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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 20. Oktober 2021 Mit Sol Gabetta in Oslo

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer aus Oslo. Hier spielte sie zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Oslo unter der Leitung von Klaus Mäkelä das selten aufgeführte Werk von Ernest Bloch "Schelomo". Außerdem begleiten wir die Pianistin Beatrice Rana bei den Aufnahmen ihres neuen Chopin-Albums.

KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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Die Pianistin Beatrice Rana

Bach war lange Zeit ihr Lebenselixier. Goldberg-Variationen spielte Beatrice Rana schon als Kind. Zu jeder Klavierstunde hat sie damals ihrem Lehrer eine neue Variation mitgebracht – mit nur elf Jahren. "Es ist so viel Menschlichkeit in diesem Stück", sagt Beatrice. Ihr Konzertdebüt gibt Beatrice schon mit neun – natürlich mit einem Klavierkonzert von Bach, mit 16 schließt sie ihr Studium mit Bestnoten ab, 2013 gewinnt sie den zweiten Preis und den Publikumspreis beim renommierten Van Cliburn Klavierwettbewerb.

Heute spielt Beatrice mit Spitzenorchestern auf der ganzen Welt. 2019 gab sie ihr Carnegie Hall-Debüt, danach folgten die Berliner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Und das alles weit vor ihrem 30. Lebensjahr! Gerade ist ihr viertes Album beim Label Warner Classics erschienen. Dafür hat sie die zwölf Etüden Op. 25 und alle vier Scherzi von Frédéric Chopin aufgenommen und damit eine Hommage an einen Komponisten veröffentlicht, den sie erst mit 18 Jahren für sich entdeckt und vor Publikum gespielt hat. 

So eine Aufnahme ist für die Ewigkeit, denn sie kann immer wieder angehört werden. Und es ist schwierig, genau den richtigen Moment zu treffen, auch wenn man das Stück so oft wiederholt.
Beatrice Rana

Die italienische Pianistin Beatrice Rana am Klavier. | Bildquelle: BR Die Pianistin Beatrice Rana | Bildquelle: BR

KlickKlack durfte die Pianistin beim Aufnahmeprozess des Albums im Berliner Teldex-Studio begleiten. "Der Anfang einer Aufnahmesitzung ist immer hart", erzählt uns Beatrice. "Ich habe ja die Stücke für den Konzertsaal und fürs Publikum einstudiert. Wenn man dann sieht, was so ein Mikrophon alles einfängt, dann ist das erst mal schon schockierend." An ihrer Seite ist der Tonmeister Jørn Pedersen, mit ihm arbeitet die Pianistin schon seit langem zusammen. "Er kennt mich gut und gleichzeitig weiß ich, ich kann von ihm alles verlangen." Zusammen tüfteln die beiden bis ins kleinste Detail am Klang, verändern die Mikrophon-Einstellungen, lauschen, ändern wieder – bis das Ergebnis passt. "Man könnte es mit Kochen vergleichen", sagt Jørn Pedersen. "Man gibt etliche Zutaten rein und hinterher musst du es noch abschmecken. Klar hast du deine Hauptmikrophone, aber die Würze und den Geschmack machen dann die kleinen."

Der Dirigent Klaus Mäkelä

Mit sieben wusste Klaus Mäkelä, dass er Dirigent werden möchte. Ein paar Jahre später stand er schon vor finnischen Profiorchestern und schwang den Dirigierstab. "Am Pult zu stehen ist für mich ganz natürlich und angenehm", erzählt der Finne. An der renommierten Sibelius-Akademie in Helsinki lernte Klaus Mäkelä Orchesterleitung bei Jorma Panula, in dessen Dirigentenschmiede schon Esa-Pekka Salonen, Mikko Franck und Jukka-Pekka Saraste ihre Ausbildung erhielten. "Jede Woche standen wir vor dem Orchester - und ich habe mich schnell daran gewöhnt, als ob ich gar nicht auf einer Bühne wäre."

Das ist eine meiner großen Leidenschaften, über verschiedene Programme nachzudenken.
Klaus Mäkelä

Klaus Mäkelä, der finnische Cellist und Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra, im Gespräch mit KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR Der Dirigent Klaus Mäkelä | Bildquelle: BR

Heute ist Klaus Mäkelä mit gerade mal 25 Jahren schon Chefdirigent der Osloer Philharmoniker. Neben seiner Tätigkeit in Oslo übernimmt er die künstlerische Beratung des Orchestre de Paris, bevor er dort 2022 selbst Chefdirigent sein wird. Außerdem ist er Erster Gastdirigent beim Schwedischen Radio-Symphonieorchester und leitet das finnische Turku Festival. Klaus Mäkelä ist nicht nur Dirigent - auch Cello beherrscht er in Perfektion: An der Sibelius-Akademie absolvierte er neben Orchesterleitung ein Violoncello-Studium, dem sich eine Laufbahn als Orchestersolist und Kammermusiker anschloss. Für Klaus Mäkelä ist es sehr wichtig, dass er ein Orchesterinstrument selbst professionell spielen und sich dadurch besser in die Orchestermusiker hineinfühlen kann. So spricht er mit Sol Gabetta über die Herausforderungen des Werkes, das die beiden zusammen in Oslo aufführten: Ernest Blochs "Schelomo – Hebräische Rhapsodie". Das Stück gehört zu Blochs "Jüdischen Zyklus".1917, im Jahr der Uraufführung, schrieb der Komponist: "Ich bin ein Jude, und ich will jüdische Musik schreiben, nicht als Selbstzweck, sondern weil ich mir sicher bin, dass das der einzige Weg ist, auf dem ich Musik von Vitalität und Bedeutung schreiben kann."

"Die Zauberflöte" an der Komischen Oper Berlin

Zum Schluss der Sendung haben wir noch einen musikalischen Tipp für Sie: "Ein umwerfender Live-Action-Cartoon, so hinreißend, dass jegliche Kritik verstummt" – so schrieb die Los Angeles Times über Mozarts "Die Zauberflöte" in der Inszenierung von Suzanne Andrade und Barrie Kosky. Fast eine halbe Million Menschen in der ganzen Welt haben diese bei Publikum und Presse gefeierte Inszenierung mit ihrer Mischung aus Stumm- und Zeichentrickfilm mittlerweile gesehen. Nach Stationen in Los Angeles, Madrid, Helsinki, Paris, Peking, Tokyo oder Moskau ist sie in dieser Spielzeit wieder in ihrer Heimat Berlin zu erleben.

Sendung: "KlickKlack" am 20. Oktober 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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