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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 15. Oktober 2019 Mit Sol Gabetta in Paris

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauer aus Paris. Hier spielt sie mit Vilde Frang und Bertrand Chamayou Beethovens Tripelkonzert und Bertrand Chamayou gibt sein Debut als Dirigent. Außerdem gratuliert KlickKlack Mariss Jansons zum Opus Klassik für sein Lebenswerk und zeigt die wichtigsten Stationen im Leben des Maestros. Zu Gast ist auch der 1. Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs im Fach Klarinette - Joë Christophe.

Cellistin und KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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Im Pariser Maison de la Radio in Paris, dem Gebäude am rechten Seine-Ufer, das den öffentlichen Hörfunksender Radio France beherbergt, probt Sol Gabetta gemeinsam mit der Geigerin Vilde Frang, dem Pianisten Bertrand Chamayou und dem Orchestre Philharmonique de Radio France das Tripelkonzert von Beethoven. Bertrand Chamayou hat als Artist in Residence bei Radio France die beiden befreundeten Solistinnen eingeladen, dieses Werk in seiner Heimatstadt Paris aufzuführen. Und es gibt hier auch eine ganz besondere Premiere: Zum ersten Mal tritt Bertrand nicht nur als Pianist, sondern gleichzeitig auch als Dirigent in Erscheinung.

Vilde Frang, Bertrand Chamayou und Sol Gabetta beim Interview während der Proben im Maison de la Radio. | Bildquelle: BR Vilde Frang, Bertrand Chamayou und Sol Gabetta | Bildquelle: BR

"Eigentlich wollte ich ja gar nicht dirigieren, aber der Dirigent, den ich eingeladen hatte, hatte leider keine Zeit", erzählt Bertrand. Und dann habe seine langjährige Kammermusikpartnerin und gute Freundin Sol Gabetta ihn auf die Idee gebracht, vom Klavier aus das Orchester zu leiten. "Anfangs war ich schon ein bisschen ängstlich", gibt Bertrand zu. Schließlich hat sich der Pianist das Dirigieren ganz autodidaktisch angeeignet. Doch seine Mitmusikerinnen sind restlos von seinen Fähigkeiten begeistert: "Das klingt so, als hättest du in deinem Leben nichts anderes gemacht!" KlickKlack schaute den Musikern bei dieser spannenden Probe über die Schulter.

Herzlichen Glückwunsch, Mariss Jansons!

Seit 2003 ist Mariss Jansons Chefdirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Schon damals war der 1943 in Riga geborene Dirigent längst vom Geheimtipp zum weltweit gefeierten Pultstar aufgestiegen. Vor allem seine Ära bei den Osloer Philharmonikern begründet seinen Ruhm. Inzwischen wurde Jansons mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, zum Beispiel mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern, dem Bayerischen Maximiliansorden oder dem Ernst von Siemens Musikpreis. Außerdem ist Mariss Jansons Ehrenmitglied der Berliner und der Wiener Philharmoniker. Jetzt wurde der Dirigent mit dem OPUS  KLASSIK 2019 für sein Lebenswerk gewürdigt.

Als Dirigent muss man inspirieren, spontan sein, Feuer geben!
Mariss Jansons

Mariss Jansons, Chefdirigent des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. | Bildquelle: BR Mariss Jansons | Bildquelle: BR

Der  OPUS KLASSIK wurde 2018 erstmals vergeben und gilt nach dem Aus des ECHO Klassik als hochrangigste Auszeichnung dieser Art in Deutschland. Ausrichter des in mehreren Kategorien vergebenen Preises für klassische Musik ist der Verein zur Förderung der Klassischen Musik e. V., in dem Label, Veranstalter, Verlage und Personen der Klassik-Welt vertreten sind. Die Sprecherin der Jury, Dr. Kerstin Schüssler-Bach, sagte zur Entscheidung: "Seit Jahrzehnten ist Mariss Jansons ein Garant für unvergessliche Konzerterlebnisse auf den großen Podien der Welt. Seine Dirigate vor allem des spätromantischen Repertoires und der klassischen Moderne spüren die Essenz, die tiefe Humanität und Wahrheit dieser Werke auf. Interpretationen unter Mariss Jansons sind Sternstunden für das Publikum wie für seine Musikerinnen und Musiker gleichermaßen."

Der Klarinettist Joë Christophe

Dieses Jahr gab es beim dem ARD-Musikwettbewerb im Fach Klarinette ein historisches Ergebnis: Neben einem ersten Preis, wurden auch zwei zweite Preise im Münchner Prinzregententheater vergeben. Die Jury verkündete damit das beste Ergebnis für das Fach Klarinette in der 68-jährigen Geschichte des Wettbewerbs. Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis wurde an Joë Christophe aus Frankreich vergeben. Er hatte die Juroren mit seiner Musikalität und technischen Perfektion überzeugt.

Der französische Klarinettist Joë Christophe, 1. Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2019 im Fach Klarinette. | Bildquelle: BR Joë Christophe | Bildquelle: BR

"Tag und Nacht habe ich gearbeitet, um die Stücke technisch zu beherrschen. Das war harte Arbeit", erzählt Joë Christophe. Der 25-Jährige kommt aus einem kleinen Dorf in Nordfrankreich. Zu Hause bei den Christophes wurde viel Musik gehört: Klassik, Jazz, oder auch Jacques Brel. Seine Klarinetten-Karriere nahm an einer kleinen Musikschule im Nachbarsdorf ihren Anfang. Dabei wollte Joë zuerst eigentlich viel lieber Posaune lernen. "Ich war fünf oder sechs Jahre alt und ein Freund sagte mir: lern' bloß nicht Posaune, denn dein rechter Arm wird länger werden als der linke!" Und so ist es dann doch die Klarinette geworden.

Mein ganzes Leben habe ich mich auf den Wettbewerb vorbereitet. Er ist wie der Höhepunkt all meiner Arbeit.
Joë Christophe

Heute ist Joë Christophe über seine Instrumentenwahl sehr glücklich und hat sie – trotz unzähliger Übestunden - bis heute nicht bereut. Dabei ist dem Franzosen wichtig, auch ein Leben "außerhalb" der Musik zu haben. "Ein Musiker darf sich nicht in einem Besenschrank einsperren und nur Musik machen,“ sagt er. „Man muss viel ausprobieren, denn was du erlebst, formt deine Persönlichkeit, und das überträgt sich auf dein Instrument und die Musik."

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