BR-KLASSIK

Inhalt

Mittagsmusik - Thema der Woche Gute Laune auf fünf Saiten: das Banjo – zum 60. Geburtstag von Béla Fleck

Im Namen trägt er die kreative Kraft von gleich drei Komponisten der Jahrhundertwende: Bartók, Webern und Janáček stehen hinter einem der großen Pioniere des Banjos: Béla Anton Leoš Fleck. Am 10. Juli wird er 60 Jahre alt – ihm und seinem Instrument widmet die Mittagsmusik aus diesem Anlass das Thema der Woche.

Béla Fleck | Bildquelle: Béla Fleck

Bildquelle: Béla Fleck

Wie kaum ein anderes Musikinstrument versprüht es pure Lebensfreude: Das Banjo. Es ist kein Zufall, dass es von George Gershwin in seiner Oper "Porgy and Bess" genau in der Arie "I got plenty of nothing" zum Einsatz kommt: Das Banjo besingt das Glück und die Leichtigkeit des Lebens und das mit unwiderstehlicher Coolness.

Als Instrument des kleinen Mannes steht das Banjo nicht nur Porgy zur Seite – es hat Tradition in der amerikanischen Folklore. Erstmals 1678 schriftlich erwähnt als "banja" auf den Antillen, hat die Langhalslaute ihren Ursprung in Afrika und kam mit den Sklaven in die Neue Welt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es hauptsächlich von der ländlichen Bevölkerung gespielt. Es gab fast keine Noten und die Musik wurde mündlich überliefert – das Banjo: die Laute, nicht des Adels, sondern die des einfachen Volkes.

Das Banjo wurde gezupft wie eine Gitarre und mit der Zeit entstanden neue Stile. Aus dem 3-Finger-Style entwickelte sich der Scruggs-Style, bei dem melodiewichtige Noten betont werden. Um deren Lautstärke und Brillanz zu erhöhen, versah man Daumen, Zeige- und Mittelfinger mit Kappen: den Fingerpicks und so wurde das Banjo zum Hauptakteur des amerikanischen Bluegrass, einer der wichtigsten amerikanischen Volksmusikrichtungen.
Der musikalische Grenzgänger George Gershwin brachte das Banjo ins Orchester, zum Beispiel in seiner Rhapsody in Blue, einer Synthese von Jazz und sinfonischer Kunstmusik.

Béla Fleck | Bildquelle: Béla Fleck Béla Fleck und Abigail Washburn | Bildquelle: Béla Fleck Für den Künstler Béla Fleck gibt es ebenfalls keine musikalischen Grenzen. Wie kaum ein anderer hat er die stilistische Bandbreite des Banjos zum Vorschein gebracht – ob auf einem zeitgenössischen Jazz-Album mit "seiner" Band The Flecktones, bei einem Banjo-Konzert mit dem Nashville Symphony Orchestra, bei Country-Music mit seiner Frau Abigail Washburn, in der Popmusik mit Nelly Furtado oder auf den Spuren der afrikanischen Ursprünge des Banjos, mit traditionellen Klängen aus Uganda oder Tansania.

All the different things I do come together to make a new hybrid Béla.
Béla Fleck

Insgesamt 15 Grammys hat Béla Fleck in unterschiedlichen Bereichen gewonnen – von Weltmusik bis Crossover-Klassik. Manche sagen, er habe den Klang des Banjos neu erfunden.

Er selbst sagt, er liebt es einfach Banjo zu spielen – und ist damit ein bisschen wie Porgy: ein glücklicher Mann mit seiner Musik.

Entdecken Sie mit Béla Fleck das Banjo diese Woche in der Mittagsmusik und freuen Sie sich auf jede Menge gute Laune auf fünf Saiten!

    AV-Player