BR-KLASSIK

Inhalt

KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack mit Martin Grubinger - am 14. November Unterwegs in Finnland

Auf der schmalen Landenge zwischen zwei Seen, dem Näsijärvi und dem Pyhäjärvi, liegt Finnlands drittgrößte Stadt: Tampere. Hierher hat es den Schlagzeuger und KlickKlack-Moderator Martin Grubinger diesmal verschlagen. Mit "Conjurer", einem Konzert für Percussion und Orchester des amerikanischen Komponisten John Corigliano, gastiert Martin Grubinger in der Tampere Hall - und lernt dabei den hiesigen Chefdirigenten etwas näher kennen.

KlickKlack am 14.11.2017 aus Tampore, Finnland | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

Die ganze Sendung zum Anschauen

Energiegeladen: der Dirigent Santtu-Matias Rouvali

Wilder Wuschelkopf, spitzbübisches Lachen - der Chefdirigent von Tampere Philharmonic Orchestra sieht alles andere als "chefig" aus. Doch mit 32 Jahren (geschätzt eher Anfang 20) hat der finnische Musiker schon eine beachtliche Karriere hinter sich.

Santtu-Matias Rouvali  | Bildquelle: Kaapo Kamu Der Dirigent Santtu-Matias Rouvali | Bildquelle: Kaapo Kamu

Als jüngster von drei Brüdern wuchs Santtu-Matias Rouvali in einer musikalischen Familie auf. Seine Eltern spielten im Symphonischen Orchester Lahti. Santtus musikalische Laufbahn begann mit Schlagzeug. Als Percussionist trat er zusammen mit den größten finnischen Orchestern auf. Dann, mit 22, konzentrierte er sich immer mehr auf das Dirigieren. In Los Angeles war er einer der "Dudamel Conducting Fellows", seit 2013 ist er Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Tampere, gerade hat er zusätzlich den Posten des Chefdirigenten bei den Göteborger Symphonikern angenommen und er ist erster Gastdirigent des Philharmonia Orchestra in London.

"Wenn ich zum allerersten Mal eine Probe mit einem neuen Orchester antrete, denken die meisten Musiker so etwas wie 'Was macht dieser Skater-Boy hier?" - erzählt Santtu-Matias Rouvali. Doch einschüchtern lässt sich der junge Finne davon nicht. Im Gegenteil: "Dann ist das Eis umso schneller gebrochen" -  sagt er und lächelt verschmitzt. Die Phase des Eisschmelzens ist in Tampere schon längst vorbei. Beim Konzert in der Tampere Hall stecken der junge Chefdirigent zusammen mit Martin Grubinger das Publikum von den ersten Tönen mit ihrer unbändigen Energie an. Die Welle der Begeisterung schwappt zurück auf die Bühne und zum Schluss gibt es noch eine Überraschung: Santtu-Matias Rouvali und Martin Grubinger legen zusammen noch flott ein Marimba-Duett aufs Parkett. Und dann gibt es kein Halten mehr in der Tampere Hall.

Kimmo Pohjonen - der Klangzauberer

KlickKlack am 14.11.2017 aus Tampore, Finnland | Bildquelle: BR Kimmo Pohjonen, Akkordeonist | Bildquelle: BR

In Finnland ist er ein Superstar: der Akkordeon-Virtuose und Klang-Tüftler Kimmo Pohjonen. Er studierte klassisches Akkordeon in Helsinki, doch bald stellte es sich für ihn heraus: "nur" ein Genre reicht nicht aus. Kimmo Pohjonen begab sich auf die Suche, experimentierte mit neuen Sounds, verfremdete, elektrifizierte den Akkordeon-Klang. Unterschiedlichste Stile wie Folk, Klassik oder Techno dienen Pohjonen als Grundlage für seine Musik, seine Live-Auftritte gestaltet er gerne als multimediale Bühnen- und Lichtshows. Mit einem langen schwarzen Lederrock bekleidet, beschwört er dann - fast wie ein Schamane - musikalisch das Publikum und erschafft einen geheimnisvollen, märchenhaften Klang-Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

Bassiona Amorosa - mit tiefem Ton voraus

Ein Kontrabass hat einen Tonumfang von vier Oktaven. Ein Kontrabass kann wunderbar brummig eine Bass-Line spielen. Er kann aber auch schön weich wie ein Cello klingen. Und in die hohen Lagen schafft es ein Kontrabass auch noch – fast so hoch wie eine Violine.

Vier Kontrabässe - da fehlt sonst gar nichts!
Ljubinko Lazic von Bassiona Amorosa

KlickKlack am 14.11.2017 aus Tampore, Finnland | Bildquelle: BR Bassiona Amorosa | Bildquelle: BR

Ein Ensemble, das nur aus Kontrabässen besteht? Warum nicht! Seit 1996 gibt es schon Bassiona Amorosa. Erst in wechselnder Besetzung, dann mit festen Ensemblemitgliedern kann Bassiona Amorosa inzwischen eine beachtliche Erfolgsgeschichte aufweisen: unzählige Konzertreisen durch Europa, Asien und die USA, ein mit Standing Ovations gefeierter Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall 2010, die ECHO Klassik-Auszeichnung 2014. Ungebremst rollen die Kontrabässe auf ihrem Erfolgskurs immer weiter: mit viel Temperament, großer Virtuosität, Spielwitz, Musikalität - und ganz tiefen Tönen.

    AV-Player