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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 28. April 2021 Mit Sol Gabetta in Basel

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer aus Basel. Hier nimmt sie KlickKlack mit in ihre Unterrichtsstunde an der Musikakademie. Außerdem feiern wir den 75. Geburtstag vom Chor des Bayerischen Rundfunks – mit einer Hommage und mit Glückwünschen an eines der besten Vokalensembles der Welt. Und "Good Night!" – der französische Pianist Bertrand Chamayou stellt seine neue CD vor.

KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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75 Jahre Chor des Bayerischen Rundfunks

Im Mai 1946 gegründet, erklang der Chor des Bayerischen Rundfunks als erster der drei Klangkörper des BR in der Nachkriegszeit übers Radio. Bald darauf traten die Musiker auch in öffentlichen Konzertsälen auf. Der Chor, der aus 49 fest angestellten Berufssängern besteht, hat seitdem einen künstlerischen Höhenflug nach dem anderen hingelegt. Für seine CD-Einspielungen gab es zahlreiche renommierte Preise, darunter mehrfach den Echo Klassik und den Nachfolger Opus Klassik. Auch für den Grammy Award in der Rubrik Best Choral Performance wurde der Chor nominiert. Bei vielen historischen Ereignissen durfte der BR-Chor schon mit dabei sein und sie musikalisch begleiten: 1989 leitete Leonard Bernstein beim Berliner Mauerfall unter Beteiligung des BR-Chors die Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie. Im Januar 2017 nahm der Chor an den Eröffnungskonzerten der Hamburger Elbphilharmonie teil.

Das war immer schon einer der besten Chöre der Welt, und das über Jahrzehnte. Aber in den letzten fünf Jahren haben sie ein ganz neues Niveau erreicht.
Sir Simon Rattle

Chor des Bayerischen Rundfunks | Bildquelle: © Astrid Ackermann / BR Der Chor des Bayerischen Rundfunks feiert am 1. Mai 2021 seinen 75. Geburtstag. | Bildquelle: © Astrid Ackermann / BR Klangliche Homogenität, stilistische Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken umfasst – dadurch zeichnet sich dieses außergewöhnliche Vokalensemble aus. Geprägt haben diesen besonderen Klang die bisherigen Chefdirigenten Eugen Jochum, Rafael Kubelík, Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons. Von 2003 bis zu seinem Tod im Dezember 2019 war Jansons Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, unter seiner Führung wurden Chor und Orchester zu einem der besten Ensembles der Welt. Jansons‘ Nachfolger Sir Simon Rattle wird das Amt im Sommer 2023 übernehmen. Vor allem auf die stilistische Bandbreite des Chores freut sich Rattle sehr: "Das ist schon wirklich ein aufregendes Geschenk, mit einem Ensemble Musik vom Mittelalter bis heute machen zu können. Das wird sicherlich ein großes Abenteuer." KlickKlack durfte bei einer der ersten Proben mit dem designierten Chef des BRSO und Chores dabei sein - mit früher britischer Musik mit Werken von Henry Purcell.

Sol Gabetta unterrichtet in Basel

Sol Gabetta ist als Solistin seit gut zwei Jahrzehnten auf den ganz großen Bühnen der Welt unterwegs. Der Musikerin ist es aber auch sehr wichtig, ihre Erfahrungen an die junge Generation heranwachender Musikerinnen und Musiker weiterzugeben. Schon seit fast 20 Jahren unterrichtet Sol Violoncello an der Musikakademie Basel. Mit elf Jahren wurde sie selbst an dieser Talentschmiede aufgenommen – und hat hier einiges für ihre weitere Karriere gelernt. "Diese Schule liegt mir extrem am Herzen", sagt Sol. "Ich bin dankbar dafür, was ich hier alles bekommen habe."

Das, was Sol durch ihre jahrzehntelange Konzerterfahrung an uns weitergeben kann, finde ich ganz toll.
Carlo Lay

KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta unterrichtet ihren Schüler Carlo Lay an der Musik-Akademie in Basel. | Bildquelle: BR Sol Gabetta unterrichtet Carlo Lay in Basel. | Bildquelle: BR

Einer ihrer Schüler in Basel ist der Cellist Carlo Lay, Jahrgang 2000. Carlo ist bereits Preisträger mehrerer Wettbewerbe, er wurde mit dem Förderpreis des Schleswig-Holstein Musikfestivals ausgezeichnet und ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben und der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein. Gerade studiert der junge Musiker bei Leonid Gorokhov an der Hochschule für Musik in Hannover. Die Meisterklasse bei Sol Gabetta in Basel besucht er zusätzlich einmal monatlich. Dafür hat er sich auf eine Ausschreibung hin beworben – und wurde ausgewählt. Zusammen mit Sol arbeitet Carlo intensiv an den künstlerischen Aspekten der Stücke und an seinem Klang – und KlickKlack darf bei der Unterrichtsstunde dabei sein.

Bertrand Chamayous neue CD "Good Night"

Berceuses, Lullabies, zu deutsch: Wiegenlieder – diesen besonderen musikalischen Momenten zwischen Traum und Wirklichkeit hat Bertrand Chamayou sein neues Album gewidmet. "Good Night" ist die CD überschrieben, sie vereint sechzehn Klavierstücke, die eine Brücke vom 19. bis ins 21. Jahrhundert spannen. "Ich liebte das Genre des Wiegenliedes schon immer, weil ich selbst an Schlaflosigkeit leide", erzählt Bertrand Chamayou. "Es gibt diesen einen Moment, kurz bevor man in den Schlaf fällt, wenn einem so viele Dinge durch den Kopf gehen, verbunden mit vielen Emotionen von Angst bis zu tiefer Beruhigung. Genau hier ist diese Musik angesiedelt."

Es sind diese kleinen Elemente, die sich nur leicht verändern und dabei ganz besondere Gefühle auslösen. Die Musik ist dabei immer reduziert und essentiell.
Bertrand Chamayou über 'Good Night'

Der französische Pianist Bertrand Chamayou im KlickKlack-Interview. | Bildquelle: BR Bertrand Chamayou | Bildquelle: BR

Als Bertrand Chamayou Vater wurde und seinen kleinen Sohn regelmäßig in den Schlaf wiegen musste, begab sich der Pianist auf die Suche nach geeigneter Musik dazu. Je intensiver er nachforschte, desto mehr zeigte sich, welche Vielfalt das Genre Schlaflied besitzt. Schließlich kam ihm die Idee, Wiegenlieder für Klavier auf einem Album zu vereinen. Chopin, Liszt, Brahms, Grieg, die französische Komponistin Mel Bonis oder der Russe Mili Balakirew – sie alle sind auf dem Album "Good Night" vertreten. Und sogar einen Kompositionsauftrag hat Bertrand für dieses Projekt erteilt: an den amerikanischen Komponisten Bryce Dessner. So ist das postminimalistische Stück "Song for Octave" entstanden – für das Album, und auch für Bertrand Chamayous kleinen Sohn.

Sendung: "KlickKlack" in der Nacht vom 27. auf den 28. April 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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