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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 26. Januar 2022 - Spezial-Ausgabe Waltraud Meiers Abschied von Italien

Martin Grubinger begrüßt die Zuschauerinnen und Zuschauer diesmal mit einer Verneigung vor der großen Sängerin Waltraud Meier, die in diesen Tagen ihren Abschied vom italienischen Publikum und somit von der Mailänder Scala nahm. In KlickKlack erzählt sie von ihren ganz persönlichen Erlebnissen an der Scala.

Waltraud Meier beim KlickKlack-Interview auf der Bühne der Mailänder Scala anlässlich ihres Abschiedskonzerts. | Bildquelle: BR

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Geboren wurde Waltraud Meier in Würzburg. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, in dem viel musiziert wurde, schon während ihrer Schulzeit sang sie in verschiedenen Chören. Nach dem Abitur studierte sie Anglistik und Romanistik, nahm aber gleichzeitig auch Gesangsunterricht. Doch erst mit 20 Jahren entschied sie sich endgültig für die sängerische Laufbahn. Sie erarbeitete sich ein breites Repertoire in festen Engagements an deutschen Opernhäusern. Ihre Weltkarriere begann 1983 mit ihrem triumphalen Erfolg als Kundry in Wagners „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen. Auftritte an der Metropolitan Opera in New York, der Opéra National de Paris, der Wiener Staatsoper oder der Bayerischen Staatsoper folgten. Heute gilt die als Kundry, Isolde, Ortrud, Venus und Sieglinde gefeierte Waltraud Meier als eine der international bedeutendsten Wagnersängerinnen unserer Zeit.

Waltraud Meiers Karriere an der Scala

Waltraud Meier als „Isolde“ in der Inszenierung der Mailänder Scala von Patrice Chéreau 2007. | Bildquelle: BR Waltraud Meier als Isolde in der Inszenierung der Mailänder Scala von Patrice Chéreau 2007 | Bildquelle: BR Ihr Debüt an der Mailänder Scala gab die Mezzosopranistin 1987 als Dame in Paul Hindemiths "Cardillac". Vier Jahre später triumphierte sie dort im „Parsifal“ unter Riccardo Muti. "Ich habe viele gute Erinnerungen an Mailand, wo ich 35 Jahre lang aufgetreten bin", sagt Waltraud Meier heute. Zu ihren schönsten Bühnenerlebnissen an der Scala gehört die Saisoneröffnung 2007. Damals sang sie die Titelrolle in Wagners "Tristan und Isolde", inszeniert von Patrice Chéreau. "Diese Produktion mit Patrice Chéreau und Daniel Barenboim war für mich der absolute Höhepunkt meiner Karriere. Da habe ich immer gesagt: Dafür habe ich meinen Beruf gewählt, für diesen Abend", erzählt die Sängerin.

Es ist ein tolles Publikum für Wagner hier. Es ist fantastisch!
Waltraud Meier über La Scala

Zuletzt hatte Waltraud Meier an der Scala in Richard Strauss' "Elektra" begeistert, wieder unter der Regie von Patrice Chéreau. Doch von den großen, kräftezehrenden Opernpartien hat sich die Sängerin inzwischen verabschiedet. Am 9. Januar 2022 trat Waltraud Meier ein letztes Mal in der Mailänder Scala auf - am Tag ihres 66. Geburtstags. Mit diesem Konzert nahm die Mezzosopranistin Abschied von den italienischen Bühnen. "Es gibt kein geeigneteres Theater als die Scala, um mich von Italien zu verabschieden", sagt sie.

Sie hat eine Stimme, die man nach nur einem Ton sofort erkennt.
Dominique Meyer, Intendant der Mailänder Scala

Die Mailänder Scala gilt als eine der bedeutendsten Opernbühnen der Welt. So manche Karriere hat hier ihren Anfang genommen und auch ihr Ende gefunden. Das Publikum ist ebenso kritisch wie gefürchtet. Über Erfolg und Misserfolg wird an der Scala hoch oben, in der Galerie entschieden. Hier klatschen und buhen die sogenannten "loggionisti" – die treusten Dauerbesucher des Theaters. Sie haben nicht nur die billigsten, sondern gleichzeitig auch die besten Plätze, denn hier oben unter der Kuppel ist die Akustik der Scala am besten.

Ein letztes Mal an der Scala

Waltraud Meier wird nach ihrem Abschiedskonzert auf der Bühne der Mailänder Scala ein Plakat der „Walküre“ von Intendant Dominique Meyer überreicht. | Bildquelle: BR Waltraud Meier wird nach ihrem Abschiedskonzert an der Mailänder Scala ein Plakat der "Walküre" von Intendant Dominique Meyer überreicht. | Bildquelle: BR Ihr Abschiedskonzert an diesem für sie so bedeutsamen Ort gestaltete Waltraud Meier zusammen mit dem Bass Günther Groissböck und dem Pianisten Joseph Breinl. Auf dem Programm standen Stücke von Hans Rott, Anton Bruckner, Hugo Wolf und Gustav Mahler. Nach ihrem Abschiedskonzert wurde die Mezzosopranistin vom La Scala-Publikum und Team ausgiebig gefeiert, auch der Intendant Dominique Meyer erwies ihr die Ehre. Darüber, Abschied zu nehmen, sei sie nicht traurig, sagt die große Sängerin. Vielleicht etwas wehmütig. Aber vor allem empfindet sie "Freude und Stolz, darüber, dass es so viel und so toll war."

Ich habe immer nur das gesungen, was ich wollte. Wer ist schon in so einer glücklichen Lage.
Waltraud Meier

Sendung: "KlickKlack" am 26. Januar 2022 um 00:00 Uhr im BR Fernsehen

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