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Mittagsmusik - Thema der Woche Miau! – Katzenmusik

"Es gibt zwei Möglichkeiten, dem Elend der Welt zu entfliehen: die Musik und die Katzen." Von Albert Schweitzer stammt dieser Rat, von dem legendären Arzt, Theologen und Musikbeflissenen, der die "Samtpfoten" genauso liebte wie die Tonkunst. Tut man seine beiden Lebenshelfer zusammen, so kommt man zur "Katzenmusik". Und die ist bei weitem nicht immer das, was man gemeinhin darunter versteht…

Katzenfuge - Bild von Carl Reichert | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Schräge Töne, schrille Klänge, skurrile Rhythmen: Kakophonie, Missklang, Dissonanz. Damit verbindet man das Wort "Katzenmusik" zuerst. In Frankreich sagt man dazu "Charivari", was dort allerdings nicht nur Lärm, Radau und Spektakel bedeutet, sondern auch eine silberne Schmuckkette bezeichnet. Ebenso kann man das deutsche Wort "Katzenmusik" doppeldeutig verstehen - es kann jenes klangliche Tohuwabohu meinen, aber auch eine Musik, die sich gleichsam auf Samtpfoten bewegt, sich verspielt und verschmust oder wagemutig und angriffslustig gibt und dabei immer wieder "Miau" ruft: Musik, inspiriert durch Katzen oder gar komponiert von Katzen - im Thema der Woche der Mittagsmusik aus dem Studio Franken eine gute Handvoll von Beispielen.

Weich, geschmeidig, samten

Da gibt es etwa eine Katze, die sich ganz geschmeidig im Walzer-Takt bewegt, dann zwei Katzenpaare, die im gegenseitigen Sich-Anmiauen zwei Opernduette im Pseudo-Belcanto absolvieren. Ein besonders "musikalisches" Kätzchen lieferte beim "Spaziergang" über der Klaviatur ihrem komponierenden Herrchen ein Fugenthema, das zu den ungewöhnlichsten der Musikgeschichte überhaupt zählt - man höre und staune. Eine alte Katze schwelgt wiederum - und zwar ganz ohne Miaus - in nostalgischen Erinnerungen. Und schließlich gibt es da eine große "Weltanschauungssymphonie" aus den 1940er Jahren, deren Scherzo merkwürdigerweise von auskomponierten "Miaus" geradezu strotzt. Dazu hört man immer wieder "Klarinetten-Dudeln". Merkwürdig? Vielleicht gar nicht so sehr. Hat doch der Komponist dieser Musik in einem anderen Werk - seinem wohl berühmtesten überhaupt - die Katze ebenfalls mit dem Klang der Klarinette porträtiert: weich, geschmeidig, samten. Katzenmusik, eben.

MIAU! - KATZENMUSIK: DIE MUSIK IM THEMA DER WOCHE IM ÜBERBLICK

Montag
Leroy Anderson: The Waltzing Cat

Dienstag
Maurice Ravel: Duo miaulé, aus: "L'Enfant et les Sortilèges"
Gioacchino Rossini: Duetto buffo di due Gatti ("Katzenduett")

Mittwoch
Domenico Scarlatti: Sonate für Klavier g-Moll K 30 (L 499) "Katzenfuge"

Donnerstag
Andrew Lloyd Webber: Memory, aus: "Cats"

Freitag
Sergej Prokofjew: Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100, II. Satz (Allegro marcato)

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