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Mittagsmusik - Thema der Woche Bardentreffen in Nürnberg

Am Freitag, den 27. Juli ist es wieder soweit: Das fränkische Umsonst-und-Draußen-Festival mit Rock, Pop, Folk & Co. aus aller Welt geht in eine neue Runde. Im Thema der Woche in der Mittagsmusik blicken wir voraus auf das kommende Wochenende.

Bardentreffen 2017 Nürnberg | Bildquelle: © Bardentreffen

Bildquelle: © Bardentreffen

Das Bardentreffen - es kann bereits auf eine beachtliche Vergangenheit zurückblicken und ist dabei über die Jahre längst zu einem fränkischen Festival-Klassiker geworden. Seit 1976 findet es alljährlich statt - immer Ende Juli/Anfang August, am ersten Wochenende der Sommer-Schulferien in Bayern, und immer open air auf Straßen, Plätzen und an anderen Orten der historischen Altstadt Nürnbergs. Von Freitagabend bis Sonntagabend tönt es dann aus allen Ecken und Enden: Das Areal verwandelt sich in einen brodelnden Hexenkessel der Klänge aus aller Welt, und zumal wenn das Wetter schön, warm und trocken ist, strömen die Menschen durch die Straßen und Gassen wie in einem Urlaubsort am Mittelmeer in einer Sommernacht. Der Süden in Nürnberg.

Tradition, Trends und Experimente

Dass das Bardentreffen ausgerechnet 1976 in Nürnberg gegründet und dort erstmals veranstaltet wurde, ist kein Zufall. Jährte sich doch 1976 der Todestag von Hans Sachs zum 400. Mal. Der Nürnberger Schuhmacher und Meistersinger gehörte seinerzeit zu den großen Dichter-Musikern, die die hohe Kunst beherrschten, die Dinge des Lebens in die kleine Form von Liedern und Gesängen aus schönen Worten und schöner Musik zu gießen. Beschworen diese literarisch-musikalischen Doppelbegabungen vor allem die Macht der Liebe, so nannte man sie im europäischen Mittelalter Minnesänger, Trouvères oder Troubadours - je nachdem, ob sie aus dem Deutschen oder aus Nord- oder Südfrankreich stammten. Sie sind die Vorläufer der Barden - ein Wort unter dem man heute gemeinhin eine Vielzahl von Erscheinungen zusammenfasst: Liedermacher, Folk-Singer, Chansonniers, Singer-Songwriter, Ethno-Vokalisten und, und, und… Diese bunte, vielfältige musikalische Welt mit ihren Traditionen, aktuellen Trends und Experimenten bildet das Nürnberger Bardentreffen ab.

"Rapper's Delight"

Breakdancer in New York 1981 | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bildquelle: picture-alliance/dpa Dabei steht das Bardentreffen jedes Jahr unter einem Motto - es hat ein Thema, das bei den diversen "Acts" schwerpunktmäßig beleuchtet wird. Im vorigen Jahr hieß es "Gegenwind", was einerseits auf die verschiedenen Blasinstrumente anspielte, die damals im Fokus standen, andererseits aber auch eine Gegenposition zum um sich greifenden Ungeist von Intoleranz, Restriktion und latenter und offener Gewalt signalisieren sollte. In diesem Jahr - 2018 mit dem 43. Bardentreffen - lautet das Thema "Rhythm and Poetry", mit drei Buchstaben: RAP. Dahinter verbirgt sich bekanntlich eine spezifische Art des suggestiven, schnell und ständig sprudelnden Sprechgesangs, der seinen Ursprung in dem 1979 entstandenen Hit-Song "Rapper's Delight" der Sugarhill Gang hat. Jenes Vergnügen am RAP hat über die Jahre üppige Blüten getrieben - unzählig sind mittlerweile die Sprechsängerinnen und Sprechsänger, und manche sind der Meinung, diese Rapper seien heute dass, was einst die Liedermacher waren. Die Gattung des RAP in ihrer Vielfalt zu beleuchten, dies bildet den Schwerpunkt des diesjährigen Bardentreffens. Unter dem Motto "Alle Jahre wieder: Bardentreffen! Das Weltmusik-Festival in Nürnberg ante portas" blicken wir in der Mittagsmusik voraus auf das kommende Wochenende und stellen dabei nicht nur Rapper vor, die ihren Auftritt haben werden, sondern auch Künstlerinnen und Künstler anderer Genres.

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