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Mittagsmusik - Thema der Woche Go West! - Auf Straßen und Wegen der USA

Christopher Street, Route 66, Catfish Row, die Trails gen Westen – legendäre Straßen und Fernstraßen der USA. Auch Komponisten wurden durch sie inspiriert. In der Mittagsmusik fünf Beispiele, die zugleich amerikanische Musikgeschichte erzählen.

Las Vegas Strip | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Es gibt Straßen, Plätze, Pfade und Wege - wenn man deren Namen hört, dann überschlägt sich die Phantasie. Eine Flut von Bildern und Assoziationen, eine Fülle von Stimmungen und Impressionen kommt einem in den Sinn: von Gebäuden und Häuserzeilen, von Lichtreklamen und hektischem Straßenverkehr, von bunten Menschenmengen - Namen von Straßen stehen oft synonym für das pralle, vibrierende Großstadtleben schlechthin. Hinaus aus den Metropolen geht's auf Fernstraßen, durch malerische Landschaften, vorbei an erhabenen Naturerscheinungen, über Berge und durch Täler, vom strahlenden Sonnenaufgang bis zur romantischen Abenddämmerung - Namen von Straßen können eben auch für die Idylle, Abgeschiedenheit oder Einsamkeit des Landlebens stehen.

Bilderreichtum und Stimmungsvielfalt

Route 66 | Bildquelle: picture-alliance/dpa Route 66 | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bilderreichtum, Lebensfülle, Stimmungsvielfalt - ob nun von Straßen und Plätzen oder von was auch immer - diese Eigenschaften sind stets auch Inspirationsmomente für Komponisten. Musik, inspiriert durch legendäre Straßen in Nordamerika, ist dieses Mal das Thema der Woche in der Mittagsmusik. Unter dem Motto "Go West! - Auf Straßen und Wegen der USA" präsentieren wir Ihnen jeden Tag ein Musikstück, das Örtlichkeiten dieser Art zum Thema hat. Die Beispiele stammen dabei aus unterschiedlichen musikalischen Sphären - aus Musical und Oper, aus Symphonik, Jazz und Popular Music -, und sie erzählen dabei auch US-Musikgeschichte.

Von der Christopher Street zur Catfish Row

Christopher Street Ecke Seventh Avenue in Greenwich Village | Bildquelle: picture-alliance/dpa Christopher Street Ecke Seventh Avenue in Greenwich Village | Bildquelle: picture-alliance/dpa Wir starten am Montag an der Ostküste, in New York, im Stadtteil Greenwich Village mit der Christopher Street im Zentrum, porträtiert von Leonard Bernstein in seinem Musical "Wonderful Town", entstanden 1953, im "Goldenen Zeitalter" der amerikanischen Musical Comedy. Weiter geht's am Dienstag auf einem noch nicht asphaltiertem Trail, wie die Amerikaner einen Weg oder Pfad nennen. Dort zieht ein Planwagen-Treck westwärts. Randall Thompson, der Lehrer von Leonard Bernstein am Curtis Institute in Philadelphia, hat eine solche Szenerie aus der amerikanischen Pionierzeit im langsamen Satz seiner 2. Symphonie von 1931 beschworen - tönende Prärie-Romantik, betörend schön und typisch für die amerikanische Symphonik jener Zeit. Am Mittwoch wechseln wir auf die Route 66. Unsterblich in Wort und Musik gesetzt hat den legendären Highway Bobby Troup in seinem Blues-Song "Get your Kicks on Route 66", von Nat "King" Cole mit seinem Trio erstmals 1946 maßstabsetzend aufgenommen. Am Donnerstag unternehmen wir einen Ritt auf einem störrischen Maulesel durch den Grand Canyon. "On the Trail" (Auf einem Pfad) ist der entsprechende Satz aus dem großartigen Al-Fresco-Tongemälde der Grand-Canyon-Suite überschrieben, komponiert um 1930 von Ferde Grofé, dem Arrangeur und Pianist des Orchesters Paul Whiteman. Letzte Station unserer Reise ist Charleston in South Carolina. Die dortige Catfish Row alias Cabbage Row ist der Schauplatz von Gershwins Oper "Porgy and Bess", einem Schlüsselwerk der amerikanischen Musikgeschichte.

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