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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 23. Oktober 2018 Mit Sol Gabetta in Paris

In dieser KlickKlack-Ausgabe zeigt Sol Gabetta den beeindruckenden Konzertsaal La Seine Musicale in Paris, stellt die Preisträgerin des Gramophone's 'Artist of the Year' Award, die Barockgeigerin Rachel Podger vor und lernt die Jazz-Sängerin Nesrine Belmokh kennen, die gerade mit ihrer Band NES ihr erstes Album herausgebracht hat.

KlickKlack am 23.10.2018 mit Sol Gabetta | Bildquelle: BR

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KlickKlack | 23.10.2018

Mit Sol Gabetta in Paris

Nesrine Belmonkh und ihre Band NES

Nesrine Belmonkh ist als klassische Cellistin an der Oper in Valencia (Palau de les Arts Reina Sofia) engagiert, hier tritt sie mit namhaften Musikern wie Lorin Maazel oder Daniel Barenboim auf. Eigentlich ein Traumberuf! Doch eine Sache geht ihr nicht aus dem Kopf: denn eigentlich will sie eigene Songs schreiben, als Sängerin auf der Bühne stehen.

KlickKlack am 23.10.2018 mit Sol Gabetta | Bildquelle: BR Nesrine Belmonkh von NES | Bildquelle: BR

Irgendwann lernt Nesrine den spanischen Perkussionisten David Gadea und den französischen Cellisten Matthieu Saglio kennen -  gemeinsam erfüllen sie sich ihren Traum und gründen ein Trio, das Nesrines Spitznamen trägt: NES. Jazzig und soulig klingt es, ein Mix aus französischen Chansons und traditioneller arabischer Musik. Ihre Inspiration schöpft Nesrine aus ihrem „altem" Leben in Frankreich und aus der Gegenwart im  spanischen Valencia. Genauso wichtig sind der Cellistin und Sängerin ihre algerischen Wurzeln - und auch die neuralgischen Themen unserer Zeit. Die Musik von NES ist eine  Hommage an die Liebe, an die Hoffnung auf den Frieden in der Welt. Und diese Botschaft singt Nesrine Belmonkh auf französisch, englisch und arabisch.

NES auf Tour 2018

21. Oktober – Köln, Altes Pfandhaus
23. Oktober – Wien, Sargfrabrik
25. Oktober – Stuttgart, BIX
26. Oktober  - Wiesbaden, Walhalla Studio Theater

Rachel Podger – Spezialistin für Barockgeige

Wir gratulieren: Rachel Podger ist „Artist of the Year“ der Gramophone Classical Music Awards 2018. Dieser Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen in der klassischen Musik. Doch für die britische Musikerin ist die begehrte Auszeichnung kein Anlass, sich auf dem schon erreichten – sehr hohen - Level auszuruhen. Der hochkarätige Preis spornt Rachel Podger weiter an, in noch höhere Sphären der Barockmusik aufzusteigen.

Mit einer Barockgeige kann man richtig extrem spielen.
Rachel Podger

KlickKlack am 23.10.2018 mit Sol Gabetta | Bildquelle: BR Die Barockgeigerin Rachel Podger | Bildquelle: BR

KlickKlack trifft Rachel Podger im Pariser Musikzentrum La Seine Musicale. Ihre Augen leuchten, als sie uns die Vorzüge ihres Instruments – der Barockgeige  - gegenüber der modernen Violine bis ins Detail erklärt. Die immense Unmittelbarkeit des Klangs, die besondere Art der Reibung zwischen dem Bogen und den Saiten: „Man kann mit unzählig vielen Stimmen auf diesem Instrument sprechen“, sagt Rachel Podger. „Man kann damit bis zur letzten Grenze der Expressivität vordringen.“ Beim Konzert lauschen wir dann Rachel und ihrer Barockgeige – und lassen uns von diesem süßlich-scharfen, extrem expressiven Klang verzaubern.

La Seine Musicale in Paris – ein Konzertsaal der Superlative

Wie eine rundlich geformte Muschel thront La Seine Musicale über dem Pariser Fluss Seine. Es sieht aus wie ein überdimensionales Vogelnest, das besondere daran: Ein gigantisches Segel, mit Solarzellen bestückt, wandert je nach dem Stand der Sonne um das Gebäude herum. Das Segel schützt vor direkter Sonnenstrahlung und erzeugt Strom.

KlickKlack am 23.10.2018 mit Sol Gabetta | Bildquelle: BR La Seine Musicale in Paris | Bildquelle: BR

2013 bekam der japanische Architekt Shigeru Ban als Gewinner eines internationalen Wettbewerbes den Zuschlag für den Bau des Musikzentrums. Für das riesige Projekt holte Ban den Franzosen Jean de Gastines mit ins Boot. Letztes Jahr wurde der 170 Millionen-Bau fertiggestellt und mit einem Konzert von Bob Dylan feierlich eröffnet. Der Kultur-Komplex umfasst eine große Halle für bis zu 6000 Besucher, die vor allem für Popkonzerte genutzt wird und einen 1150 Plätze-Konzertsaal „Auditorium“ – die Heimat für klassische Musik.

KlickKlack trifft hier auf die  Dirigentin Laurence Equilbey, die seit April 2017 die Planung von Konzerten im Auditorium für ihr Insula Orchestra und Gastensembles verantwortet. Laurence Equilbey erklärt uns die Besonderheiten der Akustik und das Raffinement der Architektur des Konzertsaals. Chöre, Solisten und große Symphonieorchester erwartet im Auditorium des La Seine Musicale nämlich eine ausgezeichnete Akustik. Das Konzept dafür hat das Tokioter Büro Nagata Acoustics entworfen, das auch schon die Pariser Philharmonie und die Elbphilharmonie akustisch gestaltete. Anders als in Hamburg wurden hier allerdings nicht die klanglichen Kontraste betont, sondern der Fokus lag auf der Harmonie des Gesamtklanges. Der warme Klang wird optisch durch das hölzerne Korbgeflecht an den Saalwänden unterstützt. Dafür wurden hier ganze 1.700 individuell gewellte Kiefernholzstücke wabenförmig zusammengesetzt.

Der Klang ist hier sehr warm und gleichzeitig sehr präzise.
Laurence Equilbey

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