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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 9. Februar 2022 Mit Sol Gabetta in Stockholm

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit Eindrücken von ihrem Konzert für die Nobel-Preisträger in Stockholm. Ihre Gäste in der Sendung sind: Laura Sprechmann vom Nobelpreis-Komitee, die Geigerin Alina Ibragimova und der Gitarrist Thibaut Garcia.

KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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Der Gitarrist Thibaut Garcia

Als Thibaut Garcia gerade einmal fünf Jahre alt war, hat ein Hit des Gitarren-Repertoires, das "Concierto de Aranjuez" von Joaquin Rodrigo, ihn schwer beeindruckt. Damals hat er das Stück nämlich als Video gesehen. "Ein unglaublich prägender Eindruck", sagt Thibaut über diesen Moment. "Wahrscheinlich ist es das Stück, das mich überhaupt zur klassischen Gitarre gebracht hat." Inzwischen hat der heute 27-Jährige das "Concierto de Aranjuez" selbst auf CD aufgenommen. Und noch viele andere Werke. Er ist ein gern gesehener Gast im Théâtre des Champs-Élysées Paris, dem Concertgbouw in Amsterdam oder der Londoner Wigmore Hall und arbeitet mit Starmusikern wie dem Countertenor Philippe Jaroussky oder der Trompeterin Lucienne Renaudin Vary zusammen.

Wenn du ein Instrument spielst, dann freuen sich alle und lächeln. Es verbindet alle.
Thibaut Garcia

Gitarrist Thibaut Garcia während des KlickKlack-Interviews. | Bildquelle: BR Thibaut Garcia | Bildquelle: BR

"Das Faszinierende an der Gitarre ist: Du kannst einfach alles spielen - von der Lautenmusik bis zur Moderne", sagt Thibaut. "Also Musik aus 400 Jahren." Thibaut Garcia lebt heute in Paris. Aber eigentlich kommt er aus Toulouse, der Stadt im Westen Frankreichs, in die während des Franco-Regimes viele Spanier emigrierten. Auch Thibauts Vater ist Spanier, beide Eltern spielen selbst Gitarre. Dieser spanisch-französischer Kultur-Mix prägte Thibaut nachhaltig. Überhaupt spielt die Familie im Leben von Thibaut Garcia eine große Rolle. Auch in der Musik-Auswahl für seine Alben ist es ihm sehr wichtig, die Einflüsse zu verdeutlichen, die in verschiedenen Kulturen bestehen, sagt er. Und wie sich diese Einflüsse in der Musik spiegeln.

Die Geigerin Alina Ibragimova

Mit einem breiten Repertoire, das von der Musik des Barock bis zu Auftragskompositionen reicht, hat sich Alina Ibragimova den Ruf als eine der versiertesten und interessantesten Geigerinnen ihrer Generation erworben. 1985 in der ehemaligen Sowjetunion geboren, begann sie ihre musikalische Ausbildung am renommierten Gnessin-Institut in Moskau. Im Alter von zehn Jahren übersiedelte sie zusammen mit ihrer Familie nach Großbritannien, wo sie ihr Studium an der Yehudi Menuhin School und am Royal College of Music fortsetzte. Die Geigerin, zu deren Lehrern Natasha Boyarsky oder Christian Tetzlaff zählen, erhielt bald zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen und machte international Karriere.

Das sind die besten Momente, wenn du aufhörst zu denken. Du spielst die Musik nicht, sie spielt dich.
Alina Ibragimova

Geigerin Alina Ibragimova während des KlickKlack-Interviews. | Bildquelle: BR Alina Ibragimova | Bildquelle: BR

Natürlichkeit und Echtheit zeichnen heute ihr Geigenspiel aus. Es geht Alina Ibragimova nicht um Brillanz und Schönheit, um technische Meisterschaft oder ums Gefallen wollen. Es geht ihr darum, zum Kern vorzudringen, das Wesen der Musik zu ergründen, die sie spielt. KlickKlack begleitet die Geigerin bei ihrem Konzert im Historischen Reitstadel in der Oberpfalz. Hier spielte Alina gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra Beethovens Violinkonzert – und dirigierte selbst vom Geigenpult aus. "Da gibt es eine Menge Feuer und eine Menge Energie in diesem Konzert", sagt Alina. "Aber es gibt auch so viel Weichheit in dieser Musik. Das kann dieses Orchester wunderbar, es klingt fast wie Samt."

Sol Gabetta spielt beim Galakonzert für die Nobelpreisträger

Seit 2005 findet jedes Jahr am 8. Dezember das Nobelpreis-Konzert im Konserthuset Stockholm statt. Das Konzert ist Teil des offiziellen Programms der Nobelwoche und ist den Nobelpreisträgern des jeweiligen Jahres gewidmet. Berühmte Solisten und Dirigenten reisen zu diesem Weltereignis nach Schweden und treten gemeinsam mit dem Königlichen Philharmonischen Orchester Stockholm (Kungliga Filharmoniska Orkestern) auf. 2021 fiel die Wahl auf die Cellistin Sol Gabetta und den US-amerikanischen Dirigenten Ryan Bancroft.

Das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ryan Bancroft mit Solistin Sol Gabetta während des Nobel Preis Konzerts. | Bildquelle: BR Das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Ryan Bancroft mit Solistin Sol Gabetta während des Nobelpreis-Konzerts. | Bildquelle: BR

"Nachdem wir in diesem Jahr so viel mitgemacht haben, wollten wir ein Zeichen setzen, ein Zeichen voller Hoffnung und Energie, für eine strahlende Zukunft", erklärt Laura Sprechmann vom Nobelpreis-Komitee. Die beiden Künstler würden diese Botschaft perfekt verkörpern. Beim Gala-Konzert musizierten Sol Gabetta und Ryan Bancroft das Cellokonzert von Camille Saint-Saëns. "Das Stück hat viele Zweifel und auch Hoffnung", sagt Ryan Bancroft. Und freut sich sichtlich: "Es wird ein großartiges Konzert!" Für Sol Gabetta ist dieses Ereignis definitiv "eines der großen Highlights des letzten Jahres". Sogar König Carl XVI. Gustaf von Schweden wohnte diesem besonderen Konzert bei. Und KlickKlack durfte für Sie dabei sein.

Sendung: "KlickKlack" am 9. Februar 2022 um 00:15 Uhr im BR Fernsehen

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