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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 6. März 2022 Mit Sol Gabetta zum Weltfrauentag

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauer*innen zum Weltfrauentag und stellt einzigartige Künstlerinnen in KlickKlack vor. Zu Gast: die Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg Joana Mallwitz, die Hornistin der Berliner Philharmoniker Sarah Willis und die Sopranistin Elsa Dreisig.

KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

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Die Dirigentin Joana Mallwitz

Im Sommer 2020 schreibt Joana Mallwitz Geschichte. Zum ersten Mal leitet sie eine Opernpremiere bei den Salzburger Festspielen, Mozarts "Così fan tutte". Und: Zum ersten Mal leitet damit eine Frau eine Premiere bei den Salzburger Festspielen.

Unter welchen Bedingungen Joana Mallwitz ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen geben würde, hätte sie vorher nicht ahnen können. Mit Abstandsregeln, Kontakttagebüchern und regelmäßigen Corona-Tests. Die Pandemie stellt Mallwitz auch als Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg vor besondere Herausforderungen. Aber den Kopf in den Sand zu stecken, ist nicht ihre Art, auch nicht im Krisenjahr 2020 – sie erfindet zusammen mit BR-KLASSIK ein digitales Expeditionskonzert. Man sieht die Dirigentin am Flügel sitzen, auf der Bühne des Nürnberger Staatstheaters. Auf lockere, unterhaltsame Art erklärt sie Beethovens Siebte Symphonie.

Ich bin immer wieder überrascht, wo man überall noch die erste Frau sein kann.
Joana Mallwitz

Dirigentin Joana Mallwitz. | Bildquelle: BR Joana Mallwitz | Bildquelle: BR

Joana Mallwitz, Jahrgang 1986, wurde in Hildesheim geboren und studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke sowie Dirigieren bei Martin Brauß und Eiji Oue. Bereits mit 19 Jahren begann sie ihre Theaterlaufbahn als Solorepetitorin am Theater Heidelberg, wo sie bereits nach ihrer ersten Spielzeit zur Kapellmeisterin und Assistentin des GMD aufstieg und sich so früh ein großes Repertoire erarbeiten konnte.

2012 gab Joana Mallwitz ihr Debüt an der Königlichen Oper in Kopenhagen, wo sie seitdem regelmäßig zu Gast ist. Nach ihrem langjährigen Engagement als Kapellmeisterin am Theater Heidelberg trat Mallwitz zur Spielzeit 2014 ihr erstes Leitungsamt am Theater Erfurt an - mit 27 Jahren als jüngste Generalmusikdirektorin Europas. Danach wurde sie in derselben Funktion an die Staatsphilharmonie Nürnberg das Nürnberger Staatstheater berufen.
2019 wählte die Zeitschrift Opernwelt sie zur Dirigentin des Jahres. Letztes Jahr wurde bekannt, dass Joana Mallwitz ab der Spielzeit 2023/2024 in die Hauptstadt wechselt und Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Konzerthausorchesters Berlin wird.

Die Hornistin Sarah Willis

Als Sarah Willis 2001 zu den Berliner Philharmonikern kam, war sie die erste Frau in der Blechblasinstrumenten-Gruppe. Seitdem hat die sympathische Musikerin richtig viel erreicht. Sie ist leidenschaftliche Musikvermittlerin und eine der kreativsten Köpfe der klassischen Szene. Für ihr Projekt "Mozart Y Mambo" ist Sarah Willis nach Kuba gereist und hat dort zusammen mit dem Havana Lyceum Orchestra Mozart-Werke und traditionelle kubanische Musik eingespielt. Mit dem Album "Mozart Y Mambo" will die Musikerin ihre kubanischen Freunde unterstützen - ein Teil des Albumerlöses fließt in den Kauf von Instrumenten für die Musiker des Havana Lyceum Orchestra.

Wir Frauen trauen uns heute viel mehr zu als früher. Und das finde ich ganz toll.
Sarah Willis

Sarah Willis, Hornistin der Berliner Philharmoniker, während des KlickKlack-Interviews. | Bildquelle: BR Sarah Willis | Bildquelle: BR

Auch mit Kindern arbeitet Sarah Willis unglaublich gerne zusammen. Sie konzipiert und moderiert Familienkonzerte der Berliner Philharmoniker und zeigt den Kindern zusammen mit Klassikstars wie Cameron Carpenter die Welt der klassischen Musik – leicht, witzig und mitreißend. Die Leidenschaft für ihr Instrument sprudelt aus Sarah Willis nur so heraus. Letztes Jahr wurde die gebürtige Engländerin in der 2021 Birthday Honours List Ihrer Majestät Königin Elisabeth II. zum Member of the Order of the British Empire für herausragende Verdienste um wohltätige Zwecke und die Förderung der klassischen Musik ernannt.

Die Sopranistin Elsa Dreisig

Elsa Dreisig, die Sopranistin mit französisch-dänischen Wurzeln, wuchs in einer Musikerfamilie auf. Die beiden Eltern, ihre Tante und Cousine sind Opernsänger. Elsa blieb also der Familientradition treu – und setzte auf ihre Stimme, die beeindruckend klar, schillernd, leuchtend und unglaublich facettenreich klingt. Für die junge Musikerin ist ihr Beruf etwas sehr körperliches. Der Fluss der Gefühle, die Energien, die durch den Körper schießen – darauf kommt es Elsa beim Singen an: "Das Gefühl wenn man lacht ist so gut. Ich versuche dieses Gefühl auf das Singen zu übertragen."

Ich fühle mich besonders der Contessa aus der 'Hochzeit des Figaro' nahe. Denn sie ist eine selbstbewusste und erfolgreiche Frau.
Elsa Dreisig

Elsa Dreisig in „Le Nozze di Figaro“ in der Staatsoper Unter den Linden. | Bildquelle: BR Elsa Dreisig in "Le Nozze di Figaro" in der Staatsoper Unter den Linden | Bildquelle: BR

Die 30-Jährige ist Ensemblemitglied an der Berliner Staatsoper, singt dort Hauptrollen und ist auch international sehr gefragt. Letztes Jahr gab Elsa Dreisig ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen in Mozarts "Così fan tutte". In Berlin debütierte sie als Gräfin Almaviva in "Figaros Hochzeit" – und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Sie hat viele Fans und Unterstützer, einer von ihnen ist der Stardirigent Daniel Barenboim. Doch egal, wie viel Lob und Anerkennung Elsa Dreisig vom Publikum und Kollegen bekommt – sie bezeichnet sich selbst als eine große Zweiflerin. "Ich bin nie glücklich damit, wie ich etwas gesungen habe. Ich möchte immer besser werden", sagt die sympathische Musikerin. An ihrer Berufung zweifelt Elsa allerdings nie: "Ich bin eine Sängerin. Das steht für mich außer Frage."

Sendung: "KlickKlack" am 6. März um 9:50 Uhr und am 9. März um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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