BR-KLASSIK

Inhalt

KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 21. Juli 2020 Mit Martin Grubinger vom Spielberg-Ring

Zum Formel 1-Saisonauftakt hat Martin Grubinger eine Hymne an den Motorsport komponiert. Zusammen mit seinen Mitmusikern performt er "Drum the Bull" am Spielberg-Ring - spektakuläre Stunts inklusive. Außerdem in der Sendung: die abenteuerliche Kubareise der Hornistin Sarah Willis und ihr Projekt "Mozart Y Mambo".

Martin Grubinger und sein Ensemble spielen auf dem "Red Bull" an der Rennstrecke am Spielberg in Österreich zum Formel 1-Auftakt 2020. | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

Ganze Sendung anschauen

Der gigantische "Bulle aus Stahl" steht inmitten des Red Bull Rings in Spielberg – er ist das unverkennbare Wahrzeichen der Rennstrecke. Auf diesem knapp 15 Meter hohem Stier aus riesigen Stahlplatten findet die spektakuläre Musikperformance statt, die Martin Grubinger sich zur Wiederaufnahme der Formel 1-Saison ausgedacht hat. "Ich bin ein großer Formel 1-Fan", erklärt Martin. "Und ich dachte mir nur: Wow, das will ich ausprobieren!". Der Regisseur Fritz Melchert hat dann Martins Ideen als Video realisiert.

Für mich ist der Bulle das speziellste Schlaginstrument, das es gibt.
Martin Grubinger

YouTube-Vorschau - es werden keine Daten von YouTube geladen.

Drum the Bull am Spielberg | Bildquelle: Red Bull Ring (via YouTube)

Drum the Bull am Spielberg

In nur 26 Tagen ist gemeinsam mit zahlreichen Musikern – darunter der US-amerikanische Organist Cameron Carpenter – und einem 150-köpfigem Chor ein Meisterwerk mit dem Titel "Drum the Bull" entstanden. Eine achtminütige Hymne an den Motorsport. Hier treten Formel 1-Autos und Schlaginstrumente in einen akustischen Wettkampf gegeneinander an, Air-Racer ziehen mit Rauchschwaden vorbei, Cameron Carpenter und seine Orgel kommen mit einem Paris-Dakar-Truck reingefahren, Trompetensolo erreicht uns aus einem Helikopter. "Mich hat die Akustik auf der Rennstrecke gepackt", sagt Martin Grubinger. "Der Red Bull Ring ist keine ebene Strecke, hier geht’s bergauf und bergab - und das bedeutet, dass eine Akustik entsteht." Und diese Akustik, diese Reflektionen der Motorensounds setzt Martin in "Drum the Bull" ein. Von Anfang an war Martin klar: mit diesem Stück will er "die Region, die Rennstrecke, die Fahrzeuge und diesen monumentalen Bullen, der auch fantastisch klingt, in Szene setzen."

Sarah Willis und ihr Projekt "Mozart Y Mambo"

Sie ist Hornistin bei den Berliner Philharmoniker – und sie ist leidenschaftliche Musikvermittlerin und eine der kreativsten Köpfe der klassischen Szene. Für ihr neustes Projekt ist Sarah Willis nach Kuba gereist und hat dort zusammen mit dem Havana Lyceum Orchestra Mozart-Werke und traditionelle kubanische Musik eingespielt. Im Zentrum stehen Mozarts 3. Hornkonzert, das Es-Dur-Rondo und ein weniger bekannter Horn-Konzertsatz. Dazu kommen kubanische Klassiker und zwei extra für "Mozart Y Mambo" kreierten, von Mozart inspirierten Mambo-Stücke. Die CD und der Film, die dabei entstanden sind, dokumentieren diese außergewöhnliche musikalische Reise.

Ich war überrascht, wie toll kubanische Musiker klassische Musik spielen.
Sarah Willis

Hornistin Sarah Willis mit dem "Havana Lyceum Orchestra" unter der Leitung von Jose Antonio Mendez Padron beim Straßenkonzert in Havanna. | Bildquelle: BR Sarah Willis in Havana | Bildquelle: BR

Die Idee zu "Mozart Y Mambo" wurde vor drei Jahren geboren. Als Sarah Willis damals einen Horn-Meisterkurs in Havana gab, lernte sie eine Klassikszene in Kuba kennen, die sie überraschte. Tief beeindruckt war sie, wie viele Teilnehmer zum Kurs kamen, wie gut sie spielten und wie erfüllt von Musik sie alle waren. Dann stieß sie auf ein großes Mozart-Denkmal mitten in der Altstadt Havannas – und ihr kam die etwas verrückte Idee, bekannte Solowerke von Mozart und traditionelle kubanische Musik zusammenzubringen. Die Begegnung mit dem Havana Lyceum Orchestra und Dirigent José Antonio Méndez Padrón tat dann das Übrige. "Ich liebe dieses Orchester, sie sind wie meine Familie cubana", sagt Sarah. Mit dem Album "Mozart Y Mambo" will die Musikerin ihre kubanischen Freunde unterstützen - ein Teil des Albumerlöses wird in den Kauf von Instrumenten für die Musiker des Havana Lyceum Orchestra fließen.

Christian Elin und Maruan Sakas

Den Saxophonisten Christian Elin hat Martin Grubinger bei einem gemeinsamen Konzert kennengelernt. Martin war so begeistert vom Saxophonsolo, dass er Christian gleich beim Mittagessen in der Kantine zu KlickKlack eingeladen hat.

Wenn ich etwas komponiere, dann möchte ich die Menschen damit erreichen.
Christian Elin

Saxophonist Christian Elin und Pianist Maruan Sakas im Interview. | Bildquelle: BR Christian Elin und Maruan Sakas | Bildquelle: BR

Christian Elin studierte Saxophon an der Sorbonne in Paris und in Basel, anschließend widmete er sich zwei Jahre lang dem Studium indischer Musik am Ali Akbar College of Music in Basel. Neben dem klassischen Saxophon-Repertoire interessiert er sich sehr für Improvisation und auch für außereuropäische Musikstile, wie zum Beispiel die indische Musik. Mit dem Pianisten Maruan Sakas gründete Christian Elin ein Duo, mit dem die beiden regelmäßig bei hochrangigen nationalen und internationalen Festivals, Klassik- und Jazzreihen gastieren. Beide Musiker sind sowohl im Jazz als auch in der Klassik zu Hause - und diese Liebe zur Freiheit der Improvisation sowie zur Klarheit der klassischen Form drückt sich auch in ihren Kompositionen aus. Irgendwo ­zwischen Klassik, Jazz, Filmmusik, Minimal Music und ethnischen Sounds - so klingt das Duo Elin-Sakas. Mit viel Sinn für Klangschönheit und berührende Momente loten die beiden die Klangwelten von Elins Instrumentarium aus - von den tiefen, dunklen Tönen der Bassklarinette bis hin zum strahlenden Sopransaxophon.

    AV-Player