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Mittagsmusik - der Humor in der Musik Ein musikalischer Spaß

Klassische Musik wird gern auch als "ernste" Musik bezeichnet, in Abgrenzung zur sogenannten "leichten" oder "Unterhaltungsmusik". Aber ist klassische Musik wirklich immer so ernst und humorlos, wie es die Bezeichnung E-Musik vermuten lässt? Die Frage ist natürlich rhetorisch, denn die Antwort lautet: selbstverständlich nicht!

Ein musikalischer Spaß - Humor in der Musik - Igudesman and Joo - Christmas Confusion | Bildquelle: © Julia Wesely

Bildquelle: © Julia Wesely

Es gibt viele Beispiele für Humor in der klassischen Musik, wobei der Humor in vielen verschiedenen Spielarten auftreten kann: Von sehr subtil und nur Kennern erschließbar - bis hin zu derb und plakativ. In der Mittagsmusik machen wir in dieser Woche den Humor zum Thema.

Komponierte Scherze


Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart waren bekanntlich sehr humorvolle Menschen und ließen diesem Humor auch in ihren Werken gelegegentlich durchblitzen. Haydn macht sich beispielsweise am Ende seines Streichquartetts op. 33 Nr. 2 einen Jux daraus, sein Publikum aufs Glatteis zu führen, indem er mehrere Generalpausen einfügt, so dass die Hörer nicht wissen, ob das Stück nun zu Ende ist oder noch weitergeht. Sehr viel offenkundiger ist der Humor in Mozarts Sextett "Ein musikalischer Spaß", KV 522, auch bekannt unter dem Namen Dormusikanten-Sextett. Darin macht sich Mozart über unbegabte Komponisten und Musikanten lustig, in dem er beispielsweise das Thema des ersten Satzes betont simpel gestaltet oder im zweiten Satz die Hörner falsche, dissonante Töne spielen lässt, als hätten sich die Musiker verspielt.

Ein Miau zum Schmunzeln


Eine andere Spielart musikalischen Humors ist die Entzauberung von musikalischen Heiligtümern durch einen dem Anspruch des persiflierten Werkes entgegengesetzten Kontext. Der amerikanische Komponist und Musikhumorist Peter Schickele (bekannt auch unter seinem Pseudonym P.D.Q. Bach) nutzt diesen Kunstgriff in seinem Stück "The Last Tango in Bayreuth" für Fagottquartett, wo er Motive aus Wagner-Opern (z.B. den Tristan-Akkord) im Tangorhythmus verarbeitet. In der Vokalmusik bietet sich natürlich das Wort als unerschöpfliche Quelle für musikalischen Humor an. Eines der berühmtesten Beispiele ist das Gioachino Rossini zugeschriebene "Katzenduett", dessen Text lediglich aus dem Wort "Miau" besteht.

Ausgewählte Beispiele für den Humor in der Musik können sie diese Woche in der Mittagsmusik auf BR Klassik hören. Viel Vergnügen!

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