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Mittagsmusik - Thema der Woche Computerspielemusik - Von "Tennis for two" bis "Call of Duty"

Civilization: Beyond Earth | Bildquelle: Firaxis Games / Herausgeber: 2K Games

Bildquelle: Firaxis Games / Herausgeber: 2K Games

Pixelige Videospiele, in denen sich maximal zwei Balken auf einem grünen Monitor hin und herschieben lassen, um einen kleinen Punkt von links nach rechts zu schießen. So sahen Videospiele früherer Tage aus. Angefangen hatte es in den 1950er-Jahren mit dem “Nim”-Spiel oder “Tennis for two”, bei dem als Bildschirm ein Oszillograph benutzt wurde.
Der große Entwicklungsschub kam dann zu Beginn der 70er Jahre durch die Massenproduktion von Fernsehern. Nach und nach stand in jedem Haushalt ein Bildschirm, auf dem man auch lustige Spiele spielen konnte. Von Videospielmusik kann hier aber noch gar keine Rede sein. Die Computer konnten lediglich einzelne Töne produzieren, sogenannte Chiptunes, die direkt vom 8-Bit Computer Mikrochip erzeugt wurden.

In den 80er Jahren eroberte dann ein kleiner pummeliger Kerl mit Schnurrbart, Knollnase und Latzhose die Wohnzimmer vieler Familien: Supermario. Dieses Spiel hat Nintendo für die ersten Home-Computer entwickelt und damit einen großen Coup gelandet. Bis heute ist "SuperMario Bros." die erfolgreichste Videospielreihe und der drollige Mario die beliebteste Videospielfigur der Welt.

Von nun an wurde auch die Musik zu den Spielen immer populärer, auch wenn das einstimmige Mario-Thema von Koji Kondo damals noch sehr dünn klang.

Final Fantasy III | Bildquelle: Square Fina Fantasy III | Bildquelle: Square 1986 folgte ein weiterer Verkaufsschlager: das Spiel "Final Fantasy". Seitdem wurden regelmäßig neue Folgen dieses Spieles veröffentlicht, so dass Ende November letzten Jahres bereits die 15. Fortsetzung von "Final Fantasy" erschienen ist. Der Japaner Nobuo Uematsu schrieb die Musik dazu, die trotz 8-Bit-Sounds schnell eine große Fangemeinde begeisterte. Sie wurde für verschiedene Besetzungen arrangiert, mit Orchester eingespielt und erfolgreich verkauft.
Damit war der Grundstein für die heutigen Spielekonzerte gelegt: das weltweit erste fand bereits am 20. August 1987 in Tokyo in der Suntory Hall statt. Der Dirigent und Komponist Koichi Sugiyama präsentierte es unter dem Titel "Family Classic Concert".

Über die Sound Blaster Karte der 90er Jahre, mit der man immerhin schon 32 oder mehr Tonspuren wiedergeben konnte, kam mit dem Betriebssystem Windows 95 endlich "echte Musik" zum Einsatz, durch Musikdateien, die nicht mehr vom Rechner selbst produziert werden mussten. Der erste orchestrale Videospielsoundtrack wurde 1999 zum Spiel "Outcast" veröffentlicht. Die Musik komponierte Lennie Moore und sie wurde von einem Sinfonieorchester eingespielt.

Spielemusik muss natürlich – ebenso wie Filmmusik – die Atmosphäre der oft epischen Heldengeschichten untermalen. Darüberhinaus kann sie den Spieler aber auch akustisch lenken und vor Gefahrensituationen warnen. Besondere Ansprüche werden an Flexibilität und Dehnbarkeit der Musik gestellt, da der Komponist nicht wissen kann, wie lange ein Spieler in einer Szene verweilt. Koji Kondo und Nobuo Uematsu sind mit den Videospielen mitgewachsen, aber mittlerweile sind die Budgets in der Spiele-Branche so attraktiv, dass sogar die Stars unter den Filmkomponisten engagiert werden, zum Beispiel Hans Zimmer, der die Musik zu "Call of Duty: Modern Warfare 2" komponiert hat.

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