte für Marie ebenfalls nur, so oft wie möglich auf dem Tennisplatz zu stehen. Doch irgendwann kam der Switch und die Musik bekam doch die Hauptrolle in ihrem Leben.

Musik und Sport leben von einer großen Passion, die sich in Kopf, Herz und Körper zeigt.
Marie Jacquot

Was sie in ihrer außergewöhnlichen Karriere gelernt hat, erzählt Marie Jacquot jetzt im neuen BR-KLASSIK-Podcast "Dein Weg. Dein Ziel.". Zusammen mit einer Frau, die ebenfalls in der Welt des Sports und der Musik zuhause ist: Miriam Welte, Bahnrad-Olympiasiegerin, die sich seit ihrem Karriereende intensiv mit Musik beschäftigt. Gemeinsam wollen die beiden Frauen so den Menschen Mut machen, ihren Interessen nachzugehen und persönlichen Leidenschaften und der Intuition zu folgen.

Martin Grubinger unterrichtet in Salzburg

Professor Martin Grubinger (links) unterrichtet Simon Gasteiger. | Bildquelle: BR Martin Grubinger unterrichtet Simon Gasteiger in Salzburg | Bildquelle: BR

"Ganz ruhig im Handgelenk." "Jetzt wird es ein bisschen kraftvoller. Aber nicht hämmern!" "Und jetzt schrei den Schmerz richtig raus!" KlickKlack darf Martin Grubinger über die Schulter schauen, als er ein Jungtalent, den 15-jährigen Simon Gasteiger am Salzburger Mozarteum unterrichtet. Für diese Stunde hat Martin die Chaconne in d-Moll von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung für das Marimbaphon ausgesucht. Ein Werk mit einer ganz besonderen Entstehungsgeschichte. Als der 35-jährige Johann Sebastian Bach im Jahr 1720 nach einer mehrwöchigen Dienstreise zu seiner Familie in Köthen zurückkehrt, erfährt er, dass er Witwer geworden ist. Etwa eine Woche zuvor ist seine Frau Maria Barbara plötzlich verstorben. Bach muss nun allein für seine vier kleinen Kinder sorgen. Einen Trost findet er in der Musik. Für seine tote Frau schreibt er die Chaconne in d-moll und setzt seiner Frau so ein musikalisches Grabmal. In der Musik zeigt sich Bachs religiöses Ringen mit seinem Verlust, seine Verzweiflung und seine Hoffnung.

Sendung: "KlickKlack" am 6. Oktober 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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