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Mittagsmusik - Thema der Woche Amerikanische Filmschlager von damals

Filmschlager machen Filme zu Schlagern. In "Casablanca" wartet man auf "As time goes by", in "Der Mann, der zuviel wusste" auf "Que sera", und "Die Oberen Zehntausend" brauchen "True Love". Diese und andere Klassiker in der Mittagsmusik.

Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann in Casablanca | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Wieder einmal steht das Thema der Woche in der Mittagsmusik im Zeichen der Nostalgie. Das Objekt der sehnsuchtsvollen Hinwendung zur Vergangenheit sind dieses Mal amerikanische Schlager aus Hollywood-Filmen und -Filmmusicals der Dreißiger, Vierziger und Fünfziger Jahre. Mit ihren unwiderstehlich hinreißenden Melodien und dem lapidar formulierten Tiefsinn ihrer Texte wurden unzählige davon unsterblich und zum Teil des kollektiven musikalischen Bewusstseins der Welt. Klassiker für alle Zeiten. Und sie trugen nicht zuletzt dazu bei, dass die Filme, für die sie geschrieben wurden oder in denen sie Verwendung fanden, ebenfalls unsterblich und zu Klassikern wurden…

In Erinnerungen schwelgen

Manchmal kann die englische Sprache doch so viel poetischer sein als die deutsche. Die Formulierung "in die Vergangenheit" zum Beispiel können die Angelsachsen ganz bildhaft zum Ausdruck bringen, und zwar mit den Worten "down memory lane", die - wörtlich übersetzt - "die Straße der Erinnerung hinunter" bedeuten. "To take a trip down memory lane" heißt "sich an die schönen alten Zeiten erinnern", "to walk down memory lane" bedeutet "in Erinnerungen schwelgen". Genau das wollen wir im Thema der Woche in der Mittagsmusik dieser Tage mit den amerikanischen Filmschlagern von damals tun.

"Play it again, Sam!"

HIGH SOCIETY (US 1956) MGM BING CROSBY, GRACE KELLY Date: 1956 | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bildquelle: picture-alliance/dpa Großen Komponisten-Namen begegnen wir dabei. Cole Porter zum Beispiel, der für Bing Crosby und Grace Kelly ein wunderschönes, sentimental verklärtes Duett schrieb; in einer Szene des Films "High Society" singen sie es auf einer Segelyacht im romantischen Ambiente eines Sonnenuntergangs über dem Meer. Ein weiterer ganz Großer ist Friedrich Hollaender, von dem wir die für Marlene Dietrich komponierte "Snappy Number" über die "Backroom Boys" aus dem Western "Destry rides again" hören. Und natürlich fehlt auch nicht Irving Berlin, der "King of Tin Pan Alley", der Welt-Hits und Jahrhundert-Schlager in stetigem Fluss komponierte. "Easter Parade" heißt sein Film-Musical von 1948 mit dem gleichnamigen Schlussduett für Judy Garland und Fred Astaire, inklusive Chor. Und dann sind da noch zwei Komponisten, deren Melodien berühmter und bekannter sind als ihre Namen. Das Lied "Que sera, sera" kennt die ganze Welt - man verbindet es mit Doris Day, die es an einem der dramatischen Höhepunkte des Hitchcock-Thrillers "The Man who knew too much" singt. Dass der südländisch gefärbte Schlager von Jay Livingston stammt, der übrigens auch die Titelmelodie der Fernsehserie "Bonanza und für Nat King Cole den Millionenseller "Mona Lisa" schrieb - dies wissen wohl nur Kenner. Das gleiche gilt für einen gewissen Herman Hupfeld, hinter dem sich niemand anderes als der Komponist eines wahrhaft legendären Songs aus einem wahrhaft legendären Film verbirgt: "As time goes by" aus "Casablanca", dort gesungen und gespielt von Dooley Wilson alias Sam: "Play it again!"

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