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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 17. März 2020 Mit Sol Gabetta in Leipzig

Diese KlickKlack-Ausgabe kommt aus Leipzig, hier spielte Sol Gabetta zusammen mit dem Gewandhausorchester das Cellokonzert von Mieczyslaw Weinberg. Außerdem in der Sendung: der Jazzpianist Martin Tingvall, der Geiger Daniel Lozakovich und der Pianist Nelson Goerner.

KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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KlickKlack vom 17.03.2020 - ganze Sendung anschauen

Der Geiger Daniel Lozakovich

Er ist der Rising Star unter den jungen Geigern. Mit gerade mal 19 Jahren hat Daniel Lozakovich einen exklusiven Plattenvertrag mit der Deutsche Grammophon in der Tasche, reist als Solist um die Welt und arbeitet mit großen Dirigenten zusammen. Die Violine und Daniel – das war buchstäblich Liebe auf den ersten Blick. Mit sieben Jahren sieht er das Instrument zum ersten Mal und weiß sofort: "Ich will Geiger werden!" Dabei schwebte seiner Mutter für ihren Sohn eigentlich eine Karriere als Tennisprofi vor, doch Daniel hat seinen eigenen Kopf. "Tennis kann ich nur spielen bis ich 30 bin, Violine aber mein ganzes Leben". Mit diesem Argument überzeugt Daniel auch seine Familie.

Das ist eins der genialsten Stücke, die je geschrieben wurden.
Daniel Lozakovich über Beethovens Violinkonzert

Der schwedische Geiger Daniel Lozakovich im Konzert mit den Münchner Philharmonikern. | Bildquelle: BR Daniel Lozakovich | Bildquelle: BR

Schon mit neun Jahren gibt Daniel Lozakovich sein Orchesterdebüt mit dem Moscow Virtuosi Chamber Orchestra. In seiner bisherigen Karriere hat er mit zahlreichen renommierten Orchestern zusammengearbeitet. Viele Fans hat der junge Stockholmer für sich gewinnen können, ein ganz besonderer ist darunter: der Dirigent Valery Gergiev. "Daniel hat eine besondere Gabe", sagt der Maestro. Doch eine Gabe allein reicht nicht. Wenn es um seine Musik geht, dann ist Daniel Lozakovich ein richtiger Perfektionist. Er ist streng, vor allem zu sich selbst – denn er hat eine ganz klare Vorstellung davon, wie er musikalisch sein möchte. "Ich spiele nur Komponisten, die ich verstehe, die ich fühle", sagt Daniel. Und einer von diesen Komponisten ist Ludwig van Beethoven. Zusammen mit Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern verzaubert Daniel Lozakovich mit dem Violinkonzert das Publikum – und die KlickKlack-Zuschauer.

Der Jazzpianist Martin Tingvall

Der Jazzpianist Martin Tingvall während der Dreharbeiten. | Bildquelle: BR Martin Tingvall | Bildquelle: BR Martin Tingvall tritt gerne in ein Zweigespräch mit seinem Instrument. Stimmungen, Farben, Geschichten – jeden Tag entlockt er den Tasten neue Geheimnisse. 1974 in einem kleinen Dorf in Südschweden geboren, gehört er heute zu den Stars der Jazz-Szene, sein Tingvall Trio, das Martin gegründet hat, wurde schon mehrfach mit dem Echo Jazz ausgezeichnet. Doch Martin Tingvall ist nicht nur im Jazz zuhause: er schreibt Popballaden für Udo Lindenberg, er hat für zahlreiche Filme und "Tatort"-Folgen Musik komponiert. Und das hört man auch, denn seine emotionalen, ergreifend schönen Melodien lassen sofort Bilder im Kopf entstehen.

Ich bin ein Balladenmensch.
Martin Tingvall

Hier und da blitzen klassische Elemente durch, dann lässt Martin Tingvall seinen Heimatgefühlen freien Lauf und skandinavische Volksmusik erfüllt plötzlich den Raum. Und im nächsten Moment erobert wieder die Improvisationsfreiheit des Jazz die Klaviertastatur. Martin Tingvall hat längst die gängigen Genregrenzen hinter sich gelassen und seine ganz eigene Klangwelt geschaffen. Eigenwillig und sehr authentisch.

Der Pianist Nelson Goerner

"Ich glaube, es war vorbestimmt, dass wir uns treffen und zusammen Musik machen", sagt der argentinische Pianist Nelson Goerner. Der Landsmann und Klavierpartner von Sol Gabetta traf vor ein paar Jahren auf die KlickKlack-Moderatorin und Cellistin, seitdem spielen die beiden unheimlich gern zusammen. Nelson Goerner wurde In San Pedro, Provinz Buenos Aires geboren. "Es gab damals nicht sehr viel Musikleben dort", erzählt der Pianist. Seine Großmutter besaß ein verstimmtes Klavier. "Für mich war es das beste Instrument der Welt! Ich habe jede Minute geliebt, die ich an diesem Klavier verbracht hatte."

Die Komponisten sind viel bedeutender als wir Interpreten.
Nelson Goerner

Der argentinische Pianist Nelson Goerner während des Interviews. | Bildquelle: BR Nelson Goerner | Bildquelle: BR

Heute ist Nelson Goerner einer der führenden Pianisten seiner Generation. Nach dem Studium in Argentinien gewann er den 1. Preis beim Franz-Liszt-Wettbewerb in Buenos Aires. Daraufhin erhielt er ein Stipendium, das es ihm ermöglichte, am Konservatorium von Genf zu arbeiten. Inzwischen lebt er auch in der Schweiz, ist Dozent für Klavier an der Musikhochschule Genf, unterrichtet an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Seine Soloauftritte und Aufnahmen sind hochgelobt, so schreibt das BBC Music Magazine: "Dieser argentinische Pianist verkörpert Künstlertum auf höchstem Niveau. Bei Goerner fließt die Poesie so natürlich wie der Atem." Bei KlickKlack hören wir Nelson Goerner sowohl solo, als auch im Duo mit Sol Gabetta.

Sol Gabetta spielt zusammen mit dem Gewandhausorchester

Und zum Schluss der Sendung gibt es noch einen Ausschnitt aus dem selten gespielten Cellokonzert von Mieczyslaw Weinberg mit Sol und dem Gewandhausorchester unter Cristian Macelaru. In Leipzig musizierte Sol Gabetta mit diesem geschichtsträchtigen Orchester, dessen historische Wurzeln bis ins Jahr 1479 zurückreichen. Heute zählt es zu den renommiertesten Klangkörpern der Welt und ist berühmt für seinen dunklen, warmen, romantisch geprägten Streicherklang.

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