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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 30. Juni 2021 MIT MARTIN GRUBINGER IN WIEN

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Wiener Konzerthaus zu seinem ersten Konzert nach monatelangem Lockdown. Seine Gäste in der Sendung sind: die ägyptische Sopranistin Fatma Said und der deutsch-amerikanische Geiger Augustin Hadelich.

Der österreichische Schlagzeuger, Multi-Perkussionist und KlickKlack-Moderator Martin Grubinger auf der Bühne des Wiener Konzerthauses. | Bildquelle: BR

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Die Sopranistin Fatma Said

Eigentlich wäre Fatma Said gern Tennisprofi geworden. Doch nachdem ihr Chorleiter in Kairo ihr musikalisches Talent erkannt und gefördert hatte, schlug Fatmas sportliche Begeisterung bald zugunsten des Singens um. In Berlin studierte die junge Ägypterin Gesang, wechselte dann ans Opernstudio nach Mailand und debütierte 2016 als Pamina an der Mailänder Scala. Im selben Jahr wurde sie in das "New Generation Artists"-Programm der BBC aufgenommen.

Wenn man diese Musik hört, befindet man sich wirklich auf einer Reise.
Fatma Said über ihr Album 'El Nour'

Die ägyptische Sopranistin Fatma Said. | Bildquelle: BR Fatma Said | Bildquelle: BR

Inzwischen singt Fatma Said auf den größten Bühnen der Welt. Sie bringt auch sehr gerne Lieder aus dem arabischen Kulturraum in den klassischen Musikbetrieb. "Ich liebe, wie sich unterschiedliche Länder gegenseitig beeinflusst haben", sagt sie. "Das merkt man besonders schön in der Musik."  Auf ihrer Debüt-CD "El Nour", zu Deutsch "Das Licht", vereint Fatma französische, spanische und arabische Klänge. Klassisches Klavier, aber auch orientalische Instrumente wie das traditionelle Kanun oder die Ney-Flöte umrahmen ihre farbenreiche Stimme auf dieser interkulturellen musikalischen Reise.

Der Geiger Augustin Hadelich

Er wuchs in Italien als Sohn deutscher Eltern auf. Als neugieriger Teenager hat Augustin Hadelich Europa verlassen, um an der Juilliard School in New York zu studieren. Karriere machte er zunächst in den USA, wo er mit allen großen Orchestern aufgetreten ist. Mittlerweile hat sich auch in seiner alten Heimat Europa herumgesprochen, dass er einer der besten Geiger seiner Generation ist – mit seiner perfekten Technik, seinem geschmeidigen Ton und seiner beindruckenden musikalischen Geschmackssicherheit.

Es fühlt sich so an, als würde man alles von sich preisgeben.
Augustin Hadelich über das Tschaikowsky-Violinkonzert

Seit der Saison 2019/20 ist Augustin Hadelich Associate Artist an der Elbphilharmonie in Hamburg. In dieser Funktion erhält er über drei Jahre regelmäßig Engagements als Solist mit dem Orchester oder als Kammermusiker. In den vielen Projekten mit verschiedenen Dirigenten und den Musikern des NDR Elbphilharmonie Orchesters kann der Künstler so musikalische Freundschaften pflegen und eine enge Beziehung zum Orchester und dem Konzertsaal aufbauen. Aktuell probt Augustin zusammen mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester das Violinkonzert von Peter Tschaikowsky – nachdem einige Konzerte wegen Corona-Pandemie leider ausfallen mussten.

Der deutsch-amerikanische Violinist Augustin Hadelich. | Bildquelle: BR Augustin Hadelich | Bildquelle: BR Doch auch die Pandemiezeit hat Augustin Hadelich musikalisch gut genutzt: Als vor einem Jahr der erste Lockdown verhängt wurde, stellte sich der Geiger erst einmal die Sonaten und Partiten für Violine solo von Johann Sebastian Bach aufs Notenpult. Daraus ist nun ein ganzes Album entstanden. Die Sonaten und Partiten hatte Augustin Hadelich schon mit Anfang 20 einmal aufgenommen. Veröffentlicht wurde diese Aufnahme nicht: Er hatte damals das Gefühl, noch nicht bereit zu sein für diese Musik – die Königsdisziplin der Violinliteratur. Dieses Mal ist aber alles anders. Ohne ständig für Konzerte verreisen zu müssen hatte Augustin letztes Jahr endlich genug Zeit, um sich monatelang in die Musik zu vertiefen und ihre Architektur zu ergründen.

Martin Grubinger ist zurück im Wiener Konzerthaus

"Das heute ist ein historischer Abend" – diesen Satz sagte Martin Grubinger zu Beginn seines Auftritts im Wiener Konzerthaus am 2. November 2020. Gemeint war der Lockdown, der um Mitternacht nach dem Konzert beginnen sollte. Wie historisch der Abend werden würde, war den Musikern und den rund 1.000 Besuchern im Saal zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Als nach Konzertende das Publikum sich auf den Heimweg machen wollte, wurde es von Platzanweisern plötzlich gebeten, auf die Plätze zurückzukehren. Von einem Anschlag, der in der Stadt erfolgt sei, war die Rede – ein Schock fürs Publikum und die Musiker auf der Bühne. Stundenlang harrten alle zusammen aus im von Polizei gesicherten Konzerthaus, Martin Grubinger spielte mehrere Zugaben, um das Publikum abzulenken. Bis die Polizei schließlich kurz vor Mitternacht das Konzerthaus freigab.

Seit diesem denkwürdigen Konzert hat Martin Grubinger die Bühne des Wiener Konzerthauses nicht mehr betreten. Jetzt ist er wieder zurück in seinem "musikalischen Wohnzimmer", wie er selbst sagt. Hier spielte er nach einer neunmonatigen Corona-Pause ein Konzert zusammen mit dem Klavierduo Ferhan & Ferzan Önder, auf dem Programm: zwei Werke von Fazil Say. KlickKlack war natürlich dabei und zeigt Eindrücke aus der Probe.

Sendung: "KlickKlack" in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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