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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 19. Mai 2020 Mit Sol Gabetta aus Paris - "homemade"

Diesmal begrüßt Sol Gabetta die Zuschauer coronabedingt aus ihrem Domizil in Paris via Handy. Ihre Gäste sind die Weltklasse-Geigerin Alina Ibragimova, die KlickKlack in ihrem Zuhause in London getroffen hatte, und der Dirigent Giovanni Antonini, mit dem Sol Gabetta Schumanns Cellokonzert eingespielt hat.

Cellistin Sol Gabetta während der Aufzeichnung der KlickKlack-Moderatorin in Paris. | Bildquelle: BR

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Eigentlich hätte Sol Gabetta in diesen Tagen ein Konzert in der Pariser Philharmonie spielen sollen – doch es wurde, wie alle Konzerte weltweit, wegen der Coronapandemie abgesagt. Als kleiner Trost zeigen wir bei KlickKlack Ausschnitte aus einem früheren Konzert mit dem gleichen Programm: als Sol Gabetta Schumanns Cellokonzert zusammen mit dem Basler Kammerorchester in der Würzburger Residenz aufgeführt hatte. Am Pult stand damals Giovanni Antonini.

Dirigent und Blockflötist: Giovanni Antonini

Sol Gabetta und Giovanni Antonini mit dem Kammerorchester Basel bei Konzertende in der Würzburger Residenz. | Bildquelle: BR Sol Gabetta und Giovanni Antonini | Bildquelle: BR

Giovanni Antonini ist ein bekannter Blockflötenvirtuose der jüngeren Generation. Noch berühmter ist er als Leiter des preisgekrönten Ensembles Il Giardino Armonico, mit dem er immer wieder neue Projekte wagt. Seine musikalische Ausbildung erhält Giovanni Antonini in seiner Heimatstadt Mailand und am Zentrum für Alte Musik in Genf. Schon als Zwanzigjähriger gründet er ein Ensemble, das zu einem der erfolgreichsten in der Alten Musik wird: Il Giardino Armonico. Der Name ist Programm. Der "harmonische Garten" deutet auf Sinnlichkeit, Schönheit, Unschuld und Verspieltheit hin. Für seine zahlreichen, fast poppigen Vivaldi-Einspielungen wird das Ensemble mehrfach ausgezeichnet. Das gemeinsame Vivaldi-Album mit Cecilia Bartoli sogar mit einem Grammy Award. Für Antonini macht aber die historische Aufführungspraxis nicht in der Barockmusik halt. Er ist auch ein vielgefragter Dirigent für das klassische Repertoire. Mit dem Kammerorchester Basel hat er die neun Beethoven-Symphonien in einer wegweisenden Neuinterpretation aufgenommen. Und bis zum Jahr 2032 will Antonini sämtliche 107 Symphonien von Joseph Haydn historisch informiert eingespielt haben.

Schumann war ein großer Bewunderer von Bach, und an vielen Stellen in der Partitur kann man es spüren.
Giovanni Antonini über das Cellokonzert von Robert Schumann

Zusammen mit Sol Gabetta und dem Kammerorchester Basel wagte sich Giovanni Antonini auch an das romantische Repertoire - und dirigierte das Cellokonzert von Robert Schumann. "Ich habe zu diesem Projekt Ja gesagt aus einem gewissen Abenteuer-Geist heraus", erzählt er bei KlickKlack. "Ein Stück erarbeiten und es dann aufführen, das nicht Teil meines musikalischen Lebens ist - das war interessant und neu."

Die Geigerin Alina Ibragimova

Geigerin Alina Ibragimova. | Bildquelle: BR Alina Ibragimova | Bildquelle: BR

Noch vor dem großen Lockdown besuchte KlickKlack die in der ehemaligen Sowjetunion geborene Geigerin Alina Ibragimova in ihrer Wahlheimat London. Mit einem breiten Repertoire, das von der Musik des Barock bis zu Auftragskompositionen reicht, hat sich Alina Ibragimova den Ruf als eine der versiertesten und interessantesten Geigerinnen ihrer Generation erworben. 1985 geboren, begann sie ihre musikalische Ausbildung am renommierten Gnessin-Institut in Moskau. Im Alter von zehn Jahren übersiedelte sie zusammen mit ihrer Familie nach Großbritannien, wo sie ihr Studium an der Yehudi Menuhin School und am Royal College of Music fortsetzte. Die Geigerin, zu deren Lehrern Natasha Boyarsky oder Christian Tetzlaff zählen, erhielt bald zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen und machte international Karriere.

Das sind die besten Momente, wenn du aufhörst zu denken. Du spielst die Musik nicht, sie spielt dich.
Alina Ibragimova

Natürlichkeit und Echtheit zeichnen heute ihr Geigenspiel aus. Es geht Alina Ibragimova nicht um Brillanz und Schönheit, um technische Meisterschaft oder ums Gefallen wollen. Es geht ihr darum, zum Kern vorzudringen, das Wesen der Musik zu ergründen, die sie spielt. Darüber redet sie auch bei KlickKlack – und spielt Mendelssohn, Schostakowitsch und Bach.

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