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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 20. Oktober 2020 Mit Martin Grubinger am Salzburger Mozarteum

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauer aus Salzburg, hier hatte er gemeinsam mit seinen Mozarteum-Studentinnen und Studenten einen fulminanten Auftritt bei den Salzburger Festspielen. Seine Gäste in der Sendung sind die frisch gekürten Opus Klassik-Preisträgerinnen Elsa Dreisig und Raphaela Gromes.

KlickKlack-Moderator und Multi-Perkussionist Martin Grubinger. | Bildquelle: BR

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Mit Martin Grubinger am Mozarteum Salzburg

Die Sopranistin Elsa Dreisig

Die Sopranistin mit französisch-dänischen Wurzeln, wuchs in einer Musikerfamilie auf. Die beiden Eltern, ihre Tante und Cousine sind Opernsänger. Elsa blieb also der Familientradition treu – und setzte auf ihre Stimme, die beeindruckend klar, schillernd, leuchtend und unglaublich facettenreich klingt. Für die junge Musikerin ist ihr Beruf etwas sehr körperliches. Der Fluss der Gefühle, die Energien, die durch den Körper schießen – darauf kommt es Elsa beim Singen an: "Das Gefühl wenn man lacht ist so gut. Ich versuche dieses Gefühl auf das Singen zu übertragen."

Ich versuche immer, mit meinem Herzen zu singen.
Elsa Dreisig

Sopranistin und Opus-Klassik-Preisträgerin Elsa Dreisig. | Bildquelle: BR Elsa Dreisig zeigt uns ein Bild von sich als sie klein war. | Bildquelle: BR

Die 29-Jährige ist Ensemblemitglied an der Berliner Staatsoper, singt dort Hauptrollen wie Pamina und Euridice und ist auf einem guten Weg, auch international Karriere zu machen. Gerade wurde die mit dem Opus Klassik in der Kategorie Nachwuchs Gesang ausgezeichnet, bei den Salzburger Festspielen gab sie in diesem Sommer ihr Debüt in der von Christof Loy inszenierten "Così fan tutte" als Fiordiligi. Sie hat viele Fans und Unterstützer, einer von ihnen ist der Stardirigent Daniel Barenboim. Doch egal, wie viel Lob und Anerkennung Elsa Dreisig vom Publikum und Kollegen bekommt – sie bezeichnet sich selbst als eine große Zweiflerin. "Ich bin nie glücklich damit, wie ich etwas gesungen habe. Ich möchte immer besser werden", sagt die sympathische Musikerin. An ihrer Berufung zweifelt Elsa allerdings nie: "Ich bin eine Sängerin. Das steht für mich außer Frage."

Das Duo Raphaela Gromes und Julian Rihm

Raphaela Gromes spielt in der Strauss-Villa in Garmisch-Partenkirchen. | Bildquelle: BR Die Cellistin Raphaela Gromes spielt in der Strauss-Villa in Garmisch-Partenkirchen. | Bildquelle: BR Sie haben sich beim Richard-Strauss-Wettbewerb 2012 kennengelernt und bilden seitdem ein sehr erfolgreiches Kammermusik-Duo: die Cellistin Raphaela Gromes und der Pianist Julian Riem. Nach vier gemeinsamen Alben kam dieses Jahr ihr fünftes heraus - mit Werken von Richard Strauss. Schon oft haben Raphaela und Julian die berühmte Cello-Sonate Op. 6 von Strauss schon zusammen in Konzerten gespielt, absolutes Standard-Repertoire für ihre Besetzung. Doch dann machten die beiden eine echte Entdeckung: Ein Strauss-Forscher erzählte ihnen von einer weiteren Cello-Sonate von Strauss, die der Komponist mit 16 geschrieben hat. Mit diesem Werk war der junge Strauss bei einem Kompositionswettbewerb gescheitert – daraufhin ließ er die Noten in einer Schublade verschwinden.

Es sind zwei Sätze von Strauss, die man bis jetzt absolut nicht kannte und die einfach wunderbare Kammermusik sind.
Julian Riem und Raphaela Gromes

Diese wiederentdeckte frühe Sonate ist quasi der Vorgänger des berühmten Opus 6. Die Urfassung sei fröhlicher und frischer als die bekannte, zweite Fassung, sagen Raphaela Gromes und ihr Klavierpartner. Zusammen mit der Cellistin begibt sich KlickKlack noch weiter auf die Spurensuche von Richard Strauss und wir besichtigen gemeinsam das ehemalige Wohnhaus des Komponisten, die Strauss-Villa in Garmisch-Partenkirchen. Hier entdecken wir Strauss‘ erste Komposition, die "Schneiderpolka", zahlreiche historische Orden und Urkunden  - und einen schweren, prächtig verzierten Dirigentenstab, den Strauss von den Wiener Philharmonikern zu seinem 80. Geburtstag erhielt.

Martin Grubinger spielt zusammen mit seinen Studenten

Martin Grubinger sen. mit Studierenden vom Mozarteum beim Konzert in der Felsenreitschule bei den Salzburger Festspielen 2020. | Bildquelle: BR Martin Grubinger und seine Mozarteum-Klasse | Bildquelle: BR

Seit 2018 ist Martin Grubinger Universitätsprofessor für Schlagwerk an der Universität Mozarteum Salzburg. In diesem Sommer stand er zum ersten Mal zusammen mit allen seinen Studentinnen und Studenten auf der Bühne – bei einem Konzert in der Felsenreitschule bei den Salzburger Festspielen. Zum Schluss der Sendung lassen wir diesen fulminanten Auftritt noch einmal Revue passieren – als Martin und seine Schützlinge mit Werken von Yannis Xenakis, Wolfgang Rihm, oder Steve Reich die Bühne rockten.

Sendung: "KlickKlack" am 20. Oktober 2020 um 23:45 Uhr im BR Fernsehen

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