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KlickKlack

Das Musikmagazin mit Sol Gabetta und Martin Grubinger

KlickKlack am 6. März 2018 – mit Martin Grubinger Werksviertel-Spezial

In einem Werksviertel-Spezial zeigt Martin Grubinger das Gelände, auf dem der neue Konzertsaal für München entsteht, trifft auf eine Schafsherde und gibt einen Meisterkurs für Schlagzeugstudenten. Außerdem erinnern wir an den kürzlich verstorbenen Jazzgeiger Didier Lockwood.

KlickKlack am 6. März aus dem Werksviertel | Bildquelle: BR

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Clubs, Restaurants, Kindergärten, Hotels: Auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände am Münchner Ostbahnhof entsteht gerade ein neues Kreativquartier. Hier wird auch der neue Konzertsaal für München gebaut – ein gläserner "Klangspeicher", wie der Architekt Anton Nachbaur-Sturm sein Projekt umschreibt. Im Herbst 2017 wurde der Siegerentwurf des Architekturbüros Cukrowicz Nachbaur zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die Österreicher setzten sich im Wettbewerb gegen bekannte Büros wie Herzog und de Meuron durch, die in Hamburg die Elbphilharmonie entworfen haben.

Neue Heimat für das BR-Symphonieorchester

KlickKlack am 6. März 2018 | Bildquelle: BR Werner Mittelbach und Martin Grubinger im Werksviertel | Bildquelle: BR

Die Idee eines neuen Konzertsaals für München hat 2003 der Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, Mariss Jansons, angestoßen. Sein Orchester – und vor allem die Stadt München - sollten einen Saal bekommen, der akustisch in der obersten Liga mitspielt. Seitdem wurde in München viel gestritten und diskutiert, das Thema wurde zum unbequemen Dauerbrenner. Umso mehr freuen sich die Orchestermusiker darüber, dass der Traum von einer neuen Heimatspielstätte nun doch immer konkretere Formen annimmt. „Das Nebeneinander von Kultur, Arbeiten, Wohnen: das ganze Leben wird sich hier abspielen. Und das ist etwas ganz Besonderes,“ sagt Werner Mittelbach, Klarinettist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, über das zukünftige Werksviertel. Doch bis zur Fertigstellung müssen die Musiker sich noch etwas gedulden.

Das Herzstück, also der Saal, verspricht eine tolle Klangschale zu werden.
Werner Mittelbach

Ab Frühsommer 2018 soll zuerst das Baufeld im Werksviertel freigemacht werden: das Erdreich wird auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg und Schadstoffe untersucht, erst dann können die Bauarbeiten beginnen. In fünf bis sechs Jahren könnte Münchens neuer Konzerthaus mit  einem großen und einen kleinen Konzertsaal für insgesamt rund 2.400 Besucher dann fertig sein.

Schlagzeug lernen und Schafe streicheln

Doch auch heute schon sprudelt im Werksviertel das Kulturleben. Hier ist Martin Grubinger für KlickKlack unterwegs – und entdeckt zwischen urbanen Clubs und Restaurants noch so einige Überraschungen. Auf dem Dach der 2000 Quadratmeter großen Naturlandschaft des Werks 3 am Ostbahnhof trifft Martin auf eine kleine Schafsherde. Die Tiere und die Naturlandschaft auf dem Dach sind Teil eines ökologischen Bildungsprojekts. Hier sollen sich künftig Kinder und Jugendliche spielerisch mit den Themen Natur und Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

KlickKlack am 6. März 2018 | Bildquelle: BR Martin Grubingr und Simon Werner | Bildquelle: BR

Nach dem Besuch der höchstgelegenen Berghütte der Stadt, die sich ebenfalls auf dem Dach des Werks 3 befindet, gibt Martin Grubinger einen Meisterkurs für Schlagzeugstudenten im Technikum im Werksviertel. Als Erstes steht ein Klassiker der Marimba-Literatur auf dem Programm: "Ghanaia" von Matthias Schmitt. Mit dem Studenten Simon Werner arbeitet Martin am Stück: er singt vor, fordert sanftes Pianissimo und holt unerwartet zarte Klänge aus Simons Marimbaphon heraus. Bis es dann mit dem Werk "Tornado" von Mitch Markovich richtig zur Sache geht. In perfekter Synchronität trommeln Schüler Cristian Felix Benning und Lehrer Martin Grubinger um die Wette, bis die ganze Halle vor Aufregung berstet.

Zum Schluss gibt Martin noch einen Workshop für 50 Kinder und Jugendliche, die sich für Schlagzeug interessieren. Zusammen erarbeiten sie in nur 90 Minuten einen Jazzstandard von Herbie Hancock und bringen mit Triangel, Bongos, Congas, Cajon, Marimba und Xylophon das Stück zum Grooven.

In Memoriam Didier Lockwood

KlickKlack am 6. März 2018 | Bildquelle: BR Didier Lockwood | Bildquelle: BR

Über 4000 Konzerte, mehr als 30 Alben und unzählige unvergessliche musikalische Momente - am 18. Februar 2018 verloren Frankreich und die Welt einen der bedeutendsten Jazz-Geiger: Didier Lockwood. Noch am Vortag gab er ein Konzert in Paris, dann ist Didier Lockwood im Alter von nur 62 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Didier Lockwood wurde mit Musik groß: Als Sohn eines Violinisten war er schon als Sechsjähriger Schüler am Konservatorium im nordfranzösischen Calais. Mit 16 Jahren erhielt er die ersten Auszeichnungen, mit 21 wurde er von dem berühmten Jazz-Geiger Grappelli entdeckt - eine Begegnung, die seine Begeisterung für Jazz weckte.

Jazzimprovisation ist das schwierigste überhaupt in der Musik. Denn man komponiert ja im Moment.
Didier Lockwood

Den internationalen Durchbruch schaffte Didier Lockwood Ende der 70er-Jahre. Mitte der 80er-Jahre ging er für einige Jahre nach New York, wo er mit Jazz-Stars wie Billy Cobham, Herbie Hancock und Miles Davis zusammenarbeitete. In den letzten Jahren war Didier Lockwood verstärkt als Komponist tätig: er schrieb zwei Opern, ein Klavierkonzert und mehrere Violinkonzerte, eines davon für den Geiger Maxim Vengerov.
2015 war der charismatische Musiker bei KlickKlack zu Gast, wir erinnern uns an den Meister der Jazzgeige.

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