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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 14. Mai 2019 Mit Martin Grubinger in Norwegen

Zu dieser Ausgabe von KlickKlack begrüßt Sie Martin Grubinger aus Norwegen. Das KlickKlack-Team begleitet den Schlagzeuger zu seinem Konzert in Stavanger und trifft außerdem die norwegische Geigerin Vilde Frang und den französischen Pianisten Lucas Debargue.

KlickKlack am 14.5.2019 | Bildquelle: BR

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Mit Martin Grubinger in Norwegen

Im Stavanger Konzerthus

Historische Holzhäuser, gigantische Containerschiffe: KlickKlack ist unterwegs in Stavanger, der viertgrößten Stadt Norwegens. Von hier aus starten die schönsten Ausflüge zu den Fjorden, dem weltberühmten Naturwunder Norwegens. Aber nicht nur die Natur hat hier Spektakuläres zu bieten: Die kleine Stadt, die gerade mal 130.000 Einwohner zählt, hat einen beindruckenden Konzertsaal gebaut. Der moderne Glaswürfel in der Stavanger Bucht beherbergt sogar zwei Konzertsäle: der eine ist für große Pop- und Rockkonzerte konzipiert, der andere ist ein rein klassischer Konzertsaal. 

KlickKlack am 14.5.2019 | Bildquelle: BR Stavanger Konzerthus | Bildquelle: BR Das Konzerthus ist ein Wunderwerk der Technik und Akustik. Für die Klanggestaltung war hier Eckard Kahle zuständig – er richtete schon die Akustik im legendären Konzertsaal in Luzern ein. Die Stavanger Konzertsaaldecke lässt sich per Knopfdruck absinken, um den Saal und den hierfür nötigen Nachhall der Zuschauerzahl anzupassen. Ganz speziell sind auch die freischwebenden Balkone, die dem Klang auch hinter den Zuhörern Raum geben. Das Ergebnis dieses akustischen Hightech-Wunderwerks: von jedem beliebigen Platz im Saal können die Konzertbesucher die gleiche fantastische Akustik erleben. Und auch als Musiker ist es „ein Genuss, hier spielen zu dürfen“, sagt Martin Grubinger. Am Abend tritt er zusammen mit dem Stavanger Symfoniorkester unter der Leitung von Christian Vasques auf. Auf dem Programm: „The Conjurer“ von John Corigliano.

Die Geigerin Vilde Frang

KlickKlack trifft Vilde Frang in Oslo, der Heimatstadt der Geigerin. Schon als Kind wollte Vilde unbedingt Konzerte geben. Ihre Kuscheltiere waren ihre ersten Zuhörer und sie gestaltete ganze Konzertprogramme für sie. Mit zwölf Jahren gab Vilde dann ihr  Debut mit Oslo Philharmonic unter Mariss Jansons, kurz darauf spielte sie Anne-Sophie Mutter im Münchner Gasteig vor – die beiden fast allein im riesigen leeren Saal. Die große Geigerin und Talentförderin erkennt sofort das ungeheure Potential der Teenagerin: "Du musst mit der Schule aufhören und dich von nun an auf das Geigenspiel konzentrieren", rät Anne-Sophie Mutter Vilde damals. Und sie folgt diesem Rat. Heute ist die junge Norwegerin eine der renommiertesten Geigerinnen weltweit. Besonders engagiert sie sich für Musik des frühen 20. Jahrhunderts. 

Auf der Bühne zu stehen, fühlt sich an, wie auf der Autobahn spazieren zu gehen.
 Vilde Frang

KlickKlack am 14.5.2019 | Bildquelle: BR Vilde Frang | Bildquelle: BR

Um diesen gefährlichen Spaziergang unbeschadet zu überstehen, müsse man sich ganz der Musik hingeben und persönliche Motive vergessen, sagt Vilde Frang. Überhaupt interessiert sich die Geigerin viel mehr für Musik - und weniger für das Virtuosentum. In KlickKlack erzählt die Geigerin außerdem, wie sie zu ihrem Instrument kam, einer Geige von Jean-Baptiste Vuillaume. Vermittelt wurde sie durch die Anne Sophie Mutter Stiftung. Und was als eine Art "Zwangsehe" begann, hat sich inzwischen zu einer richtig guten Partnerschaft entwickelt.

Der Pianist Lucas Debargue

2015 gab es heftige Auseinandersetzungen beim weltberühmten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Als Außenseiter war dort der 24-jährige Franzose Lucas Debargue angetreten - und spaltete Jury und Publikum. Eine Sensation sei dieser junge Mann, sagten die einen, völlig unreif, die anderen. Dass es für Debargue dann nur für einen 4. Platz reichte, ärgerte keinen Geringeren als Valery Gergiev. Als Jury-Vorsitzender setzte der sich über die Regeln hinweg und lud Lucas ein, bei der Gewinner-Gala mitspielen.

Das Leben hat seine eigene Kraft, die man nicht planen und vorhersehen kann.
 Lucas Debargue

KlickKlack am 14.5.2019 | Bildquelle: BR Lucas Debargue | Bildquelle: BR

Heute gehört Lucas Debargue zur Elite der jungen Pianisten weltweit. Obwohl seine Karriere nicht gerade standardmäßig verlief. Ziemlich spät, erst mit 11 Jahren, begann Lucas mit dem Klavierspiel. Mit 17 ließ er dann die Klassik pausieren, spielte nur noch Jazz und Rock, jobbte im Supermarkt, studierte Literatur und Kunst. Mit Anfang 20 fand er wieder zurück. Und wurde schnell immer besser und besser. Rückblickend sagt Lucas Debargue: "Klavierwettbewerbe zu gewinnen, heißt nicht, dass man wirklich irgendetwas gewinnt – vor allem nicht die Herzen der Menschen." Und die fliegen dem jungen, schmalen Franzosen mit einer großen Brille mittlerweile haufenweise zu. Denn er verfügt über viel mehr als brillante Technik. Für ihn ist Musik eine unmittelbare Sprache der Gefühle, mit der er ganz eigene Dinge zu erzählen hat.

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