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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 26. November 2019 Mit Martin Grubinger in Wien

In dieser KlickKlack-Ausgabe spielt Martin Grubinger zusammen mit seinem Ensemble am österreichischen Nationalfeiertag zu Ehren des Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Und bekommt später auch die Gelegenheit, mit dem Bundespräsidenten über Musik zu sprechen. Außerdem in der Sendung zu Gast: Nadine Sierra, Mariam Batsashvili und Kai Strobel.

Martin Grubinger mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. | Bildquelle: BR

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26. Oktober ist ein wichtiges Datum für alle Österreicher: An diesem Tag wird nämlich der österreichische Nationalfeiertag gefeiert und der Neutralität Österreichs gedacht. Mit seinem Percussive Planet Ensemble spielte Martin Grubinger dieses Jahr zu Ehren des Bundespräsidenten in der Wiener Hofburg ein Konzert. Und obwohl so ein Nationalfeiertag für den Bundespräsidenten ein ganz schöner Termine-Marathon bedeutet, fand Alexander Van der Bellen trotzdem Zeit, mit Martin Grubinger über seine Liebe zu Musik, seine Mutter, die Pianistin werden wollte und seine eigene kurze Posaunisten-Karriere im evangelischen Posaunenchor in Innsbruck, zu sprechen.

Musik ist eine internationale Sprache.
Alexander Van der Bellen, österreichischer Bundespräsident

Die Sopranistin Nadine Sierra

Von ihrem Debüt an der New Yorker Met 2015 schwärmte das Publikum, die Kritiker bezeichneten ihren Gesang als „betörend“. Innerhalb kurzer Zeit hat sich Nadine Sierra ganz nach vorne in die Reihen der besten jungen Opernsängerinnen unserer Zeit gesungen. Sie wird von Preisen und Auszeichnungen geradezu überhäuft, ihre jüngste Errungenschaft ist der OPUS Klassik in der Kategorie Nachwuchskünstlerin. Nadine Sierra steht inzwischen auf den größten Opernbühnen – und betört die Leute mit ihrer klaren, warmen und perlenden Stimme.

Hinter einer guten Technik steckt auch eine Menge Bescheidenheit: Dass du jeden Tag etwas dazu lernst, dir auch etwas sagen lässt und auf keinen Fall die große Diva spielst.
Nadine Sierra

Die amerikanische Sopranistin Nadine Sierra. | Bildquelle: BR Nadine Sierra | Bildquelle: BR

Geboren wurde Nadine Sierra 1988 in Fort Lauderdale, Florida. Als kleines Mädchen sah und hörte die kleine Nadine zum ersten Mal eine Oper – auf einer VHS-Kassette mit "La Bohème", die ihre Mutter in der örtlichen Bibliothek auslieh. Nadine war sofort hin und weg. Und der Berufswunsch der Zehnjährigen stand von da an fest. Übrigens, diese Kassette besitzt Nadine Sierra noch heute. Ihre Begeisterung für die Oper wurde weiter durch Geschichten ihrer aus Portugal stammenden Großmutter bekräftigt - einer begabten Sängerin, die von ihrem Vater davon abgehalten wurde, eine professionelle Künstlerlaufbahn einzuschlagen. Mit 16 folgte dann Nadines Solodebüt an der Palm Beach Opera als Sandmann in "Hänsel und Gretel". 2007 war Nadine die jüngste Siegerin in der Geschichte des Marilyn Horne Foundation Award. Zwei Jahre später nahm sie an den Metropolitan Opera National Council Auditions teil – auch hier gewann sie als jüngste Sopranistin überhaupt. Für Nadine ist es heute wichtig, für junge Frauen Vorbild zu sein, sie durch ihren Erfolg zu inspirieren. "Das ist es, was ich in meinem Leben sein möchte", sagt die Sopranistin. "Eine Heldin für junge Mädchen und Frauen, die danach streben, stark zu sein."

Der Schlagzeuger Kai Strobel

"Ich glaube, so richtig checken werde ich das erst in einer Stunde." Kai Strobel konnte es nicht so richtig glauben, als sein Name bei der Gewinner-Verkündung fiel. Der Deutsche wurde im September 2019 zum ersten Preisträger beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb im Fach Schlagzeug gekürt. Über vier Runden musste er sein Können auf Trommeln, Marimba und Vibraphon beweisen – nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich ein großer Kraftakt.

Trommeln sprechen zu lassen, ist etwas unglaublich Sensibles - und gleichzeitig etwas unglaublich kraftvolles.
Kai Strobel

Kai Strobel, 1. Preisträger des "68. Int. ARD Musik-Wettbewerb 2019" im Fach Schlagzeug. | Bildquelle: BR Kai Strobel | Bildquelle: BR

"Man bekommt bei Wettbewerben so eine Art Tunnelblick", erzählt Kai Strobel. "Und dann muss man die Leistung einfach abliefern." Und das kann er richtig gut! Erst Anfang des Jahres hat Kai die International TROMP Percussion Competition für sich entschieden – damals saß Martin Grubinger in der Wettbewerbsjury. Mit seiner Energie, seiner technischen Perfektion und seiner musikalischen Fische überzeugt Kai Strobel sowohl die Fachjurys als auch das Publikum. Diesem jungen Musiker steht eindeutig eine große Karriere bevor!

Die Pianistin Mariam Batsashvili          

Ihr absoluter Lieblingskomponist ist Franz Liszt. Doch nicht wegen der Virtuosität, nicht wegen seiner lauten, effektvollen Werke, wie man vielleicht vermuten könnte. Nein, die sensible, leise Seite des Komponisten fasziniert Mariam Batsashvili. Die georgische Pianistin hat ihrem Liebling auch ihre erste CD gewidmet – und seiner Freundschaft zu Frederic Chopin.

Ich habe mich in Franz Liszt wirklich verliebt.
Mariam Batsashvili

Die georgische Pianistin und Liszt-Spezialistin Mariam Batsashvili. | Bildquelle: BR Mariam Batsashvili | Bildquelle: BR

Mariam Batsashvili wird 1993 in Tiflis, Georgien, geboren. Schon von Kindesbeinen an ist sie mit klassischer Musik umgeben – die Familie besitzt ein Klavier, ihre Cousins und Cousinen spielen ständig darauf. Mariam ist sich seit ihrem siebten Lebensjahr ganz sicher: Pianistin – das soll mein Beruf sein! Sie bekommt erst Unterricht an der Musikschule ihrer Heimstadt, mit 18 geht sie ganz allein nach Deutschland und beginnt ein Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. 2011 gewinnt sie den Franz Liszt Wettbewerb für junge Pianisten, der renommierte Arturo Benedetti Michelangeli Preis folgt 2015. Mit gerade mal Mitte Zwanzig ist Mariam heute überall auf der Welt unterwegs: Europa, Amerika, Asien. Aus dem schnellen Erfolg macht sich die junge Pianistin aber nicht so viel. Ihr geht es wirklich nur um die Musik. Auf der Bühne meidet sie bewusst schillernde, bunte Kleider. In ihren Konzerten trifft man sie immer nur in einen zurückhaltenden, dunklen Hosenanzug gekleidet an. "Das wichtigste ist doch die Musik und was man fühlt, wenn man sie hört. Und nicht was man fühlt, wenn man jemanden sieht," erklärt Mariam. "Ich möchte, dass in meinen Konzerten nur die Musik im Vordergrund steht."

 

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