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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 22. September 2021 Mit Sol Gabetta in München

Zur ersten Sendung nach der Sommerpause begrüßt Sol Gabetta die Zuschauerinnen und Zuschauer aus München. Hier spielte sie mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bei "Klassik am Odeonsplatz". Ihre Gäste in der Sendung sind: Anna Netrebko, die zum 50. Geburtstag auf eine sensationelle Karriere zurückblickt, und die Akkordeonistin Viviane Chassot, die gerade mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet wurde.

KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta im Hofgarten in München. | Bildquelle: BR

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Anna Netrebko zum 50. Geburtstag

Anna Netrebko: Diese Sängerin hat in der Klassikwelt ein regelrechtes "Anna-Fieber" ausgelöst, eine Popularität wie es sie zuvor kaum gab. Seit ihrem internationalen Durchbruch 2002 bei dem Salzburger Festspielen ist die Sopranistin in aller Munde, die Bühnen der Welt reißen sich um sie. Damals inszenierte Martin  Kušej "Don Giovanni" und für die Rolle der Donna Anna wurde eine ganz junge Sängerin aus Russland engagiert. Schon nach der ersten Probe lag Salzburg ihr zu Füßen. Später war es vor allem die Partie der Susanna in Mozarts "Le Nozze di Figaro", bei der sie neben ihrer tollen Stimme ihre ansteckende Spielfreude ausleben und damit das ganze Ensemble mitreißen konnte. Auch ihre Violetta in Verdis "Traviata" war einer der denkwürdigen ersten Höhepunkte ihrer Karriere.

Ich bin kein Star und auch keine Diva. Ich gebe mein Bestes, ich möchte einfach nur gut singen, die Leute zum Weinen oder zum Lachen bringen.
Anna Netrebko

Anna Netrebko im Interview während der Salzburger Festspiele 2006. | Bildquelle: BR Anna Netrebko im Interview während der Salzburger Festspiele 2006 | Bildquelle: BR

Anna Netrebko kam am 18. September 1971 in Krasnodar im Süden Russlands zur Welt. "Ich wollte schon immer auf die Bühne, aber lieber als Schauspielerin oder Tänzerin – nicht als Sängerin", erzählt sie uns. Oper hätte sie im jungen Alter sogar gehasst, dafür liebte sie Operetten – diese Leichtigkeit, diese spielerische Lebensfreude. Also bewarb sich Anna als Operettensängerin am Konservatorium. Doch hier empfahl man ihr, es doch mit dem Opernfach zu probieren. Zum Glück sagte Anna Netrebko: "Ok, wenn es denn sein muss." Und so nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

KlickKlack durfte die russische Starsopranistin an verschiedenen Stationen ihres Werdegangs begleiten. Zu ihrem 50. Geburtstag blicken wir zurück auf eine unvergleichliche Karriere des Publikumslieblings mit einer fantastischen Stimme und kompromisslosen Bühnenpräsenz – und sagen: alles Gute, Anna!

Die Akkordeonistin Viviane Chassot

Die Akkordeonistin Viviane Chassot in Basel. | Bildquelle: BR Die Akkordeonistin Viviane Chassot | Bildquelle: BR

"Mein Vater hat immer zu Weihnachten das Akkordeon herausgeholt und darauf gespielt", erzählt Viviane Chassot. Als kleines Mädchen fasziniert sie der große Kasten, aus dem so viele Töne herauskommen – und irgendwann sagt sie: "Jetzt will ich, dass es immer Weihnachten ist!" Und fängt selbst mit Akkordeonspielen an. Doch das übliche Akkordeon-Repertoire, das hauptsächlich volksmusikalisch geprägt ist, interessiert Viviane nicht besonders. Als sie im Alter von 12 Jahren im Radio ein Stück von J.S. Bach hört, das ein Akkordeonist interpretiert, ist es um sie geschehen. Seitdem spielt die Schweizerin Haydn, Mozart, Rameau – und natürlich Bach – und holt damit ihr Instrument endgültig aus der Volksmusik-Schublade. Mit ihrer Spielweise und ihren innovativen Arrangements arbeitet sie sich zu einer international gefragten Solistin und Kammermusikerin hoch.

Dieses Instrument atmet wie ein Lebewesen. Der Kontakt zum Körper und die viele Knöpfe – das macht einfach Spaß!
Viviane Chassot

Heute tritt die Musikerin aus Basel weltweit auf: in der Philharmonie Berlin, im Guggenheim Museum New York, im Konzerthaus Wien oder der Tonhalle Zürich. Sie arbeitet mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle zusammen. Neben Klassik hat sie auch Jazz, Weltmusik und Neue Musik im Repertoire, sie improvisiert auch gerne auf dem Akkordeon. "Es gibt keine Musikrichtung, die man nicht auf dem Akkordeon machen kann", sagt die sympathische Schweizerin. Für diese Experimentierfreude wurde sie dieses Jahr mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet.

Sol Gabetta bei "Klassik am Odeonsplatz" in München

Stargast des Abends ist die argentinische Cellistin Sol Gabetta, bekannt auch als Moderatorin des Musikmagazins "KlickKlack" im BR Fernsehen. Sie spielte das traumhaft poetische Cellokonzert von Robert Schumann. | Bildquelle: BR/PRO EVENTS Veranstaltungs GmbH/Marcus Schlaf Bildquelle: BR/PRO EVENTS Veranstaltungs GmbH/Marcus Schlaf

Zum Schluss der Sendung nimmt uns Sol Gabetta mit zu ihrem persönlichen Sommerhighlight: dem Klassik am Odeonsplatz. Hier spielte sie unter freiem Himmel in der Feldherrnhalle, majestätisch flankiert von Residenz und Theatinerkirche, das poetische Cello-Konzert von Robert Schumann zusammen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Daniel Harding. Nach einjähriger pandemiebedingter Pause konnte das populäre Münchner Klassik-Open-Air endlich wieder stattfinden – und es war ein ganz besonders emotionaler Moment für die Musikerin und natürlich auch für das Publikum.

Sendung: "KlickKlack" am 22. September 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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