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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 12. Mai 2021 Zum 40. Geburtstag von Sol Gabetta

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer zu einer Sonderausgabe von KlickKlack: Die Cellistin und KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta wird 40 Jahre alt. Als erste Cellistin überhaupt ist sie Gast bei den Berliner und den Wiener Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Sie ist die erfolgreichste Cellistin unserer Zeit. KlickKlack schaut auf diese beeindruckende Karriere zurück, von den ersten Anfängen an der Suzuki-Schule in Argentinien bis heute.

Sol Gabetta in New York 2018. | Bildquelle: BR

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Seit über 10 Jahren moderiert sie KlickKlack, seit über 20 Jahren steht sie auf den größten Bühnen der Welt – jetzt feiert Sol Gabetta ihren 40. Geburtstag, und KlickKlack feiert mit. Wir zeigen noch einmal unsere emotionale Reportage über Sols Besuch in ihrer Heimat Argentinien. Die Cellistin und Moderatorin traf hier auf ihre ersten Lehrer, besuchte ihre alte Suzuki-Schule in Córdoba und feierte ein großes Comeback im Teatro Colón in Buenos Aires, wo sie schon mit sechs Jahren das Publikum zum Staunen brachte.

Was für eine gloriose Rückkehr. Ich habe sie damals als kleines Mädchen in diesem Theater gehört. Und jetzt ist sie eine der besten Instrumentalistinnen der Welt.
Argentinischer Musikkritiker Victor Hugo Morales

Sol Gabetta – Kindheit in Argentinien

Sol Gabetta vor dem Teatro Libertador in Córdoba, Argentinien, 2012. | Bildquelle: BR Sol Gabetta vor dem Teatro Libertador in Córdoba, Argentinien, 2012 | Bildquelle: BR

Sol Gabetta kommt am 18. April 1981 als Tochter einer russisch-französischen Mutter und eines argentinischen Vaters mit italienischen Wurzeln zur Welt. Schon sehr früh entdeckt Sol ihre Begeisterung für Musik, die ihre Eltern bedingungslos unterstützen und fördern. Zu ihrer Mutter Irène hat Sol ein sehr enges Verhältnis. Sie ist selbst Pianistin, begleitet ihre Tochter zum Musikunterricht, ist von Anfang an ihre Vertraute. "Keinen Moment hat sie gezögert, ihre eigene Karriere zu beenden, um für ihre hochbegabten Kinder da zu sein", erzählt Sols Lehrer, Néstor Alvarez.
Sols älterer Bruder Andrés bekam ebenfalls früh Geigenunterricht; zu ihrer 15 Jahre älteren autistischen Schwester hat sie eine enge Beziehung. Bereits mit zweieinhalb Jahren beginnt Sol ihre musikalische Ausbildung nach der Suzuki-Methode – eine Methode des Japaners Shinichi Suzuki, bei der schon ganz kleine Kinder vor allem durch Nachmachen und Ausprobieren ihr Instrument spielen lernen. Das Notenlernen kommt viel später dazu. Diese intuitive Herangehensweise behält Sol bei: "Als sie fünf Jahre alt war, kam sie in ein Kinder- und Jugendorchester. Doch sie weigerte sich, partout Noten zu lernen", erzählt Sols Mutter Irène. "Sie bat mich immer: bitte spiele es mir vor. Und wenn ich es einmal gespielt hatte, konnte sie alles sofort nachspielen."

Umzug nach Europa

Mit acht Jahren nimmt Sol Gabetta in Buenos Aires, das 800 km von Córdoba entfernt liegt, alle zwei Wochen Cellounterricht. Als Achtjährige gewinnt sie auch ihren ersten Cello-Wettbewerb in Argentinien. Die Eltern erkennen bald, dass es in ihrer Heimat nicht genügend Förderungsmöglichkeiten für ihre hochbegabte Tochter gibt – und treffen eine schwere Entscheidung: die Familie geht nach Madrid, um Sol Musikunterricht beim renommierten Cellisten Ivan Monighetti zu ermöglichen. Später ziehen die Gabettas Monighetti nach und gehen nach Basel in die Schweiz. Dort besucht Sol Gabetta die Musik-Akademie. Ihre Hochschulausbildung absolviert sie bei David Geringas an der Musik-Hochschule "Hanns Eisler" in Berlin und schließt mit dem Konzertexamen ab. 

Von Anfang an war mir klar: Sie ist eine große Begabung, ein großes Talent. Sie war zehn Jahre alt – aber schon eine Künstlerin.
Ivan Monighetti über Sol Gabetta

Bilderbuch-Karriere

Seitdem ging Sols Erfolgskurve steil nach oben: Es folgen Auszeichnungen beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau oder dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. 2004 gewann Sol Gabdetta an Bekanntheit, als sie bei den Luzerner Festspielen ihr Debüt mit den Wiener Philharmonikern unter Valery Gergiev gab. Seit 2005 unterrichtet sie als Assistentin von Ivan Monighetti, ihrem früheren Lehrer, an der Musik-Akademie in Basel. Für ihre Einspielung von Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 gewinnt sie 2013 den ECHO Klassik in der Kategorie "Instrumentalistin des Jahres" sowie für die "Kammermusik-Einspielung des Jahres".

Heute ist Sol Gabetta die wohl bekannteste Cellistin der Gegenwart und ein echter Star. Sie hat knapp zwanzig CD-Einspielungen produziert, konzertiert mit den wichtigsten Orchestern der Welt. Doch die Bodenhaftung und die enge Bindung zu ihrer Familie und ihren Wurzeln hat die sympathische Musikerin trotzdem nicht verloren. Mit ihrem Lebenspartner, dem Geigenbauer Balthazar Soulier und ihrem kleinen Sohn lebt sie in der Schweiz, hier hat sie auch das Kammermusikfestival SOLsberg initiiert und die "Cappella Gabetta" gegründet, ein Barockorchester, das unter der Leitung ihres Bruders Andrés Gabetta steht.

Sendung: "KlickKlack" in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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