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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 24. Februar 2021 Mit Sol Gabetta in Basel

Sol Gabetta begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer aus ihrer Heimat Basel. Ihre Gäste in der Sendung sind: der junge finnische Dirigent Klaus Mäkelä, der gerade beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu Gast war, und die russische Pianistin Yulianna Avdeeva.

KlickKlack-Moderatorin und Cellistin Sol Gabetta. | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

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Die Pianistin Yulianna Avdeeva

Als Yulianna Avdeeva 2010 als erste Russin den berühmten Chopin-Wettbewerb in Warschau gewonnen hat, war das eine Riesensache. Außerdem war sie auch die erste Frau seit Martha Argerichs Sieg 1965, die das geschafft hat. Die Presse umschwärmte die junge Musikerin, die Konzerthäuser rissen sich um sie: Der Gewinn dieses begehrten Wettbewerbs wurde zum internationalen Durchbruch für Yulianna Avdeeva und ebnete ihr den Weg zu ihrer heutigen Weltklasse-Karriere. Trotz des großen Erfolgs blieb Yulianna bescheiden. Sie wirkt fast schon schüchtern, wenn sie über Chopin spricht – und man merkt sofort: ihr geht es nur darum, die Begeisterung für Musik mit ihren Mitmenschen zu teilen.  

Es ging mir nicht darum, zu gewinnen. Ich wollte nur das, was ich kann, in der besten Form zu zeigen und meine Faszination für Musik auch dort zu leben.
Yulianna Avdeeva über ihren Gewinn beim Chopin-Wettbewerb 2010

Die russische Pianistin Yulianna Avdeeva. | Bildquelle: BR Die Pianistin Yulianna Avdeeva | Bildquelle: BR

Um Komponisten und ihrer Musik ganz nahe zu kommen, unternimmt Yulianna Avdeeva gerne Zeitreisen. Welche Kunst außer Musik hat den Komponisten beeinflusst? Was war modern als er gelebt hat? Worüber haben seine Zeitgenossen gesprochen? Ein Gefühl für Musik zu bekommen, hat für die gebürtige Moskauerin auch immer damit zu tun, ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, in der derjenige gelebt hat. Die Zeitreisen inspirierten sie, sagt Yulianna. Es ginge auch darum, die Welt, die Umgebung, mit den Augen des Komponisten zu sehen. "Ich versuche, durch Musik die Botschaft des Komponisten zu transportieren. Ich versuche, ein Medium zu sein."

Der Dirigent Klaus Mäkelä

Mit sieben wusste Klaus Mäkelä, dass er Dirigent werden möchte. Ein paar Jahre später stand er schon vor finnischen Profiorchestern und schwang den Dirigierstab. "Am Pult zu stehen ist für mich ganz natürlich und angenehm", erzählt der Finne. An der renommierten Sibelius-Akademie in Helsinki lernte Klaus Mäkelä Orchesterleitung bei Jorma Panula, in dessen Dirigentenschmiede schon Esa-Pekka Salonen, Mikko Franck und Jukka-Pekka Saraste ihre Ausbildung erhielten. "Jede Woche standen wir vor dem Orchester - und ich habe mich schnell daran gewöhnt, als ob ich gar nicht auf einer Bühne wäre."

Wenn du spürst, dass alles passt und du hattest genügend Proben und das Orchester ist perfekt vorbereitet, dann ist das ein Gefühl wie fliegen. Und das ist das schönste Gefühl, das man haben kann.
Klaus Mäkelä

Der finnische Dirigent Klaus Mäkelä spielt Cello. | Bildquelle: BR Dirigent und Cellist Klaus Mäkelä | Bildquelle: BR

Heute ist Klaus Mäkelä mit gerade mal 25 Jahren schon Chefdirigent der Osloer Philharmoniker. Neben seiner Tätigkeit in Oslo übernimmt er die künstlerische Beratung des Orchestre de Paris, bevor er dort 2022 selbst Chefdirigent sein wird. Außerdem ist er Erster Gastdirigent beim Schwedischen Radio-Symphonieorchester und leitet das finnische Turku Festival. Vor kurzem sprang Klaus Mäkelä kurzfristig für Yannick Nézet-Seguin ein und übernahm die Leitung bei einem Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Dabei stellte Mäkelä nicht nur sein Dirigat unter Beweis. Gemeinsam mit Mitgliedern des BRSO spielte er am Violoncello ein Streichquartett von Franz Schubert. Denn auch Cello beherrscht Klaus Mäkelä in Perfektion: An der Sibelius-Akademie absolvierte er neben Orchesterleitung ein Violoncello-Studium, dem sich eine Laufbahn als Orchestersolist und Kammermusiker anschloss. Für Klaus Mäkelä ist es sehr wichtig, dass er ein Orchesterinstrument selbst professionell spielen und sich dadurch besser in die Orchestermusiker hineinfühlen kann: "Als Dirigent bist du ja abhängig vom Orchester. Klar, mit tollen Orchestern zu arbeiten, ist immer eine Inspiration, aber es ist schon gut, hin und wieder selber zu spielen. Es ist schon ein Unterschied, ob man andere bittet etwas zu spielen, oder ob man es selbst macht."

Sendung: "KlickKlack" in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar 2021 um 00:05 Uhr im BR Fernsehen

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