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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 15. Dezember 2021 Mit Sol Gabetta in Paris

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer aus Paris. Hier spielte sie beide Saint-Saens-Cellokonzerte mit dem Orchestre National de France. Ihre Gäste in der Sendung sind: die russische Cellistin Anastasia Kobekina, die ägyptische Sopranistin Fatma Said, der rumänische Dirigent Cristian Macelaru und der kroatische Pianist und Komponist Dejan Lazic.

Cellistin und KlickKlack-Moderatorin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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Die Cellistin Anastasia Kobekina

Mit fünf tritt Anastasia Kobekina im schicken Kleid und mit Papierkrone auf dem Kopf auf die improvisierte Bühne zu Hause, und wird dabei von ihren Eltern "im Publikum" gefilmt. Mit sechs gibt sie schon ihr Debüt mit einem Profi-Orchester auf einer richtigen Bühne. Mit 12 wird Anastasia am Moskauer Konservatorium aufgenommen und sammelt in den Folgejahren auf verschiedenen Wettbewerben ihre ersten Preise. Ihre Familie unterstützt die junge talentierte Cellistin, wo sie nur kann. Beide Eltern sind Pianisten, der Vater außerdem Komponist. Mit ihrer Mutter als Duopartnerin konzertiert Anastasia schon bald mit renommierten Orchestern wie der Kremerata Baltica und den Wiener Symphonikern, 2012 wird sie ausgewählt, an den begehrten Meisterkursen der Verbier Festival Academy teilzunehmen.

Musik ist wie eine Erzählung.
Anastasia Kobekina

Cellistin Anastasia Kobekina während des KlickKlack-Interviews.   | Bildquelle: BR Die Cellistin Anastasia Kobekina | Bildquelle: BR

Mit dem Gewinn des TONALi-Musikwettbewerbs wird Anastasia Kobekina ein Leihcello von Giovanni Guadagnini aus dem Jahr 1743 zu Verfügung gestellt – ihr treuer Begleiter bis heute. Ihre jüngste Errungenschaft: die Bronze-Medaille des Tchaikovsky Wettbewerbs in St. Petersburg vor zwei Jahren. Heute ist Anastasia Kobekina 27 und gilt inzwischen als eine der vielversprechendsten Cellistinnen ihrer Generation. Die Musikkritiker loben die "hinreißende Eleganz" ihres Celloklangs (Der Tagesspiegel) oder ihre "starke, in ihrem jugendlichen Alter erstaunlich gefestigte Persönlichkeit" (Bachtrack). Auf ihre Debüt-CD mit dem Berner Symphonie Orchester hat Anastasia Werke von Schostakowitsch, Weinberg und ihrem Vater, Vladimir Kobekin, gepackt. Er selbst sagt: "Meine Tochter ist mein bestes Werk."

Die Sopranistin Fatma Said beim Opus Klassik

Die junge ägyptische Sopranistin Fatma Said bringt leidenschaftlich gerne Lieder aus dem arabischen Kulturraum in den klassischen Musikbetrieb. "Ich liebe, wie sich unterschiedliche Länder gegenseitig beeinflusst haben", sagt sie. "Das merkt man besonders schön in der Musik."  Auf ihrer Debüt-CD "El Nour", zu Deutsch "Das Licht", vereint Fatma französische, spanische und arabische Klänge. Klassisches Klavier, aber auch orientalische Instrumente wie das traditionelle Kanun oder die Ney-Flöte umrahmen ihre farbenreiche Stimme auf dieser interkulturellen musikalischen Reise.

Wenn man diese Musik hört, befindet man sich wirklich auf einer Reise.
Fatma Said

Die ägyptische Sopranistin Fatma Said. | Bildquelle: BR Die Sopranistin Fatma Said | Bildquelle: BR Beim Musikpreis Opus Klassik 2021 wurde Fatma Said für diese Einspielung als Nachwuchskünstlerin des Jahres ausgezeichnet. Zu den Highlights der festlichen Gala, die von Désirée Nosbusch moderiert und live im ZDF übertragen wurde, gehörte zweifelsohne Fatmas Auftritt: Hochemotional sang sie das Lied aus ihrer Heimat "Aatini Al Naya Wa Ghanni". Und auch ihre Dankesrede war ein besonderer Moment der Veranstaltung. Mit Tränen in den Augen bedankte sich Said für die Auszeichnung. Ihre Schwester, die im Publikum saß, verfolgte den Auftritt sichtlich gerührt.

Dejan Lazic ist Artist in Residence beim Münchner Rundfunkorchester

Als Kind wollte Dejan Lazic unbedingt Fußballer werden. Doch dann sah der Junge im Kino Milos Formans Film "Amadeus". "Von dem Tag an wusste ich, dass ich Musiker werde", erzählt Dejan heute. Und er wurde Musiker: Dejan Lazic studierte am Salzburger Mozarteum Klarinette, Klavier und Komposition – und das sehr erfolgreich. Als Pianist hat er eine beachtliche Karriere gemacht. Kritiker loben regelmäßig seine "fantastische Klangkultur, Virtuosität und Ausdruckskraft". Aber auch als Komponist, Arrangeur und Dirigent hat sich der inzwischen in Amsterdam ansässige Künstler einen Namen gemacht.

Mozart selbst hat Klaviersonaten anderer Komponisten bearbeitet.
Dejan Lazic

Der Pianist Dejan Lazić bei einer Probe mit dem Münchner Rundfunkorchester.
| Bildquelle: BR Dejan Lazic spielt mit dem Münchner Rundfunkorchester. | Bildquelle: BR

In der Saison 2021/22 hat das Münchner Rundfunkorchester Dejan Lazic als Artist in Residence eingeladen – und hier tritt er nicht nur als Pianist, sondern auch als Komponist in Erscheinung. Bei seinem Antrittskonzert stand unter anderem die von W.A: Mozart Ende 1783 komponierte Klaviersonate B-Dur auf dem Programm – doch nicht in ihrer ursprünglichen Form. Inspiriert von der formalen Struktur des Allegro grazioso, das eine Kadenz enthält, hat Dejan Lazic eine eigene Bearbeitung des 3. Satzes als "Rondo concertante" für Klavier und Orchester arrangiert. "Das hat mich sehr an einen konzertanten Satz erinnert", erklärt uns Dejan seine Idee. Im Oktober 2021 erklang dann seine Bearbeitung als deutsche Erstaufführung in München.

Sol Gabetta spielt zusammen mit Cristian Macelaru Saint-Saens

2021 ist der 100. Todestag des französischen Komponisten Camille Saint-Saens. Zusammen mit dem Orchestre National de France spielte Sol Gabetta die beiden Cello-Konzerte des Komponisten in der Philharmonie de Paris. Am Pult: der rumänische Dirigent Cristian Macelaru.

Ich sehe nicht unbedingt immer Geschichten in der Musik, ich sehe viel mehr menschliche Charaktere darin.
Cristian Macelaru

Der rumänische Dirigent Cristian Măcelaru. | Bildquelle: BR Der Dirigent Cristian Macelaru | Bildquelle: BR

Macelaru leitet regelmäßig die besten amerikanischen Orchester, darunter das Chicago Symphony Orchestra, New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic und Cleveland Orchestra. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Philadelphia Orchestra. Auch in Europa hat sich Cristian Macelaru einen Namen gemacht. Regelmäßig dirigiert er bedeutende Orchester wie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, die Staatskapelle Dresden oder das Gewandhausorchester Leipzig. Seit der Saison 2019/2020 ist er neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters.

Sendung: "KlickKlack" am 15. Dezember 2021 um 00:00 Uhr im BR Fernsehen

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