BR-KLASSIK

Inhalt

KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 6. Oktober 2020 Mit Sol Gabetta in München

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauer diesmal aus München. Ihre Gäste in der Sendung sind: Johanna Summer, die Jazzsensation des Jahres, und Emmanuel Pahud, der Solo-Flötist der Berliner Philharmoniker. Außerdem stellen wir ein außergewöhnliches Corona-Hilfsprojekt für Musiker aus der Schweiz vor.

Sol Gabetta moderiert die KlickKlack-Sendung aus dem Gasteig in München. | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

Ganze Sendung anschauen

"Wir haben entschieden, dass wir Musikerinnen und Musiker aus allen Branchen -  also nicht nur Klassik, sondern auch Pop, Rock, Hip-Hop, Rap – zu #SolidarityForMusic einladen wollten", erzählt Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festivals. "Dass wir uns mit ihnen vereinen und gemeinsam eine Botschaft heraustragen: Jetzt müssen wir was tun, eure Hilfe ist wichtig!"

Federica Vecchio und Eleonora Savini spielen für das Corona-Hilfs-Projekt für Musiker "solidarity for music". | Bildquelle: BR Über 1.700 Musikerinnen und Musiker haben an #SolidarityForMusic mitgewirkt. | Bildquelle: BR Auf die wirtschaftliche Not der Musikerinnen und Musiker aufgrund der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen und ihnen zu helfen – das war das Ziel der Hilfsaktion #SolidarityForMusic, das das Schweizer Klassik-Festival ins Leben gerufen hat. Die Charity-Aktion wurde zum vollen Erfolg: Ensembles und Chöre, Orchester und Solisten, Prominente Musiker und Laien haben sich daran beteiligt und ihre Version der "Ode an die Freude" von Beethoven auf der Webplattform des Festivals hochgeladen. Und damit ein richtiges Feuerwerk an kreativen Ideen losgetreten: "Freude schöner Götterfunken" wurde gesungen, gepfiffen, gejodelt, musiziert wurde auf klassischen Instrumenten, auf E-Gitarren, Nasenflöten, Wassergläsern, Glocken, elektrischen Zahnbürsten und sogar mit einem 3D-Drucker.

Man kann auch mit kleinen Dingen viel erreichen – diese Kampagne hat es gezeigt!
Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festivals

Cecilia Bartoli, Patricia Kopatchinskaja, Igor Levit – und auch KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta beteiligten sich an der Aktion, über 1.700 Menschen haben insgesamt an #SolidarityForMusic mitgewirkt. Die gesammelte Geldsumme von rund 275.000 CHF, die sich aus Spenden der Projekt-Partner, privaten Großspenden und Direktspenden auf der Kampagnenwebsite zusammensetzt, ging an den Verband Schweizer Musikerinnen und Musiker SONART. Mit diesem Geld sollen von der Pandemie besonders hart betroffenen Künstlern  geholfen werden.

Die Jazzpianistin Johanna Summer

Jazzpianistin Johanna Summer. | Bildquelle: BR Johanna Summer | Bildquelle: BR Wenn Johanna Summer am Flügel sitzt, dann gibt es nur sie und das Instrument. Das Gesicht nah an den Tasten, der Körper ein wenig zusammengekrümmt, als würde sie mit der Musik verschmelzen wollen. Schießt ihr ein Gedanke durch den Kopf, schiebt sie ihn schnell beiseite: "Nachdenken im Moment des Spielens ist nie hilfreich."
Dass Johanna Jazzpianistin geworden ist, hat sich erst spät ergeben. Bis sie 16 Jahre alt war, hat sie den Klavierunterricht nie besonders ernst genommen. "Ich habe sehr wenig geübt", gesteht sie. "Ich war faul, ich habe alle anderen Dinge lieber gemacht als Üben." Improvisieren lag ihr zwar schon immer mehr als der klassische Klavierunterricht, doch lange Zeit wusste sie nicht genau, wie sie es richtig angehen soll. Irgendwann ist ein Jazzpianist an ihrer Musikschule aufgetaucht und hat sich Johannas Talent angenommen. "Und plötzlich ergab alles Sinn", sagt sie heute.

Ich habe zu Schumann einen emotionalen Bezug. Ich bin mit ihm aufgewachsen und habe die Stücke schon als kleines Kind gespielt.
Johanna Summer

Mit ihren 25 Jahren gehört Johanna Summer zu den großen Jazztalenten in Deutschland. Für ihr erstes Soloalbum hat sie sich Stücke aus Schumanns Zyklen "Album für die Jugend" und "Kinderszenen" ausgesucht. Damit der Kontrast so groß wie möglich ist, verknüpft sie zum Beispiel das wilde "Knecht Ruprecht" mit dem schwelgerischen Stück "Träumerei". Beim Improvisieren über die Themen erhält Johanna die Kerngedanken und die Stimmung der Originale, verwandelt sie aber in ganz eigenständige Musik - und es ist jedes Mal ein Erlebnis, ihr dabei zuzuhören.

Der Flötist Emmanuel Pahud

Gerade einmal 19 war er, noch Student, da hatte er schon eine feste Orchesterstelle in Basel. Mit 22 wurde Emmanuel Pahud dann jüngster Soloflötist in der Geschichte der Berliner Philharmoniker. Zum Orchestermusiker kamen der Kammermusiker und der Solist dazu – sich auf eine Sache zu beschränken ist nichts für das Multitalent aus der Schweiz. 

Ich spiele gerne mit Farben, mit Schatten, mit Licht.
Emmanuel Pahud

Emmanuel Pahud, der Solo-Flötist der Berliner Philharmoniker. | Bildquelle: BR Emmanuel Pahud | Bildquelle: BR

Zu seinem Instrument kam er durch Mozarts Flötenkonzert Nr.1, das er als Vierjähriger aus der Nachbarswohnung hörte. "Das Mozart-Konzert hat mein Leben geprägt und verändert", sagt er. Mit 15 Jahren interpretierte Pahud dieses Werk bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Solist mit dem Belgischen Nationalorchester, später mit den Berliner Philharmonikern unter ihrem damaligen Chef Claudio Abbado. In seiner Laufbahn wurde Emmanuel Pahud, der wohl zu den bekanntesten Flötisten der Gegenwart zählt, mit zahlreichen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Für den Musiker ist es aber das Schönste und Größte, wenn er Menschen im Konzert berührt. "Die kommen nach dem Konzert zu mir und sagen, das hat mich so motiviert, ich will jetzt auch meine innere Stimme befreien."

Sol Gabetta spielt in München

Zum Schluss der Sendung zeigen wir ganz frische Impressionen von Sol Gabettas Konzert in der Philharmonie im Gasteig. Hier spielte sie mit den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev das Cellokonzert Nr.1 von Dmitrij Schostakowitsch.

Sendung: "KlickKlack" am 6. Oktober 2020 um 23:45 Uhr im BR Fernsehen

    AV-Player